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| 15:37 Uhr

Tor zum Spreewald
Raddusch plant neue Ortseinfahrt

Ein ziemlicher Schilder-Wildwuchs an der L 49 zwischen Vetschau/Göritz und dem Abzweig nach Raddusch. Wie kann die Ortseinfahrt künftig attraktiver werden?
Ein ziemlicher Schilder-Wildwuchs an der L 49 zwischen Vetschau/Göritz und dem Abzweig nach Raddusch. Wie kann die Ortseinfahrt künftig attraktiver werden? FOTO: Rüdiger Hofmann
Vetschau/Raddusch. Mehrere Varianten im Tourismusverein des Dorfes diskutiert. Ein Ideenwettbewerb soll helfen. Von Rüdiger Hofmann

Fährt man auf der L 49 von Vetschau Göritz Richtung Lübbenau, kommt man am Abzweig nach Raddusch vorbei. Dort wird man empfangen von mehreren Schildern, die einen entweder zur Slawenburg, in den Ort Raddusch oder direkt zum Spreewaldhafen Raddusch lotsen. Hinzu kommt ein bereits in die Jahre gekommener Kahn aus Holz. „Das wirkt alles etwas unkoordiniert. Was uns fehlt, ist ein echter optisch ansprechender Hingucker, der die Leute auch veranlasst, in den Ort hineinzufahren“, sagt Peter Becker, Vorsitzender des Tourismusvereins Raddusch und Umgebung. „Besucher der Slawenburg kommen nicht zwangsläufig auch nach Raddusch“, pflichtet ihm Vorstandsmitglied Undine Ast bei. Auf der jüngsten Sitzung des Vereins entbrannte eine heiße Diskussion, wie die Einfahrt der Ortslage und die damit verbundene Begrüßungssituation deutlich verbessert werden kann.

Eine erste Idee: Ein provozierendes Kunstwerk, groß, in Kooperation mit dem ortsansässigen Kunstverein und dem Maler Dietrich Lusici. Auf der Freifläche nahe des alten Spreewald-Kahns soll ein überdimensionierter Stuhl mit einem Ei auf der Sitzfläche aufgestellt werden. Parallelen zu Vincent van Goghs „Stuhl mit Pfeife“ von 1888 sind unverkennbar. „Der Stuhl steht für den Bestand, für Geborgenheit, für Stabilität. Und das Ei für die Geburt, für Nachwuchs, für einen Neuanfang“, erklärt Peter Becker den Sinn des angedachten Objekts. „Doch was hat das mit dem Spreewald und vor allem mit Raddusch zu tun?“, werden Fragen von einigen Vereinsmitgliedern laut, die den Stuhl vor allem mit einem Möbeldiscounter verbinden.

Eine zweite Idee: Ein überdimensionierter Schrank mit offenen Türen, die den Blick freilegen auf ein großes Spreewaldbild. In Anlehnung an die Begrifflichkeit „das Tor zum Spreewald“. „Damit wären wir näher an der Region“, so eine Stimme aus dem Tourismusausschuss.

Eine dritte Idee: Einen Rundweg starten mit einem Symbol, das an der Ortseinfahrt erstmals platziert wird, und dann an den unterschiedlichsten Plätzen in Raddusch wieder auftaucht. „San Francisco hatte beispielsweise mal viele Herzen in der Stadt verteilt“, sagt Franziska Riemann von der Stadtverwaltung Vetschau. Hinter der Aktion „Hearts in San Francisco“ verbargen sich vor einigen Jahren 130 anderthalb Meter hohe Herzen, die frische Farben und mehr Herzlichkeit auf die Bürgersteige, Plätze und Straßenecken bringen sollten. Entworfen wurden die Herzen von lokalen Künstlern.

„Wir müssen wissen, dass wir doch letztlich keinen Massentourismus wollen, sondern eher auf Ruhe und Entspannung setzen“, sagt Frank Petzold von der Radduscher Buschmühle. Ihm sei wichtig, das geplante Kunstwerk an der Ortslage an den Bedürfnissen der Touristen auszurichten.

Eigentümer der Freifläche an der Ortseinfahrt ist derzeit die Stadt Vetschau. „Wir sind für alle Ideen offen, aber natürlich muss es bezahlbar sein“, sagt Franziska Riemann, die im Tourismusverein die Vetschauer Interessen vertritt. Und der Vereinschef? Der würde am liebsten einen Ideenwettbewerb ausrufen. „Wer etwas Pfiffiges auf Lager hat, soll sich bei uns im Verein oder generell in Raddusch melden“, sagt Peter Becker.