Ein holländisches Unternehmen verglast gerade das Riesen-Gewächshaus auf dem 19 Hektar großen Gewerbegebiet Raddusch. Radieschen und Salatgurken will die Thüringer Obst- und Gemüseabsatzzentrale dort im Februar beziehungsweise März anbauen. Die Firma Togaz mit Sitz in Laasdorf gehört zum Erzeugergroßmarkt Thüringen-Sachsen-Spreewald und betreibt bereits seit längerem eine Vermarktungseinrichtung im Gewerbegebiet. Die Wahl des Standortes für dieses Gewächshaus sei deshalb kein Zufall, erklärt Geschäftsführer Peter Winkler. Die kurzen Transportwege hätten dafür maßgeblich den Ausschlag gegeben.
Angebaut werde nach Angaben Winklers kontrolliert-integriert. Das heißt, der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist äußerst stark reglementiert. Wir werden vor allem mit Nützlingen arbeiten , erläutert Peter Winkler. Dazu würden zum Beispiel aus dem Berliner Raum Wespen bezogen, die sich der Schädlinge im Glashaus annehmen. Mit dieser Arbeitsweise könne sich das Unternehmen auch europaweit sehen lassen, so Winkler.
Beheizt wird das Riesengewächshaus nach seiner Fertigstellung mit Erdgas. Angesichts steigender Preise wollen wir das System in absehbarer Zeit jedoch auf Biomasse umstellen , sagt der Geschäftsführer. Er denke dabei an die Verbrennung von Holzschnipseln. Die Bewässerung werde vornehmlich mit Regenwasser gesichert. Genügend Platz hat sich auf dem großen Gewerbegebiet an der B 115/L 49 deshalb auch für ein Regenrückhaltebecken gefunden. Das fängt den Regen auf und leitet ihn über das Gewächshausdach zu den Kulturen, erklärt Peter Winkler.
Etwa 40 Arbeitsplätze sollen mit der Anlage geschaffen werden. Beliefert werde vor allem der ostdeutsche Einzelhandel. Für den Erzeugergroßmarkt ist das Radduscher Gewächshaus nicht das erste und größte. Wie Peter Winkler informiert, sind bei Erfurt 40 Hektar unter Glas.