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Radduscher Hafenfest im Wetter-Wechselbad

Allerliebst – die Mädchen und Jungen der Kita Raddusch führen ein kleines Programm zu Saisonbeginn auf.
Allerliebst – die Mädchen und Jungen der Kita Raddusch führen ein kleines Programm zu Saisonbeginn auf. FOTO: P. Becker/peb1
Raddusch. Immer gingen die Augen der Fährleute in Richtung Himmel, als sie das Fest vorbereiteten und sicherheitshalber die Bierzelte besonders fest verzurrten. Doch der Himmel sollte ein Einsehen haben, zumindest zeitweise. peb1

Das seit 1999 jährlich stattfindende Hafenfest gipfelt stets in der Rudelübergabe durch den Heimat- und Trachtenverein an den Vorsitzenden der Kahnfährgemeinschaft. Diese Übergabe symbolisiert den Saisonbeginn und vollzieht nach, was praktisch schon längst in die Gänge gekommen ist, denn Kahn gefahren wird, wenn Bedarf ist. Dies ist dennoch Anlass genug, jährlich in der Naturkulisse des Radduscher Hafens ein Fest zu feiern. In diesem Jahr mit den nagelneuen Brücken, die durch ihre Optik wirken und ein altes Problem gelöst haben.

Eröffnet wurde das Fest durch den Auftritt der Radduscher Kita-Kinder. Die Kleinen kommen im Kahn stehend zum Auftrittsort, sicher gestakt vom Boblitzer "Gendarmen" Harry Lierka. In ihrer Kindertracht sind sie ein Hingucker, besonders dann, wenn sie wendische Lieder und Tänze vortragen. Mit viel Beifall bedacht, verließen sie noch trockenen Fußes die Bühne. Nach ihnen traten die "Rope Skippings" aus Straupitz auf. Unter Leitung von Manfred Mörl zeigten die Mädchen Seilspringen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch der nachfolgende Auftritt des Radduscher Heimat- und Trachtenvereins ging problemlos vonstatten, wenn auch am Ende wieder der Regen einsetzte. Aber pünktlich zur Rudelübergabe durch Stephanie Buchan an Detlef Mecke schien die Sonne durch die Wolken. Zur allgemeinen Erheiterung der mehrere Hundert Besucher genau in dem Moment, als die Vereinsvorsitzende des Heimat- und Trachtenvereins den Fährleuten stets "gutes Wetter" wünschte. Der Radduscher Ortschronist Manfred Kliche führte durch das Programm. Er erläuterte Zuschauern das traditionelle Leben im Spreewald und besonders in Raddusch. Unter den Mitgliedern des Traditionsvereins befinden sich viele junge Mädchen. Unter ihnen die beiden Schwestern Lea (14) und Elissa Müller (10). Beide sind seit den Kindergartentagen dabei. "Unsere Oma Elli Müller näht uns immer die passende Tracht, weil wir ja immer noch wachsen", erzählte Lea Müller. Beide haben ihre Lieblingstänze. "Für mich ist das der Wechselrheinländer, weil wir da ständig, wie der Name sagt, den Partner wechseln können", ergänzte sie noch. Nach dem Auftritt der Radduscher kam die Lausitzer Oldstyle Company. Die Straupitzerin Gisela Liebsch moderierte diesmal. Sie hätte lieber wie gewohnt mitgetanzt, aber ein kürzlich erlittener Armbruch zwang sie zum Pausieren. "Wir treffen uns fast jede Woche zum Üben und das seit zehn Jahren. Schon in zwei Wochen kann man uns wieder in Aktion erleben als Tanz- und Flanierformation in Branitz", erzählte sie.

Ein Tennisverein aus Nünchritz war gerade von einer Kahnfahrt mit Fährmann Florian Müller zurückgekommen und mischte sich unter die Besucher. "Meine Vereinsfreunde haben mir diesen Ausflug zum 60. Geburtstag geschenkt. Wir sind im Radduscher Hotel untergekommen. Durch dieses Fest erfährt mein Geburtstagsgeschenk einen großen Gewinn", erzählte Jubilar Andreas Lungwitz." Die Gruppe feierte mit den Radduschern und tanzte nach der Musik der Goyatzer Blasmusikanten - bis doch noch Regen mit zentimetergroßen Hagelkörnern einsetzte. Doch die Fährleute hatten Zelte aufgestellt.