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| 13:55 Uhr

Meldet sich der neue Besitzer?
Radduscher will seinen Jako zurück

Reinhard Kokel aus Raddusch ist aufgebracht: Sein Hund wird seit ein paar Wochen vermisst. Angeblich wurde er im Tierheim Langengrassau abgegeben, anschließend aber verkauft. Kokel hofft nun, dass sich der neue Besitzer bei ihm meldet.
Reinhard Kokel aus Raddusch ist aufgebracht: Sein Hund wird seit ein paar Wochen vermisst. Angeblich wurde er im Tierheim Langengrassau abgegeben, anschließend aber verkauft. Kokel hofft nun, dass sich der neue Besitzer bei ihm meldet. FOTO: LR / Rüdiger Hofmann
Raddusch/Langengrassau/Burg. Reinhard Kokel ist seit Ende Oktober auf der Suche nach seinem Terrier-Mischling. Das Tierheim Langengrassau hat ein zwischenzeitlich aufgenommenes Tier an neue Besitzer vermittelt. Ist es der vermisste Hund? Von Rüdiger Hofmann

„Wir sind froh zu wissen, dass Jako lebt. Aber wir wissen nicht, wo und wie.“ Diese Worte von Mandy Bramer lassen erschaudern. Jako ist ein schwarzer Terrier-Mischling. Seit Ende Oktober ist das Tier verschwunden. Mandy Bramer hatte Jako 2011 im Luckauer Ortsteil Terpt gekauft. „Vor drei Jahren habe ich mir einen weiteren, größeren Hund zugelegt. Ich wohne in Burg, und in meiner Wohngegend wurde öfters eingebrochen, da wollte ich mich mit einem großen Hund besser schützen. Jako habe ich daraufhin meinen Eltern übergeben“, sagt Mandy Bramer. Der Hund freundet sich schnell mit Bramers Vater Reinhard Kokel und seiner Frau an. Seit dieser Zeit lebt Jako in Raddusch. Für Familie Kokel ist er ein treuer Gefährte. „Meine Eltern leben allein in Raddusch, da ist ein Hund wie ein Kind­ersatz“, sagt die Tochter.

Bis zum 23. Oktober ist die Welt in Ordnung. Was an diesem Tag passiert, fasst Reinhard Kokel in einem Satz zusammen: „An dem Tag wurde mein Hund entführt.“ Was ihn so sicher macht bei der Aussage ist die Tatsache, dass Jako vorab nie weggelaufen sei. „Einen Tag nach dem Verschwinden habe ich überall Bilder in Raddusch angebracht“, so Kokel. Die Familie schaltet sich ein bei der Suche, man hofft auf einen Hinweis. Auch Tochter Bramer sucht nach Jako. Im Internet recherchiert sie ausgiebig auf den Seiten von Tierheimen nach Fundhunden.

Und tatsächlich: Auf dem Facebook-Profil des Tierheims Langengrassau wird Mandy Bramer etwa drei Wochen nach dem Verschwinden des Hundes fündig. „Auf dem Profil war eindeutig Jako zu sehen. Ich habe ihn erkannt an dem weißen Lätzchen im Brustbereich und dem kleinen, weißen Fleck an der Spitze seiner linken Pfote“, so Bramer. Vater und Tochter nehmen Kontakt zum Tierheim auf. Dort zeigt man sich laut Reinhard Kokel alles andere als entgegenkommend. Man hätte den Hund zwar vorübergehend aufgenommen, dann aber weiter verkauft. Für welche Summe, ist unbekannt. Auf Nachfrage von Kokel, wer denn der oder die neuen Besitzer seien, antwortet das Heim laut seiner Aussage: „Dürfen wir Ihnen aus Datenschutzgründen nicht sagen.“

Susann Viol, Vorsitzende vom Tierschutzverein Langengrassau und für das Tierheim zuständig, schildert den Sachverhalt etwas anders: „Herr Kokel hat bisher nur telefonisch Kontakt zu uns aufgenommen, war sehr aufgebracht, aber nie persönlich hier“, so Viol. „Wir haben ihm gesagt, er soll mit einem Foto seines Hundes vorbeikommen und eindeutig nachweisen, dass der Hund, den wir vermittelt haben, tatsächlich sein Hund ist.“ Viol erklärt das Prozedere bei Fundtieren: „Wenn vermisste oder ausgesetzte Tiere aufgegriffen werden, erfolgt eine Information an Ordnungsamt und/oder Polizei. Die Tiere werden dann in das Tierheim eingewiesen. Fotos von ihnen werden veröffentlicht. Wenn sich kein Besitzer meldet, wird das Tier vermittelt.“

Das hat inzwischen auch Mandy Bramer in Erfahrung gebracht, und ergänzt: „Fundtiere müssen an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden, wenn sich diese innerhalb eines halben Jahres nach dem Verschwinden des Tieres beim Tierheim melden.“ Das bestätigt auch Susann Viol. „Aber solange nicht klar ist, dass es wirklich Kokels Hund ist, können wir nichts unternehmen.“ Auf Verdacht gibt sie keine Daten von Besitzern heraus. Sollte sich herausstellen, dass es sich tatsächlich um Kokels Hund handelt, würde das Tierheim den neuen Besitzer kontaktieren und um Rückgabe bitten. Sollte das Tierheim nicht Jako vermittelt haben, wird die Sache schwierig. Denn egal, wer Jako aufgenommen hat – da der Hund nicht gechippt ist, ist ein Rückschluss auf den eigentlichen Besitzer nicht möglich. „Wir können nur an alle Hundebesitzer appellieren: Lasst eure Tiere chippen, dann kann eindeutig bewiesen werden, wem das Tier gehört“, sagt Susann Viol.

Reinhard Kokel bleibt bei der Suche nach seinem Hund hartnäckig, war inzwischen bei der Polizei, hat eine Anwältin um Rat gebeten und die Tierschutzorganisation Tasso kontaktiert. Die sind aber für solche Fälle nicht zuständig, greifen nur ein, wenn Tieren Schaden zugefügt wurde – wie unlängst in Vetschau im Fall des erschossenen Hundes Balu oder der vergifteten Katzen (die RUNDSCHAU berichtete).

Kokel hofft jetzt, dass sich der neue Besitzer vielleicht bei ihm meldet. „Ich bitte von Herzen, meinen Jako an das Tierheim zurückzubringen oder Kontakt zu mir aufzunehmen. Ich würde auch eine Belohnung zahlen“, sagt Kokel. Hinweise nimmt die Familie telefonisch unter 035433/70294 entgegen.