ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Reiche Apfelernte hilft dem Spreewald

Sibylle Martschei ist Baumpatin und hilft dennoch beim Abernten der Bäume, die noch ohne Paten auf der Streuobstwiese zwischen Stradow und Burg stehen.
Sibylle Martschei ist Baumpatin und hilft dennoch beim Abernten der Bäume, die noch ohne Paten auf der Streuobstwiese zwischen Stradow und Burg stehen. FOTO: Kuschy
Stradow/Burg. Apfelernte auf der Streuobstwiese zwischen Stradow und Burg: Mehr als 20 Freunde der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald haben dort 2265 Kilo Äpfel aufgelesen. Diese Wiese bietet Obstfreunden eine gute Möglichkeit, ein wertvolles Stück Kulturlandschaft zu erhalten. Hannelore Kuschy

Es ist der letzte Sommertag in diesem Jahr. Für 24 Frauen und Männer auch Erntetag, und das bei bestem Wetter. Auf der Streuobstwiese zwischen Stradow und Burg bewaffnen sie sich mit Eimern und lesen Äpfel auf - so verführerisch der eine aussieht, so lecker schmeckt der andere.

Das Besondere an diesem Erntenachmittag ist, dass diese Wiese von der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald bewirtschaftet wird. Auf diesem einen Hektar stehen rund 100 Obstbäume, einige davon wurden neu gepflanzt. "Vor drei Jahren haben wir die Wiese gründlich gemäht und vergeben seitdem Baumpatenschaften", erklärt Holger Bartsch in einer kurzen Erntepause. Für drei Jahre und insgesamt 90 Euro werde eine solche Patenschaft an Interessierte vergeben. Sie könnten dann jedes Jahr den Baum abernten oder abernten lassen.

Nun stehen noch 20 Bäume ohne Paten da und tragen in diesem Jahr reichlich Früchte. "Um die herrlichen Äpfel nicht vergammeln zu lassen, sammeln wir sie auf und bringen sie zur Mosterei Jank", erzählt Dagmar Jacob von der Bürgerstiftung. Die erste Ladung mit 250 Kilo Äpfeln ist schon dort. Was zu dieser Zeit noch keiner ahnt: 2265 Kilo werden es zum Ernteschluss sein.

Sibylle Martschei aus Stradow ist seit zwei Jahren Patin eines Kirsch- und eines Apfelbaumes. Das heißt, sie war es, denn: "Die beiden Bäume habe ich meinem Mann zum Hochzeitstag geschenkt", sagt sie und schüttet den nächsten Eimer mit Äpfeln in die Holzkiste auf dem Transporter. Die Äpfel essen sie selbst oder verschenken sie. "Unsere zwei Minischweine bekommen die heruntergefallenen", ergänzt die Stradowerin. Sie ist eine der 24 Helfer an diesem Nachmittag, die freiwillig zur Apfelernte gekommen sind.

Michael Petschick von der Bürgerstiftung und der Biosphärenverwaltung klettert auf den nächsten Baum und schüttelt die Rotbäckchen herunter. Ilka-Maren Hohnke und Dorothee Paschke von der Göritzer Agrar GmbH vertreten heute mal ihren Chef. Gerade müssen sie aufpassen, dass sie keinen Apfel auf den Kopf bekommen. Bald haben auch sie ihre Eimer voll. Das Landwirtschaftsunternehmen aus Göritz hat die Patenschaft über drei Bäume.

Die Mitglieder des Rotary Clubs Lübben-Spreewald, von denen einige auch heute dabei sind, haben den Erntetag beim Schopfe gepackt und einen Baum gefunden, für den sie die Patenschaft übernehmen wollen. Damit haben sie wohl den gut gemeinten Rat von Holger Bartsch befolgt, der zu Marita Enke und Eugen Nowack gesagt hatte: "Den richtigen Baum könnt Ihr Euch ja beim Auflesen hier aussuchen."

Die Plakette mit der Nummer 79 haftet am Apfelbaum von Carmen Jahn. Mit ihrem Mann Gerald hilft auch sie: "Erst mal hier auflesen, dann kümmern wir uns um unseren Baum." Der habe ihnen schon 2014 eine ordentliche Ernte beschert. "Der Apfel hält sich wirklich lange und eignet sich bestens zum Mosten", beschreibt sie ihr Paten-Obst.

Die Spreewaldmosterei Jank in Burg unterstützt das Anliegen der Bürgerstiftung, macht Werbung für das gesunde Obst und verarbeitet die Ernte zu Most. Die Äpfel ergeben, wie Dagmar Jacob ausgerechnet hat, 1500 Liter Saft, also 2100 Flaschen in 175 Kästen. Dafür geht an die Stiftung eine Spende, die bei der Pflege der Spreewälder Kulturlandschaft helfen wird.

Als Dankeschön gibt es für alle Helfer Grillwürstchen. Dabei waren neben privaten Baumpaten auch die Naturwacht Spreewald, Mitarbeiter der Spreewaldbank, die ihren Teamtag dafür nutzten, die Göritzer Agrar GmbH, der Rotary Club Lübben-Spreewald und viele Stiftungsmitglieder.

Zum Thema:
Wer Baumpate für drei Jahre mit einer Spende von 90 Euro werden möchte, meldet sich im Büro der Stiftung (Tel. 03542 85473, E-Mail: info@spreewaldstiftung.de).