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Unterwegs
Zwei Länder und viele Kulturen

Auf der Rundreise durch Thailand und Laos: Steffen Riemer macht Rast an einem Gästehaus.
Auf der Rundreise durch Thailand und Laos: Steffen Riemer macht Rast an einem Gästehaus. FOTO: Simone Brüggemann-Riemer
Lübbenau. Lübbenauer radeln diesmal durch Thailand und Laos.

Es ist wieder eine Abenteuerreise, die für Simone Brüggemann-Riemer und Steffen Riemer in Chiang Mai in Thailand beginnt. „Den Fahrradverleiher haben wir im Internet entdeckt. Wir sitzen eine Stunde nach unserer Ankunft auf den Rädern und fahren weiter in den Norden“, schreibt die Lübbenauerin. „Hier leben noch viele ethnische Volksgruppen.“

Auch in Laos bereisen sie den Norden, weil sie sich für verschiedene Kulturen interessieren. Ein Problem sind die Berge. „Aber wie heißt es: wer das eine will, muss das andere mögen“, sagt Simone Brüggemann-Riemer. Gleich die erste Nacht schlafen sie in einem Liebeshotel. „Das kannten wir ja schon von Nicaragua“, stellt sie fest.

Wegen des dichten  Autobahnnetzes finden sie kaum noch einfache Straßen. In einem Dorf sind sie dann dabei, wie Bewohner Hähne in die Kampfarena schicken. „Lange konnte ich das nicht mit ansehen“, schreibt sie.

Weiter in den Bergen kommen beide in das Gebiet der Akha. „Wir sind begeistert von den schönen Kleidern und dem Kopfschmuck der Frauen. In einem Dorf ist gerade Markttag und die Frauen verkaufen ihre Stoffe“.

Als sie wieder eine Pause machen, lernen sie Pranee und Wichai kennen. Die Geschwister fahren in ihr Heimatdorf, weil dort geschlachtet wird. Sie laden die beiden ein. Die Häuser sind noch aus Bambus gebaut. Auf der Straße wird der Reis getrocknet, und sie lernen die Familie und Großmutter kennen. „Die Jugend verlässt das Dorf und so wird es diese Lebensart bald nicht mehr geben“, stellt Simone Brüggemann-Riemer fest. „Wir können leider nicht bis zum Abend bleiben. Es sind zwar nur noch zwölf Kilometer bis zu dem Ort, wo wir schlafen können, aber um 18 Uhr ist es stockdunkel. Wir verabschieden uns herzlich, nicht ahnend, dass wir unsere Räder die nächsten Kilometer komplett schieben müssen“, berichtet sie.

Es geht so steil Berg hoch, das es mit dem Gepäck nicht möglich ist zu fahren. „Total kaputt schaffen wir es aber und finden auch ein Zimmer“, so ihr Eintrag zu diesem Tag.

Den nächsten Tag geht es auch noch durch die Berge in Richtung Grenze nach Laos.  „Angekommen in Laos, entscheiden wir uns, den Mekong entlangzufahren. Auf unserer Karte als gelbe Straße eingezeichnet, freuen wir uns auf eine ruhige Fahrt. Doch aus der Straße wird eine Scbotterpiste und noch weiter ein Dschungel-Pfad mit schlammigen Pfützen“, schreibt Simone Brüggemann-Riemer. Drei Tage sind sie so unterwegs. Einmal schlafen sie in einem ehemaligen Gästehaus.

Die nächste Nacht müssen sie lange suchen, um etwas zum Schlafen zu finden. „Ich wusste, dass man den Dorfvorsteher fragen kann und hatte auch schon Laotisch gelernt“, erklärt sie. In zwei Dörfer werden sie weggeschickt. „Wir finden einen einfachen Dorftempel. Ein junger Novize lebt hier auf dem Berg. Er fegt den Tempel für uns aus und so schlafen wir diese Nacht in einem buddhistischen Tempel auf dem Fußboden“, so die Reisenden.

Am nächsten Tag lernen sie einen jungen Mann kennen, der auch mit einem Fahrrad unterwegs ist. Er hat GPS und weiß, dass es noch mehr als 30 Kilometer bis zu einem größeren Ort sind. „Wir haben uns treiben lassen und müssen nun in die Pedale treten. Der Pfad ist schlecht, geht immer wieder hoch und runter. Dann Schlamm, teilweise geht es durch Flüsse“, sagt Simone Brüggemann-Riemer. „Damit haben wir nicht gerechnet. Zu guterletzt befallen uns Blutegel, die auf den Blättern sitzen. In solchen Momenten fragen wir uns schon, warum wir nicht einfach am Strand liegen können.“  Am Ende wird alles gut. Zwei Stunden irren sie noch mit Stirnlampe herum, bis sie wieder einen Ort erreichen.