Dennoch musste ich oft während meiner Fahrstunden beobachten, dass viele Fahrer die Regeln des Kreisverkehrs nicht kennen. Immer wieder stoße ich auf unverständliche Autofahrer, wenn wir aus dem Kreisverkehr rausfahren und auf Fußgänger warten, die gerade die Straße überqueren.“
Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) § 9a darf der Kraftfahrer zwar in einem Kreisverkehr nicht halten, doch muss er beim Verlassen verkehrsbedingt auf Fußgänger und Radfahrer warten, Dieser Vorgang wird im § 9 der StVO als Abbiegevorgang bezeichnet und regelt den Vorrang für Fußgänger und Radfahrer.
„Der Kraftfahrer muss Fußgänger und Radfahrer die Straße überqueren lassen, in die er hineinfährt. Innerhalb des Kreuzungsbereichs von fünf Metern haben Fußgänger und Radfahrer dann Vorrang“ , erklärte Gudrun Blaskow weiter.
Für den Kreisverkehr Lübbenau gelten abweichende Regelungen, denn dort müssen Radfahrer, die die Straße im Kreuzungsbereich überqueren möchten, anhalten. Für sie steht das Verkehrsschild „Vorfahrt gewähren“ am Straßenrand und so müssen Kraftfahrer nur auf Fußgänger Rücksicht nehmen.
„Viele Fußgänger glauben, dass auch dieses Schild für sie gilt. Das ist aber ein Irrtum, denn es gibt kein vorfahrtregelndes Verkehrsschild für Fußgänger. Kaum ein Kraftfahrer oder Fußgänger weiß etwas von dieser Regelung. Sogar die Polizei irrte sich vor einigen Tagen, als sie von einem LKW-Fahrer Bußgeld verlangte, weil er im Lübbener Kreisverkehr wartete, um einen Fußgänger durchzulassen“ , berichtete Gudrun Blaskow.
Im Tatbestandskatalog der Polizei steht, dass Kraftfahrer ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro bezahlen müssen, für das Halten im Kreisverkehr, das aber nichts mit dem verkehrsbedingten Warten gegenüber den Fußgängern zu tun hat.
Renate Ungerechts aus Calau ist viel mit ihrem Auto unterwegs und sagte: „Ich habe schon einige Erfahrungen mit Kreisverkehren gemacht. Egal ob in Lübbenau, Calau oder Lübben, ich halte jedes Mal beim Herausfahren an, wenn Fußgänger über die Straße wollen, denn deren Sicherheit geht vor. Dass es Gesetz ist zu warten, wusste ich bisher nicht.“