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| 17:44 Uhr

Neues Konzept in kaiserlicher Postagentur vorgestellt
Raddusch wird essbares Dorf

Sebastian Zoepp (li.) stellt im Saal der kaiserlichen Postagentur in Raddusch die Konzeptidee vor.
Sebastian Zoepp (li.) stellt im Saal der kaiserlichen Postagentur in Raddusch die Konzeptidee vor. FOTO: Peter Becker
Vetschau/Raddusch. Sebastian Zoepp stellt neues Konzept vor. Workshops und erste Baumaßnahmen in Planung. Von Peter Becker

Im Saal der ehemaligen und jetzt wieder so genannten kaiserlichen Postagentur im Vetschauer Ortsteil Raddusch haben sich Ende der vergangenen Woche interessierte Radduscher getroffen, um sich über das Projekt „essbares Dorf“ zu informieren.

Doch bevor es dazu kam, richteten sich die Blicke der Radduscher erst einmal in den Saal, der nach Jahrzehnten aus dem Dornröschenschlaf geholt wurde. Er ist beräumt worden und wartet nun auf die Sanierung. Viele, fast alle Anwesenden, kennen den Saal nicht von innen und waren von dem ihm immer noch innewohnenden Charme der Zwanziger Jahre sehr beeindruckt. Neues junges Leben ist in das lange leerstehende Haus in der Radduscher Dorfstraße eingezogen, frischer Wind kam ins Dorf.

Sebastian Zoepp, der in den eben fertiggestellten Räumlichkeiten des Hauses mit seiner Spreeakademie ein Büro hat, stellte das Konzept vom essbaren Dorf vor. „Raddusch ist auf dem Weg zum touristischen Highlight im Spreewald. Der daraus entstehende Entwicklungsdruck erfordert neue Konzepte und neue Ideen“, so Zoepp, der zuvor in Burg für die Spreescouts arbeitete.

„Eine Möglichkeit wäre das Projekt ‚QuerBeet – essbares Dorf‘. Es ist nicht neu, aber in anderen Regionen sehr erfolgreich“, erläuterte er den etwa 20 Radduschern. Die Idee ist, dass sich Paten finden und Hochbeete betreuen, die über die Ortslage verteilt sind. Urlauber könnten sich kostenlos oder über eine Kasse des Vertrauens bedienen. Sogar an integrierte Sitzbänke ist gedacht, um die ansonsten oft nur Durchradelnden zum Verweilen im Ort einzuladen. „Vielleicht können wir auch eine Handyladestation anbieten und einen kostenlosen Internet-Hotspot ermöglichen“, entwickelte Sebastian Zoepp die Idee weiter.

Der Radduscher Sportverein und der Kunstverein haben sich der Projektidee bereits verschrieben. Schon in den nächsten Tagen und Wochen soll es weitere Workshops und auch schon erste Baumaßnahmen geben. „Höhepunkt und vorläufiger Abschluss der Testphase könnte im nächsten Jahr ein Kunst-Koch-Workshop sein. Wir wollen Erfahrungen austauschen und weitere Umsetzungsideen diskutieren“, so Zoepp.

Am Ende der Veranstaltung trug sich ein Drittel der Anwesenden in die aushängende Liste ein. Sie stellen Flächen vorm Haus zur Verfügung und wollen ein oder mehrere Hochbeete betreuen.

Am 11. November treffen sich Akteure und Mitmachwillige um 14 Uhr in der Sport- und Kulturscheune Raddusch zu einem Planungs-Workshop für den Bau der Hochbeete. Beim Workshop werden auch Freiwillige des FabLab Cottbus e.V. dabei sein, die ihr technisches Know-How in die Fertigung der Hochbeete einbringen werden. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt, interessierte Bürger sind eingeladen.