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Dorfwettbewerbs-Sieger
Raddusch ist das Dorf mit Zukunft

Titelfoto des Bildbands Radduscher Landeserntefest
Titelfoto des Bildbands Radduscher Landeserntefest FOTO: Becker / Becker Peter
Raddusch. Große Freude im knapp 700 Einwohner zählenden Ort über 1. Platz im Kreiswettbewerb.

Zum sechsten Mal dabei, hat es schon zum zweiten Mal geklappt – Raddusch mit seinen 698 Einwohnern ist Sieger beim 10. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geworden. „Es ist der aktivste Ortsteil von Vetschau“, schätzt Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) ein. Das Dorf hat sich gegen acht Mitstreiter behauptet. Mit auf dem Treppchen standen als Zweiter Muckwar und Dörrwalde als Dritter. Zu den ersten Gratulanten während der Kreistagssitzung in Lauchhammer gehörten neben der Kreistagsvorsitzenden Martina Gregor-Ness Landrat Siegurd Heinze (parteilos) und Lothar Piotrowski, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Niederlausitz. Per Videobotschaft gratulierte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Der Ausrichter des Landeserntefestes im September hatte die Jury in vielfacher Hinsicht überzeugt. Für die Erzieherinnen und Kinder der zweisprachigen Kita „Marjana Domaskojc“ gehören wendische Bräuche und Traditionen sowie die wendische Sprache zum Alltag. Das Spreewalddorf mit seinem Naturhafen fördert den sanften Tourismus und entwickelt dazu außergewöhnliche Angebote. In der Scheune an der Alten Backstube stellen Künstler der Region ihre Werke aus. Eröffnet wurde die Kunstscheune im Juli dieses Jahres. Aus einem weniger erfreulichen Grund hat sich die Bürgerinitiative Haltepunkt Raddusch gegründet, die zeigt, dass die Radduscher, wenn es darauf ankommt, auch auf die Barrikaden gehen. Sie geben den RE 2-Halt nicht auf. Schließlich wird ihr Dorf von vielen Touristen besucht und hat deshalb auch mehr Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen.

Nach 2011 ist es der zweite Wettbewerbssieg für die Radduscher, die sich damit für den Landeswettbewerb qualifiziert haben. Die Freude darüber ist bei Ortsvorsteher Ulrich Lagemann und seinen Mitstreitern groß. „Damit werden unsere Arbeit in den zurückliegenden Jahren und die Entwicklung von Raddusch gewürdigt“, sagt das Oberhaupt des Dorfes. Umso wichtiger sei für ihn, dass sich die Radduscher weiter für den RE 2-Halt im Ort einsetzen. Auffällig sei, so Lagemann weiter, dass viele Private in der Vergangenheit investiert hätten. Und der Tourismusverein – was der geleistet habe, sei enorm. Sein Vorsitzender Peter Becker, der vom Wettbewerbssieg zufällig erfahren hat, weiß das nur zu gut. Der Libellenpark am Hafen, der historische Rundwanderweg und einiges mehr stehen für das Engagement der Vereinsmitglieder. „Ich freue mich über den ersten Platz, der aber auch wieder Verpflichtung ist“,  so sieht es der Vorsitzende.

Für ein reges Miteinander im Ort setzt sich auch der rund 75 Mitglieder zählende Heimat- und Trachtenverein um Stephanie Buchan ein. Dank seiner Initiative gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren die Heimatstube. Radduscher Rentner unterstützen den Verein und sorgen mit dafür, dass dieses Kleinod im Sommer und Herbst an mehreren Tagen in der Woche geöffnet werden kann. Ortschronist Manfred Kliche ist eine Institution im Dorf und führt Besucher über den historischen Rundwanderweg und zur Heimatstube. „Im Verein haben wir eine Jugendtanzgruppe, die inzwischen bei vielen Veranstaltungen im Spreewald Traditionen, Bräuche und die Radduscher Trachten vorstellt“, erzählt Stephanie Buchan. Zum achten Mal werde es 2018 einen Trachtenumzug geben und auch das kleinste Museum der Welt im Trafohäuschen werde immer wieder aktuell ausgestaltet.

Neben dem Preisgeld von 3000 Euro kann sich Raddusch auch über ein Schild mit der Aufschrift „Sieger des 10. Kreiswettbewerbs 2017 Unser Dorf hat Zukunft Landkreis Oberspreewald-Lausitz“ freuen, das sicher bald das alte ablösen wird.