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| 02:32 Uhr

Rausch-Unfälle: Plus von 700 Prozent

Besser, das Rad wird vom Amt "weggefunden" als von einem Dieb geschnappt. Dieses Schild warnt Rad-Pendler an der Bunten Bühne in Lübbenau. In der Stadt steigt die Zahl der Rad-Diebstähle.
Besser, das Rad wird vom Amt "weggefunden" als von einem Dieb geschnappt. Dieses Schild warnt Rad-Pendler an der Bunten Bühne in Lübbenau. In der Stadt steigt die Zahl der Rad-Diebstähle. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Die Zahl der Straftaten in Lübbenau ist im vergangenen Jahr um fast 17 Prozent auf 1415 gefallen. Das geht aus der jetzt vorgelegten Statistik für die Stadt hervor. Allerdings sank auch die Aufklärungsquote erheblich – während die Zahl der Unfälle nach Fahrten unter Alkohol oder Drogen um 700 Prozent stieg. Jan Gloßmann

Wirklich beruhigen dürften die Zahlen die Lübbenauer nicht. Zwar registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 284 Straftaten weniger als 2011. Doch beinhaltet die Statistik nur Fälle, die der Polizei bekannt geworden und letztlich an die Justiz weitergegeben worden sind. Hinzugerechnet werden müssen zudem Staatsschutz- und Verkehrsdelikte, heißt in dem Papier. Und so bleibt eine Dunkelziffer und eine - zumindest gefühlte - Verunsicherung, die viele Lübbenauer seit der Polizeireform befallen hat.

Dieses Gefühl der Unsicherheit erhält Nährboden durch eine weitere Zahl: Von den 1415 Straftaten in Lübbenau wurden nur 589 aufgeklärt, ein Minus im Vergleich zu 2011 von fast 40 Prozent. Im gesamten Landkreis Oberspreewald-Lausitz sank die Zahl der aufgeklärten Straftaten dagegen nur um knapp vier Prozent.

Alkohol- und Drogenfahrten: Hochprozentiges gibt es in der Statistik auch an einer weiteren Stelle. So registrierte die Polizei satte 700 Prozent mehr in Unfälle in der Stadt, bei den Alkohol oder Drogen ursächlich waren. Hier zeigt sich der teils zweifelhafte Wert einer Statistik. Denn die reale Zahl der Unfälle mit Alkohol- oder Drogen-Hintergrund stieg von einem (2011) auf acht im zurückliegenden Jahr.

Verkehrsunfälle: Insgesamt 406 Verkehrsunfälle im Jahr 2012 bedeuten 31 weniger als im Vorjahr. Dabei wurde zumindest statistisch langsamer gefahren - die Zahl der Unfälle, verursacht durch Autofahrer mit nicht angepasster Geschwindigkeit, sank um 40 Prozent von 15 auf neun.

Autodiebstähle: Überraschen dürfte die Statistik jene, die Lübbenau für ein Mekka des Autodiebstahls halten. Denn 2011 wurden noch 46 Autos entwendet, 2012 waren es "nur" 25. Zumindest aus Sicht der Polizei ein Beleg dafür, dass die Grenzkriminalität nicht komplett bis in den Spreewald schwappt.

Fahrradklau: Dagegen stieg die Zahl der Fahrraddiebstähle von 129 auf 150, also um gut 16 Prozent. Damit reicht Lübbenau zwar nicht an die Cottbuser Rekord-Klauwerte heran, doch eine solche Zahl ebenso wie die weiter steigende Zahl von Sachbeschädigungen - unter anderem Schmierereien - dürfte den Eindruck verstärken, dass alles immer schlimmer wird.

Was zumindest die Polizei-Statistik nicht bestätigt.