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| 02:41 Uhr

Rotmilan im Fokus der Naturfreunde

Der Rotmilan beeindruckt durch seinen eleganten Segelflug.
Der Rotmilan beeindruckt durch seinen eleganten Segelflug. FOTO: Biosphärenreservat Spreewald
Lübbenau. Geht es dem Rotmilan gut, geht es dem Spreewald gut. Der rot-braun gefiederte Jagdvogel mit immerhin bis zu 1,70 Meter Flügelspannweite brütet am Waldrand, in Baumgruppen oder auf Einzelbäumen. Daniel Preikschat

Er mag die intakte Natur, landschaftliche Vielfalt mit Gewässern, aus denen er sich auch mal einen Fisch herausklauben kann. Großflächig betriebene Intensivlandwirtschaft dagegen, Pestizide, Freileitungen und viel Verkehr mag er nicht.

Insofern, hält Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats Spreewald fest, ist das starke Vorkommen des Rotmilans im Spreewald erfreulich: "Der Vogel steht für eine gesunde Naturlandschaft." Etwa 40 Brutpaare gebe es hier. Jeder zehnte Rotmilan in Deutschland lebt im Land Brandenburg. Daraus ergebe sich freilich auch die Verantwortung, den hiesigen Bestand des weltweit gefährdeten Vogels hochzuhalten.

Nowak ruft nun zusammen mit dem Vorsitzenden des Biosphären-Kuratoriums Rainer Schloddarick alle Naturfreunde dazu auf, im Spreewald nach dem Rotmilan Ausschau zu halten. 2000 Postkarten werden dazu verteilt. Darauf eingetragen werden kann, wo ein Rotmilan gesichtet wurde. Woran man den Vogel erkennt, ist beschrieben. Die ausgefüllte Postkarte geht zurück ans Biosphärenreservat. Bis Ende Oktober läuft die Mitmachaktion.

Anders als bei den Fotowettbewerben des Biosphärenreservates in den vergangenen Jahren gibt es diesmal für die Mitmacher nichts zu gewinnen. Teilnehmen lohne sich trotzdem, so Schloddarick. Man lerne dabei einen attraktiven Greifvogel kennen, seine imposanten Balz- und eleganten Segelflüge. Sein gegabelter Schwanz und sein rotbraunes Gefieder sind gute Erkennungsmerkmale. Das Ausschauhalten nach dem Rotmilan sei ein Naturerlebnis, es vermittle ein Gefühl für die Artenvielfalt im Spreewald.

Eugen Nowak verspricht sich von der Aktion zudem eine Qualitätssteigerung des Monitorings. Dank der Zuarbeit vieler Naturfreunde, die ihre Augen offenhalten, lasse sich präziser ermitteln, wie es dem Rotmilan in der Spreewaldregion geht. Mehr Details über Zahl und Aufenthaltsorte des Vogels seien hochwillkommen. "Bürgerwissenschaft" würden derartige Aktionen auch genannt.

Eugen Nowak weiß freilich auch, dass bei vergleichbaren Projekten nur zehn bis 30 Prozent der verteilten Postkarten oder Fragebögen auch zurückgesandt werden. Doch auch eine solche eher niedrig erscheinende Rücklaufquote bringe schon Rückschlüsse. Öffentlich darüber informiert werde nach Einsendeschluss und Auswertung. Herstellung und Vertrieb der Postkarten sei in jedem Fall nicht für die Katz, so Nowak. Man könne sie nämlich einfach auch behalten oder weiterreichen. Schließlich seien die Karten schick gestaltet, mit zwei eindrucksvollen Fotos versehen und informativ. Den Rotmilan auf diese Weise bekannter zu machen, würde ihm auch schon helfen.

Zum Thema:
Der große Hoabicht", wie der Rotmilan einst genannt wurde, steht auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Weltweit hat der Osten Deutschlands, hier vor allem Sachsen-Anhalt, die höchste Rotmilandichte. Die Vögel überwintern zumeist auf der Iberischen Halbinsel und kehren im Februar, März nach Deutschland zurück. Die Weibchen legen zwei bis drei Eier. Nach 33 Tagen schlüpft der Nachwuchs. Der Rotmilan frisst Regenwürmer, Amphibien und Fische, sogar Junghasen. Feinde sind Uhu, Baummarder, Waschbär und Habicht.