Von Daniel Preikschat

Angesichts anstehender Lübbenauer Großprojekte, die im Kernstadtgebiet realisiert werden sollen, wird an einem interessanten touristischen Vorhaben im ländlichen Lübbenauer Raum eher im Verborgenen gearbeitet. Laut bereits vorliegender Planung der Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH (KEM) soll nach der Nutzungsfreigabe des Bischdorfer Sees ein gut erschlossener öffentlicher Badestrand mit Ferienhaussiedlung, Bootsanliegeplätzen, Strandterrasse und Sportflächen entstehen. Knapp 20 Millionen Euro dürften Planung und Bau kosten, hieß es bei einer Präsentation des Regionalen Entwicklungskonzeptes im April 2018 in der Calauer Stadthalle.

Die Bedeutung eines ganz neuen touristischen Angebotes in Lübbenau außerhalb von Spreewald und Spreewelten wird im Rathaus sehr hoch eingeschätzt. Der See liegt am Rande des Spreewalds und erstreckt sich parallel zur L 55 zwischen Lübbenau und Calau bis nahe an die Slawenburg in Raddusch. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ging der Lübbenauer Beauftragte für Grund- und Oberflächenwasser Rudolf Heine (SPD) auf das REK-Leitprojekt am Bischdorfer See dennoch nur kurz ein. Es bedürfe bei diesem Vorhaben noch einer Menge Vorarbeit durch den Bergbausanierer.

Die LMBV führt den Bischdorfer See als RL 23, als ein Restloch von insgesamt 30 in der Lausitz. Laut dem LMBV-Jahresbericht vom Dezember ist die Innenkippensanierung in Bischdorf „in Umsetzung“. Die Restarbeiten mit Schwimmbaggerabtrag werden erst nach 2022 realisiert, sodass so schnell in Bischdorf-Ost ohnehin nicht gebaut werden kann. Lange bevor in Bischdorf Ferienhäuser und Bootsanleger gebaut werden, dürfte sich aber immerhin schon mal ein neuer Radweg um den See schlängeln. Oder zumindest doch um einen Großteil des Sees. In dem REK-Konzept, bei dem Lübbenau, Calau, Vetschau und Luckau ihre Projekte in der Bergbaufolgelandschaft abgestimmt haben, ist der Radweg wichtiger Bestandteil. Er verläuft von Groß Lübbenau aus zum Bischdorfer See und an dessen Südufer entlang, bis er zum Kahnsdorfer See nördlich abbiegt. Von diesem kleineren Tagebausee führt der Radweg wieder zurück Richtung Groß Lübbenau, mehrere andere Radwege werden durch ihn erschlossen. Für diesen Radweg kalkuliert die Stadt mit Kosten von etwa 900 000 Euro und rechnet dabei mit Landesmitteln nach Paragraf 4 des Verwaltungsabkommens über die Braunkohlesanierung. Gebaut werden soll schon 2019 bis 2020.

Für KEM-Planer Joris Schofenberg ist klar, dass die vier REK-Kommunen in Konkurrenz stehen, wenn es um die Fördermittel geht. Im Vorteil sei, wer mit guten Konzepten rechtzeitig Anträge stellt und den finanziellen Eigenanteil absichern kann. Speziell die Lübbenauer haben für ihren Bade- und Ferienhausstandort Bischdorf aber auch noch einige Probleme zu lösen, so Schofenberg. Es stehen Windräder konfliktträchtig nahe an der geplanten Ferienhaussiedlung. Weiter sieht der Landesentwicklungsplan (LEP) Siedlungen in ländlicher Region außerhalb von Ortschaften wie Bischdorf nicht vor. Und schließlich muss der für Strand und Bebauung vorgesehene Uferbereich frei gehalten werden von Naturbewuchs. Siedeln sich geschützte Tierarten an, so Schofenberg, erschwere das die Realisierung des Projekts.