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| 02:51 Uhr

Reudener Graben wird nun in Vetschau gereinigt

Richtung Reinigungsanlage: Das Wasser aus Reudener Hauptgraben transportiert viel Eisenfracht.
Richtung Reinigungsanlage: Das Wasser aus Reudener Hauptgraben transportiert viel Eisenfracht. FOTO: Peter Becker/peb1
Vetschau. Ein kurzer Ruck – und dann floss das Wasser erstmal rückwärts. Natürlich waren davon nur die Laien überrascht, als am Freitag der Reudener Graben "umgeleitet" wurde. Jan Gloßmann

Sein stark mit Eisenocker belastetes Wasser gelangt nunmehr in das Neue Vetschauer Mühlenfließ und somit auf direktem Wege in die reaktivierte Grubenwasser-Reinigungsanlage in Vetschau. "Das ist ein Meilenstein", sagt der zuständige Planer und Fachreferent der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), Sven Radigk. Denn bislang floss das Wasser aus dem Reudener Graben über einen Düker in den Altlauf des Vetschauer Mühlenfließ' und damit samt Eisenfracht größtenteils an der Reinigungsanlage vorbei.

Mehr als ein Drittel des gesamten Eiseneintrags in den Südumfluter stammt aus diesen Gewässern, davon etwa die Hälfte aus dem Reudener Graben. Das Eisen - im Winter zwischen 30 und 50 Milligramm pro Liter - soll sich in der Anlage absetzen, dem Spreewald fließt saubereres Wasser zu.

Etwa eine Million Euro wendet die LMBV für zwei Bauabschnitte auf, um die stillgelegte Reinigungsanlage für Grubenwasser und das System der Fließe und Gräben im Umfeld wieder herzurichten. Im Mai 2013 war dazu der erste Bauabschnitt eingeweiht worden. Bis zum Dezember sind dort etwa 20 Tonnen Eisen zurückgehalten worden. Klar ist nun auch, dass die Reinigungsanlage in Vetschau voraussichtlich zum nächsten Winter bekalkt wird. Rahmendaten für eine Konditionierungsanlage werden in einem Feldversuch im Laufe des Jahres ermittelt. Damit wird auch eine Forderung des Bündnisses "Klare Spree" erfüllt. Grund ist, dass aus dem Reudener Graben vergleichsweise saures Wasser zufließt. Zudem werden bald die Vorbereitungsarbeiten am Greifenhainer Fließ abgeschlossen. Dort schwappen nahezu 40 Prozent des Eiseneintrags aus den Zuflüssen in Richtung Spree.