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Raddusch wird zur Erntefestmeile

Raddusch aus der Vogelperspektive. Auf der großen Fläche zwischen Bahnhof und Wohnblock wird die erste Bühne stehen.
Raddusch aus der Vogelperspektive. Auf der großen Fläche zwischen Bahnhof und Wohnblock wird die erste Bühne stehen. FOTO: H. Neumann/hnn1
Raddusch. Am 9. und 10. September wird Raddusch zur Insel, zur Landeserntefest-Insel. Zwischen 9 und 19 Uhr dürfen dort keine Fahrzeuge unterwegs sein. Müssen Radduscher außerhalb dieser Zeiten mit ihrem Auto fahren, brauchen sie eine Genehmigung, die sie bei der Stadt beantragen können. Hannelore Kuschy

Bis dahin organisieren rund 50 Leute in acht Arbeitsgruppen dieses Riesenfest, zu dem Tausende Besucher erwartet werden. Auf drei Bühnen spielen sich bunte Programme ab. Die Festwiese am Bahnhof ist dafür schon mehrmals gewalzt worden. Dahinter wird das Schaupflügen stattfinden, außerdem ernten dort Bauern nach historischem Vorbild Kartoffeln. Gesteckt sind sie längst. Die Hauptbühne steht auf dem Dorfplatz, die Hafenbühne, na klar, auf der kleinen Halbinsel am Hafen. Allesamt werden sie durch Händler und Handwerkerstände verbunden sein und eine Art Meile bilden. Im Hafen selbst werden bei einer großen Kinderfreizeit Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung mit Kindern Nistkästen bauen. Und die Heimatstube, die übers Jahr von Radduscher Senioren betreut wird, lädt ebenfalls ein.

"Viele Höfe werden öffnen", sagt Franziska Riemann, die alle Fäden für das Fest in den Händen hält. Neben Familie Beesk, einem Imker, Schmiedemeister Klinkmüller wird auch Familie Jank in der Dorfmitte auf ihren Hof einladen. "Von meiner Oma habe ich noch alte Pflüge, eine Tippelmaschine zum Möhren aussäen, eine Zentrifuge zum Butter machen und eine alte Dezimalwaage zum Getreide abwiegen", erzählt Brigitte Jank. All das wolle sie für die Besucher ausstellen. "Und mein Mann wird noch einen Heuschober bauen", ergänzt sie. Das Heu dafür liefere ihnen ein Landwirt aus dem Dorf. Außerdem machen Janks Platz für viele Kleintiere, die von Kleinzierzüchtern ausgestellt werden.

Musikalisch und sogar modisch hat das Erntefest allerhand zu bieten. Das brandenburgische Polizeiorchester wird aufspielen, ein Helene-Fischer- und ein Roland-Kaiser-Double unterhalten die Gäste. Die Lübbenauer Designerin Sarah Gwiszcz schickt ihre Wurlawy-Models über den Laufsteg, und Franziska Ast, die in Raddusch eine Alpakafinca betreibt, zeigt Modisches aus Alpakawolle.

Auch Kunst wird beim Landeserntefest gezeigt. Einen kleinen Vorgeschmack darauf wird es bereits am Samstag, 1. Juli, geben. An diesem Tag eröffnet der Kunstverein Raddusch die Kunstscheune hinter der Vila Radus. Verbunden damit ist die erste Ausstellung. Wie Vereinsvorsitzender Matthias Nevoigt mitteilt, konnte der Verein Anja Bogot, Simone Brüggemann-Riemer, Siegfried Engelmann als Kurator, Bernhard Gowinkowski, Petra Gwosch, Waltraud Kolauschek, Dietrich Lusici, Helmut-Friedel Schulze und Malgorzata Suwalski als Künstler gewinnen. Einige Künstler haben sich bereits ihre Ausstellungsflächen ausgesucht.