(uhd) Sichtlich stolz ist Mike Domehl, als er mit seinem Deutz auf den Hof des Calauer Futtermittel und Bauernmarktes rollt. Vor genau 40 Jahren ist sein Traktor gebaut worden, den er sich in diesem Jahr zugelegt hat. „Aus Vreden haben wir den geholt“, erzählt er. Schon bald stand für den Calauer aus dem Stadtteil Altnau fest, beim diesjährigen Herbst- und Hoffest am Traktorenwettbewerb mit Trecker-Parade teilzunehmen.

Eine von vielen Attraktionen beim Fest rund um das Thema Landwirtschaft. „Wir machen das auch, um die Leute für unsere Arbeit zu sensibilisieren“, erklärt Marcus Lein von der veranstaltenden bäuerlichen Produktionsgemeinschaft Calau GmbH. „Im Idealfall mischen sich Jugendliche unter die Besucher, die sich einen Job in unserem Betrieb vorstellen können.“ Wer Lust hatte, durfte sogar als Traktor-Sozius mit zum Mais-Häckseln aufs Feld fahren. PS-starke Motoren tuckern unter der Haube, die Mike Domehl Respekt einflößen. „Ich bin schon mit den 40 PS meines Deutz-Traktors zufrieden“, gesteht er.

Bei den Motocross-Maschinen, die über den benachbarten Stoppelacker düsen, sind 40 PS keine Seltenheit. Zum vierten Mal hat der Moto X Buckow e.V. nach Calau gerufen. „180 Starter sind unserer Einladung gefolgt“, teilt Torsten Abt mit. Er ist Vorsitzender der Calauer Motorsportgilde, die einen 1,9 Kilometer langen Stoppelcross-Kurs abgesteckt hat. Für Motocrosser im Alter von sieben bis 57 Jahren, von denen viele in der Hobby-Klasse starten. „Klar wollen die Teilnehmer auch bei unseren Läufen vorne landen, im Fokus steht aber der Spaß am Motocross“, stellt der Vereinschef klar. Die gelebte familiäre Atmosphäre habe große Außenwirkung. Unterstützer, so Abt, klopften an und boten Zuwendungen an.

„Eine Top-Veranstaltung. Gut durchorganisiert. Daumen hoch“, bestätigt Marco Stolle, Vizepräsident des Kinder-Motorsportvereins Hohenprießnitz nahe Bad Düben. Man war bereits 2018 zu Gast und versprach, dieses Jahr zurückzukehren. Bernd Mlosch zeigt sich beeindruckt vom Fahrkönnen der Piloten. „Die legen sich in die Kurven wie Seitenwagen-Fahrer“, kommentiert der Calauer. An die PS-Zahl des „heißen Ofens“ von Fred Rinza kommt am Samstag jedoch keiner heran. „Rund 400 PS“, beziffert er die Leistung, die für 400 Portionen Suppe steht. Rinza ist Schlosser in der bäuerlichen Produktionsgemeinschaft Calau, der Dienst an der Feldküche schiebt. Serviert wird Erbsensuppe mit Bockwurst. „Ein Klassiker, der immer geht.“