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| 12:32 Uhr

Niederländischer Investor plant Pilzzucht in Raddusch
Spreewald-Champignons auf fast 4000 Quadtrametern

 Noch nicht genutztes Grundstück im Radduscher Gewerbegebiet in der Lindenstraße 13. 70 mal 55 Meter groß soll die Fertigungshalle werden.
Noch nicht genutztes Grundstück im Radduscher Gewerbegebiet in der Lindenstraße 13. 70 mal 55 Meter groß soll die Fertigungshalle werden. FOTO: LR/3drenderings/shutterstock.com / Daniel Preikschat3drenderings/sh
Raddusch. Im Gewerbegebiet von Raddusch will ein niederländischer Investor im nächsten Jahr eine Pilzzuchtanlage in Betrieb nehmen. Für die Standortwahl gibt es gute Gründe. Von Daniel Preikschat

Es sieht so aus, als bekämen Droge Bau, Peitzer Edelfisch und Spreewälder Bedachungsmaterial-Handels GmbH bald einen Nachbarn. Die Spreewald-Pilz-Park GmbH will sich ebenfalls im Gewerbegebiet des Vetschauer Ortsteils Raddusch niederlassen. In einer Betriebsstätte im Lindenweg sollen ab dem nächsten Jahr Bio-Champignons unter der Dachmarke Spreewald für Discounter und Supermärkte in der Region gezüchtet werden. Das zumindest teilt Martin Dust vom Architekturbüro Dust im niedersächsischen Gronau auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Das Büro koordiniere das Projekt für einen niederländischen Betreiber der Pilzzuchtanlage, der bereits vieler solcher Anlagen errichtet hat und mit den Betriebsprozessen sehr vertraut ist.

Wie Martin Dust weiter informiert, werden für die Zucht regionale Komposte verwendet. In einer teilweise automatisierten Anlage müssen die Champignons manuell nur noch geerntet und verpackt werden. Der Betreiber rechne mit etwa 25 Arbeitsplätzen, die entstehen. Gebraucht werden vorwiegend Erntehelfer, aber auch Handelsfachpacker und Maschinentechniker. Acht bis zehn Lkw in der Woche, so kalkuliert der Betreiber, werden die Pilzzuchtanlage verlassen.

Spreewald als Marke

In einem 70 mal 55 Meter großen Gebäude sind Zuchträume, Warenannahme, Ernteraum, Versandraum und Sozialräume untergebracht, so Dust. Die Bauteile sind teils vorgefertigt, teils werden sie erst vor Ort hergestellt. Der Planer weist weiter auf die Umweltverträglichkeit der Anlage hin: Wasser und Sonne sollen vor Ort für den Produktionsprozess genutzt, verbrauchte Substrate recycelt werden. Den Firmenstandort Raddusch hat der Investor wegen des Markennamens Spreewald ausgewählt, er genieße bundesweit einen guten Ruf. Für Bio-Champignons gebe es schon heute eine große Nachfrage. Auch die Autobahnnähe sei ein Vorteil.

 Spreewald Pilzpark
Spreewald Pilzpark FOTO: Architekturbüro Martin Dust

Bisher lässt der Bebauungsplan für das Radduscher Gewerbegebiet zwar nur Gebäude von bis zu 50 Metern Größe zu. Doch im Wirtschaftsausschuss wurde kürzlich bereits befürwortet, den B-Plan entsprechend zu ändern. Der Ausschussvorsitzende Hagen Banusch (CDU) nannte das Projekt „eine tolle Sache“. Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) wertet es als gutes Zeichen, dass die Niederländer bereits eine Spreewald-Pilz-Park GmbH mit Sitz in Vetschau gegründet haben und es folglich ernst meinen dürften. Auch auf den sachkundigen Einwohner Daniel Graf macht das Vorhaben „einen vernünftigen Eindruck“.

Informationsbedarf bei Vetschauern vorhanden

Martin Minde und Bernd Pumpa indes, beide ebenfalls sachkundige Bürger, meldeten noch Informationsbedarf an. Interessant wären beispielsweise Umsatzgröße des Unternehmens und Investitionssumme. Auch darüber, wie das Unternehmen eine umweltfreundliche Produktion in Raddusch ohne Chemieeinsatz gewährleisten will, würde man gern mehr erfahren. Woraufhin Bürgermeister Kanzler anbot, Investor und Planer zu einer Informationsrunde in Vetschau einzuladen. Grundsätzlich begrüße die Stadt Vetschau jegliche gewerbliche Ansiedlung in dem Gewerbegebiet, wie auch in der Beschlussvorlage nachzulesen ist. Pilze würden den Frischemarkt bereichern, insbesondere unter der Dachmarke Spreewald.