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Ressener retten ihren Dorfteich

Mit dem Verlegen einer 160 Meter langen Rohrleitung wollen die Ressener Wasserbauer am Samstag bis zum vorgelagerten Absetzbecken vorangekommen sein. Seit August wirbeln Dorfbewohner und eine hinzugezogene Baufirma an den Wochenenden, um den Dorfteich konstant mit Wasser zu versorgen. Am kommenden Samstag wird gefeiert.
Mit dem Verlegen einer 160 Meter langen Rohrleitung wollen die Ressener Wasserbauer am Samstag bis zum vorgelagerten Absetzbecken vorangekommen sein. Seit August wirbeln Dorfbewohner und eine hinzugezogene Baufirma an den Wochenenden, um den Dorfteich konstant mit Wasser zu versorgen. Am kommenden Samstag wird gefeiert. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Ressen. "Wasser marsch" heißt es am kommenden Samstag, 14. Oktober in Ressen (Gemeinde Neu-Seeland). Ein ganzes Dorf feiert die Vollendung des Gemeinschaftsprojektes, "Erneuerung des Dorfteiches" das seinesgleichen sucht. Uwe Hegewald / uhd1

An sechs Wochenenden griffen Ressener samstags und auch sonntags zu Arbeitsgeräten, um die endgültige und nachhaltige Sicherung des Gewässers und einer entsprechenden Zuleitung voranzutreiben. "Mitunter zählten wir bis zu 25 Personen jeden Alters, die sich in irgendeiner Form eingebracht haben. Das Bauprojekt hat unser Dorf noch stärker zusammengeschweißt", erklärt Eberhard Plewe von der Freiwilligen Feuerwehr Ressen. Bestreben und Erfolg macht er an das Ineinandergreifen vieler Weggefährten fest. Neben dem federführenden Förderverein "Aktives Ressen", der Feuerwehr, dem Landwirtschaftsbetrieb Ressen-Lindchen, Autoservice Noack, Jagdpächter Toppe, begleitender Baufirma und der Gemeinde Neu-Seeland habe es eine Reihe von ehrenamtlichen Helfern gegeben. "Was Historisches betrifft, wurden wir von Dr. Hans Joachim Behnke begleitet, der in unserem Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und in Welzow das Archäotechnische Zentrums (ATZ) leitet", teilt Eberhard Plewe mit.

Bereits im Mittelalter um 1240 wurde der Teich von Quellen gespeist und galt seit Dorfgründung als Lebenselixier für Mensch, Flora und Fauna. Anfang der 1990er Jahr versiegten die Quellen. Der Bau einer Tiefgarage in Teichnähe tat sein Übriges. Erst der Bau eines Brunnens und das Verlegen einer 160 Meter langen Pipeline sicherten das konstante Einspeisen des Teiches mit wertvollem Nass. "Durch einen Ausfall der Pumpe im Winter 2016 war der Zufluss unterbrochen. Das Wasser versickerte unterhalb der Eisfläche, worauf 90 Prozent aller Fische verendeten", schildert Eberhard Plewe zurückliegende, dramatische Situationen, die letztendlich ein Handeln notwendig machten.

In Abstimmung mit der Gemeinde wurden durch eine Bürgerinitiative alle toten Fische beseitigt und mittels ausgedienter Feuerwehrschläuche ein Bypass zum Teich gelegt. Eine Bürgerbefragung mündete in ein einstimmiges Votum: Der Dorfteich soll dauerhaft erhalten bleiben. Über den Dorfverein "Aktives Ressen" wurden Fördermittelanträge gestellt, das Projekt letztendlich durch Zuwendungen des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg aus Mitteln der Konzessionsabgabe Lotto kofinanziert. Anfallende Arbeiten, für die keine maschinelle Technik benötigt wurde, leisteten die Ressener an den zurückliegenden Wochenenden selbst. Inklusive dem Neubau eines frostsicheren Wasserleitungssystems sowie eines Absatzbeckens für Rot-Ocker (Eisenhydroxidschlamm). Mitbewohnerinnen hielten die Bauarbeiter mit dem Reichen von Kulinarischem bei Laune.

Am kommenden Samstag, 14. Oktober, soll das Projekt nun offiziell eingeweiht werden. Nach Grußworten (15 Uhr), der symbolischen Einweihung (15.20 Uhr) und einer anschließenden Begehung der Wasserleitung mündet die feierliche Eröffnungsveranstaltung in ein geselliges Kürbisfest mit abendlichem Tanz & Musik.

Der Treffpunkt ist das unmittelbar am Ressener Dorfteich gelegene Depot der freiwilligen Feuerwehr.