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Vortrag
Richtiger Dünger für unterschiedliche Böden

Erfahrungsaustausch der Fachberater des Bezirksverbandes Calau/NL der Gartenfreunde mit Reinhard Nagel
Erfahrungsaustausch der Fachberater des Bezirksverbandes Calau/NL der Gartenfreunde mit Reinhard Nagel FOTO: Ulrike Noatsch / Noatsch Ulrike
Lübbenau. Für jede Kultur gibt es den richtigen Nährstoff. Gartenberater Reinhard Nagel hat in Lübbenau die richtigen Tipps gegeben.

Die Düngung im Kleingarten war kürzlich Thema bei den Gartenfreunden des Bezirksverbandes Calau/NL. Bezirksverbandsmitglied Jürgen Fröschke hatte für den Erfahrungsaustausch Reinhard Nagel, ehemaliger Mitarbeiter im Pflanzenschutzamt Frankfurt/Oder, gewinnen können. „Jedes Lebewesen braucht verschiedene Nährstoffe, um gesund wachsen zu können. Dazu gehört auch die Pflanze. Es muss eine gute Mischung sein“, erläuterte der Experte zum Einstieg.

Jeder Nährstoff habe im Zusammenspiel mit den anderen seine Aufgabe. Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Pflanzennahrung. Er ist der Wachstumsmotor. Im Frühjahr kann er gut als Startdünger eingesetzt werden. Für den Herbst ist er ungünstig. Eine ausreichende Stickstoffdüngung allein mit organischem Stickstoff wie Hornspäne, Harnstoff, Mist oder Gülle ist nicht zu schaffen. Im Kleingarten ist Blaukorn ein gut einzusetzender Dünger.

Für jede Kultur gibt es einen speziellen Dünger. Aber braucht man das? „Weitere wichtige Mineralien, die die Pflanzen brauchen, sind Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Spurenelemente“, so Reinhard Nagel. So verbessert Kalium  die Wasseraufnahme und stabilisiert die Zellen, erhöht die Frosthärte und verbessert Größe, Reife und Geschmack der Früchte, sowie die Lagerfähigkeit bei Wintergemüse. Magnesium ist Bestandteil der Blattgrüns und wichtig für viele Stoffwechselvorgänge. Calcium reguliert den Wasserhaushalt, nimmt Einfluss auf die Bodenstruktur und Bodenlebewesen, wirkt gegen eine Bodenversauerung.

Weiterhin hilft Calcium gegen Stippigkeit und Blütenendfäule bei Tomaten. Eine Mangelerscheinung von Bor kann vorliegen bei Hohlherzigkeit des Selleries oder Kohls, der Stoffwechsel ist eingeschränkt, der Baum blüht eventuell gar nicht oder Triebe sterben ab. Sehen Pflanzen nicht mehr frisch und gesund aus, kann die Ursache fehlende Mineralien sein aber auch Krankheiten oder Schädlingsbefall. So wollte Monika Kauschke wissen, was sie mit ihrem Apfelbaum machen soll, der wenig blühte, kaum Früchte und kaum gesunde bis gar keine Blätter hatte. Eine Empfehlung fiel schwer. „Wenn gar nichts hilft, müsse er gefällt werden“, sagte Gartenverbandmitarbeiterin Ulrike Noatsch.

Christine Braun berichtete über ihren Buchsbaum, der braune Spitzen bekam. Sie vermutete, dass der Buchsbaumzündler die Ursache war. Unbewusst verteilte sie nach dem Geschirr spülen das Fitwasser an der Hecke. Sie erholte sich und ist heute wieder herrlich grün. Ist eine Pflanze gut ernährt, kommt sie mit Schädlingen und Krankheiten besser zu Recht. Bei welkenden, gelb werdenden Pflanzen muss erst die Ursache ermittelt werden.

Eine Bodenanalyse gibt Aufschluss darüber, ob und in welchem Umfang Nährstoffe fehlen. Der Nährstoffgehalt des Bodens ist vom pH-Wert, von der Bodenart und von der Regenmenge abhängig. Je nach Pflanzenart wird ein sauer oder basisch reagierender Boden benötigt. Phosphor im Boden beeinflusst die Krümelstruktur und fördert die Blüten- und Fruchtbildung. „Den Boden ab und zu umzugraben, hilft auch die Krümelstruktur zu verbessern“, so der Rat.

Tipps für Düngemittel gab es beim Erfahrungsaustausch der Fachberater des Bezirksverbandes Calau/NL der Gartenfreunde.
Tipps für Düngemittel gab es beim Erfahrungsaustausch der Fachberater des Bezirksverbandes Calau/NL der Gartenfreunde. FOTO: Ulrike Noatsch / Noatsch Ulrike