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| 17:28 Uhr

Großprojekt
Roter Platz wird Baustelle

Seit Anfang der Woche wird am Kreisverkehr in der Lübbenauer Neustadt gebaut. Die Umleitung führt zweispurig hinter dem Rewe-Markt herum. Eine der Ein- und Ausfahrten ist in der Straße des Friedens (am Bildrand links oben).
Seit Anfang der Woche wird am Kreisverkehr in der Lübbenauer Neustadt gebaut. Die Umleitung führt zweispurig hinter dem Rewe-Markt herum. Eine der Ein- und Ausfahrten ist in der Straße des Friedens (am Bildrand links oben). FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Die Arbeit am Kreisverkehr nimmt Fahrt auf, für das neue Einkaufszentrum steht der Plan.

Ein ganzer Stadtbereich verändert in Lübbenau sein Aussehen. Zugleich herrscht wohl selten so viel öffentliches Begängnis an einer Baustelle wie derzeit Im Neustadt-Zentrum. Wer auf dem Roten Platz etwas einkaufen will, muss zwangsläufig vorbei an Bagger, Fräsmaschine, Rüttelplatte und Co. Der Parkplatz ist nur noch über Umleitungsstrecken zu erreichen.

Stärker zu einem öffentlichen Ereignis geworden ist der Bau des Kreisverkehrs am Wochenanfang. Wurde bisher nur an einem der vier Abzweige, in der Straße des Friedens im Abschnitt zwischen Kreuzung und Lindenweg, ein Regenwasserkanal eingebaut, wird nun am Kreisverkehr selbst gebaut. Einer der Lübbenauer Kreuzungsbereiche mit dem höchsten Verkehrsaufkommen ist dicht. Die Autos müssen sich um den Rewe-Markt herumschlängeln beziehungsweise über Lindenallee oder Lindenweg die Baustelle umfahren. Und das noch bis Ende des Jahres. Dann sollen der Kreisverkehr samt der vier Abzweige schick und bedarfsgerecht gestaltet sein und befahren werden können.

Noch nicht sicher ist, ob schon im kommenden Jahr die Arbeiten auf dem Platz selbst beginnen, wo sämtliche Gebäude abgerissen und ein neuer Rewe mit Ladenzeile und Parkplatz errichtet wird. Der Plan für das 1,8 Hektar große Gebiet zwischen Neustadt-Park, Spreewald-Hochhaus, Diesterweg-Kita und Wohnbebauung an der Kochstraße, liegt demnächst für sechs Wochen öffentlich aus. Das wurde im Bau- und im Hauptausschuss befürwortet und dürfte daher am 4. Juli in der Stadtverordnetenversammlung auch beschlossen werden.

Das gilt wahrscheinlich auch für zwei Verträge zwischen der Stadt Lübbenau und dem Vorhabenträger, der Rewe Märkte 23 GmbH. Dabei geht es zum einen um Geh- und Fahrrechte sowie Regenentwässerung. Zum anderen um einen Stellplatzablösevertrag. Notwendig wird er, weil Rewe für das neue Einkaufszentrum nicht die gesetzlich geforderte Mindestzahl an Parkplätzen wird vorhalten können. Wie Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) im Hauptausschuss weiter erklärte, ergibt sich daraus für Rewe eine Zahlungsverpflichtung. Die Stadt Lübbenau muss die Summe ihrerseits in Stellflächen investieren.

Geplant seien für das neue Einkaufszentrum 115 Parkplätze, hieß es im Ausschuss. Stefan Reiter (CDU) interessierte, ob das ausreichend sei. Wenzel und mehrere Abgeordnete indes sind sicher, dass aktuell sogar noch deutlich weniger als diese 115 Parklätze zur Verfügung stehen. Ein „Verkehrschaos“ aufgrund zu weniger Stellflächen sei am Roten Platz auf keinen Fall zu befürchten, sagt der Bürgermeister. Das Einkaufszentrum liege mitten im Wohngebiet. Viele Kunden kämen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Die beiden Verträge, so Wenzel, sollen in der ersten Juli-Woche im Rathaus unterschrieben, dann auch die entsprechenden Summen fixiert werden. Sodass für die Stadtverordnetenversammlung am 4. Juli alles komplett ist und über die Beschlussvorlagen für die Verträge abgestimmt werden kann.

Rewe hatte den Roten Platz erworben, weil das große Potenzial des Einkaufszentrums in Toplage nur bedingt genutzt werden konnte. Gebäudezustand, Parkplatzsituation, Zuwegung und Verkehrsführung ließen zu wünschen übrig, hieß es von Planerseite bei einer Informationsveranstaltung vor einem Jahr in der Neustadt. Zu viel Fläche sei versiegelt, es fehle an Grün, die Aufenthaltsqualität sei eher gering. Die zweite Etage über dem Rewemarkt steht überdies schon lange fast komplett leer. Eine zweite Etage werde es im neuen Einkaufszentrum nicht geben, hieß es. Die Ladenzeile werde ein Flachbau sein.