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| 18:02 Uhr

Tierwelt unter Beobachtung
Radduscher Störche im medialen Fokus

Dank schneller Reaktion und der Unterstützung durch die Storchenauffangstation der Familie Heindel konnte das Leben der beiden verbliebenen Küken gerettet werden.
Dank schneller Reaktion und der Unterstützung durch die Storchenauffangstation der Familie Heindel konnte das Leben der beiden verbliebenen Küken gerettet werden. FOTO: Peter Becker
Raddusch. Die zweite Storchenkamera ist in Betrieb und zeigt neueste Aufnahmen der Tiere. Von Peter Becker

Meist geschieht das Online-Beobachten des Brutgeschehenes der Radduscher Störche unbemerkt von den Seitenbetreibern. Erst, wenn Bilder ausbleiben oder sich Dramatisches ereignet, melden sich zahlreiche User in sozialen Netzwerken. Wie eine Strausberger Grundschulklasse, die das Ausbleiben des Altstorches und die Rettung der Küken vor dem Hungertod mit viel Aufmerksamkeit nicht nur im Unterricht, sondern auch aus heimischen Kinderzimmern verfolgte.

Aufmerksame Internetuser haben nun die Storchenfreunde alarmiert. Ohne Webkamera wäre das Drama wohl erst bemerkt worden, wenn die Küken bereits verendet wären. So konnte dank schneller Reaktion und der Unterstützung durch die Storchenauffangstation der Familie Heindel das Leben der beiden verbliebenen Küken gerettet werden. Der Horst ist aber dennoch nicht verwaist, denn Junggesellen nutzen ihn für Zwischenstopps und auch für Übernachtungen. Die Sorge der tausenden Internetnutzer, nun nicht mehr das Brutgeschehen live verfolgen zu können, war für die Radduscher Storchengruppe, für den NABU und den Seitenbetreiber Andreas Rehm Anlass, schnellstens die Berichterstattung aus dem anderen Nest, gegenüber der Kaiserlichen Postagentur, aufzunehmen. Innerhalb weniger Tage wurde auf dem Dach der Agentur mit freundlicher Unterstützung von Daniel Walaschek eine weitere, noch bessere Kamera mit höherer Auflösung, die auch das Lesen der Beringung ermöglicht, installiert. Die Mittel dafür werden über einen Spendenaufruf und durch Eigenanteile des NABU gewonnen. Damit in den wenigen verbleibenden Brutwochen bereits berichtet werden kann, ist der Radduscher Hotelier Torsten Seidel in Vorleistung gegangen. „Das Drama um das Radduscher Nest hat mich sehr berührt“, schrieb User Eberhard Megel ins Forum. „Schön, dass das Küken gerettet werden konnten. Gerne habe ich gerade 100 Euro für eine weitere Kamera gespendet. Wünsche alles Gute für eure so wichtige Arbeit!“

Unter www.storchennest.de findet sich ein Link zur alten und zur Vetschauer Kamera sowie der Spendenaufruf des NABU.