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Raddusch feiert Erntefest

Abtauchen in alte Zeiten: Das ehemalige Dreschhandwerk mit den entsprechenden Materialien wurde in einer speziellen Vorführung präsentiert.
Abtauchen in alte Zeiten: Das ehemalige Dreschhandwerk mit den entsprechenden Materialien wurde in einer speziellen Vorführung präsentiert. FOTO: Rüdiger Hofmann
Raddusch. Erntekrone, neue Königin und offene Höfe: Am Wochenende wurde der kleine Ort zum Schauplatz des 14. Brandenburger Dorf- und Erntefestes. Rüdiger Hofmann

Rund 30 000 Besucher sind trotz wechselhaften Wetters am Wochenende auf das Festgelände nach Raddusch (Oberspreewald-Lausitz) geströmt. Agrar-Betriebe zeigten ihre Höfe und den Besuchern, wie etwa Milch oder Schnitzel in die Geschäfte kommen oder wie früher das Dreschhandwerk ausgeübt wurde. Sarah Gwiszcz präsentierte mit ihren Models sorben- und wendentypische Kleidung in einer Modenschau. Auf den Bühnen sorgte unter anderem Vivien für gute Stimmung.

Höhepunkt war die Krönung der neuen brandenburgischen Landeserntekönigin: Die 18-jährige Sarah Rodig aus Kasel-Golzig (Ortsteil Jetsch) setzte sich am Ende durch. Sie folgt auf Anne Schubert aus Kerkow, die das Amt zwei Jahre ausgeübt hatte. Die neue Königin macht derzeit eine Ausbildung zur Landwirtin mit Abitur. Sie arbeitet in der Milchgut Görlsdorf GmbH (Landkreis Dahme-Spreewald). Die Auszeichnung nahmen Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) und Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, vor.

Auch die schönsten Erntekronen wurden prämiert. Die Plätze 1 und 2 gingen in die Gemeinde Luckaitztal (Landkreis Oberspreewald-Lausitz), der dritte Platz an den Traditionsverein Boblitz. 17 Erntekronen wetteiferten um den Sieg.

Am Samstag stand der große Festumzug auf dem Programm. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte, auf dem Fest werde "modernes Landleben, das so urtypisch ist für den Charakter unserer Brandenburger Heimat, präsentiert." Mit Blick auf das Angebot an regionalen Produkten sagte Woidke: "Auch wenn es den einen oder anderen Euro mehr kostet, müssen wir weg von der Billig-Mentalität. Geiz war gestern geil. Heute gilt: Regional ist optimal."

Wegen widriger Witterungsbedingungen mussten Brandenburgs Landwirte dieses Jahr große Ernteausfälle verkraften. Sie rechnen im Getreide- und Rapsbereich mit rund 45 Millionen Euro weniger Erlös als im Vorjahr. Auch für die Obstbetriebe war es wegen starkem Frost im Frühjahr ein mageres Jahr.