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| 13:40 Uhr

18. Lübbenauer Musiknacht
Rocken und kuscheln zur Musiknacht

Ella Mucha und Fred Zadravec von Stereo Affairs lieferten als Festival-Neulinge Pophits der Musikgeschichte.
Ella Mucha und Fred Zadravec von Stereo Affairs lieferten als Festival-Neulinge Pophits der Musikgeschichte. FOTO: Gisder
Lübbenau. Lübbenau präsentiert zum 18. Mal zwölf Künstler-Gruppen, Bands, DJs und Covererprobte. Von Norbert Gisder

Spreewald total: Wenn sich abends, zur besten Krimizeit, im kalten Herbstwind zwischen Lübben und Lübbenau entlang abgeernteter Bio-Äcker unter freiem Himmel unvermittelt meldepflichtige Horden von rockerhaften Gestalten zusammenrotten, muss das keine Demo gegen die Ölbohrungen im Tourismusparadies sein. Wahrscheinlich warten da lediglich Anwohner aus Ragow und anderer Dörfer im Busshuttle nach Lübbenau. Denn dort ist Musiknacht. Von Samstag auf Sonntag wurde die 18. Ausgabe dieses Festivals gefeiert. In zwölf Etablissements. Mit zwölf Künstler-Gruppen, Bands, DJs, Exoten und Covererprobten. Eine Nacht der Zeiten und Stile. Ein Erblühen von Musiken, die in den vergangenen sieben Jahrzehnten nie einen Plural hatten, in den Extrovertiertheiten der sonst bürgerlichen Partymetropole an den Flussauen nun aber einen entwickeln. Und was für einen.

Die längste Nacht des Jahres ist der schönen Kunst der Klänge gewidmet. Professionalität und Variantenvielfalt einer Kunstform mit vielen ihrer Facetten wurden zum Preis von weniger als dem geboten, was Musikfans sonst für ein einziges Konzert bezahlen. Dabei gibt es immer die Möglichkeit, den „Partner“ zu wechseln.

Das Café Zeitlos fand mit Olaf Petersen – Sänger, Songschreiber, Spreewaldjung – sein ewiggültiges Lebenselixier: Romantik, die zu Herzen ging. Kuscheln und Küssen inklusive. Und das gern auch mal mit dem Künstler. Im Spreewaldeck hatten Stereo Affairs als Festival-Neulinge Pophits der Musikgeschichte im Gepäck. Die Gäste bekamen nicht genug von Ella Mucha und Fred Zadravec, die weltbekannte Duette der Rock- und Popwelt coverten. Das Rockzelt am alten gräflichen Pferdestall gehörte TB Session Band & Krähe mit neuer Band. Die rauhe Röhre überzeugte mit ihrer Reibeisenstimme – zu der leider die empathiearme Hängehaltung von Stefan Krähe nicht ganz passte. Wieder ein völlig anderer Stil: Im Gasthaus „Zur grünen Linde“ coverten „Vier gute Saiten“ unter anderem Irish Folk und American Traditionals. Im Heuschober arbeitete sich Grand Central Berlin ab. Rock, Blues und Swing, Soul und Pop wurden zu einer Reise von den 80er Jahren bis heute moderiert.

Die Liste kann hier nur auszugsweise wiedergegeben werden, aber alle Auftritte hatten ein hohes Niveau.