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Q-Stadt
Q-Stadt Lübbenau ist „Top of Deutschland“

Lübbenau. Die Lübbenauer Stadtmarketing-AG will dem Viertelkonzept 2018 neues Leben einhauchen. Und sie entwickelt Ideen für „Fontane 200“.

23 Q-Städte gibt es derzeit in Deutschland, davon liegen acht im Bundesland Brandenburg. Aber keine andere Stadt deutschlandweit hat so viele Q-Betriebe wie Lübbenau/Spreewald.

„Um sich Q-Stadt nennen zu können, müssen 15 Betriebe mit dem Gütesiegel Servicequalität Deutschland zertifiziert sein“, erklärt Birgit Tanner vom Schloss Lübbenau. Die Hotelleiterin hat sich gemeinsam mit Stefanie Winter von der Spreewald-Touristinformation für den Q-Stadt-Titel stark gemacht. „Wir sind total stolz mit aktuell 30 Q-Betrieben in Lübbenau „Top of Deutschland“ zu sein“, freut sich Birgit Tanner.

Lübbenau wäre nicht an diesem Punkt angekommen, wenn es nicht permanent nach Verbesserungen strebe. In diesem Sinne griffen die Mitglieder der Stadtmarketingrunde in ihrer jüngsten Sitzung einige der festgeschriebenen Strategien aus dem Prozess des Service Qs wieder auf: „Elf Viertel sind ein Ganzes“ – unter diesem Slogan hat die Arbeitsgruppe vor einigen Jahren das Lübbenauer Viertelkonzept initiiert. Die Namen der Viertel auf stählernen Heuschobern zeigen Gästen und Einwohnern die Vielfalt der Spreewaldstadt.

In extra dafür aufgelegten Broschüren werden die einzelnen Quartiere wie Hafenviertel, Grüner Stadtumbau, Spreeweltenviertel, Schlossbezirk oder Bahnhofsviertel vorgestellt.

„Wir merken jedoch, dass dieses Konzept nicht von allen Lübbenauern gelebt wird. Manche können mit den Vierteln noch nichts anfangen“, fasst Birgit Tanner bei der Beratung der AG die ihr zugetragenen Aussagen zusammen. Die Mitglieder der AG sind sich daher einig, das Thema Viertelkonzept in 2018 erneut angehen zu wollen, um ihm „neues Leben einzuhauchen“.

Ein attraktiver Arbeitsstandort zu sein, das hat Lübbenau in seine Servicestandards gleichermaßen verankert. Zu diesem Thema wünschen sich die Stadtmarketingexperten ebenfalls offensivere Bemühungen, die von den Arbeitskräften positiv wahrgenommen werden.

„Eine Art Vorqualifizierung für Jugendliche oder Berufseinsteiger wäre denkbar. Gerade im Bereich der Gastronomie könnten jene innerhalb weniger Wochen grundlegende Sachen lernen. Die Teilnahme müsste ihnen mit einem Zertifikat bestätigt werden“, schlägt Bürgermeister Helmut Wenzel vor. Bei Bewerbung um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz wüssten die Unternehmer anhand der erworbenen Mini-Qualifikation schon um die Mindestkompetenzen der Arbeitsuchenden. Das würde den Einstieg auf beiden Seiten erleichtern.

Im nächsten Jahr wolle man, zusammen mit den örtlichen Gastronomen das Thema angehen. Dazu gehöre auch eine musterhafte Willkommens-Kultur für Neu-Lübbenauer.

„Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine ausgewogene Work-Life-Balance die Attraktivität eines Arbeitsstandortes beeinflusst“, erklärt Felix Herle. Der Professor von der Hochschule Bremen begleitet die Stadtmarketingrunde als externer Moderator. Er könnte sich eine App für Lübbenau vorstellen, die Zugezogenen die ersten Wochen mit den da anfallenden bürokratischen Wegen vereinfacht.

Wege durch den Spreewald führten auch Theodor Fontane bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. 2019 feiert das Land Brandenburg dessen 200. Geburtstag. „Schon jetzt sammeln wir Ideen für Veranstaltungen, die wir dem Anlass entsprechend hier in Lübbenau durchführen wollen“, so Christina Balke, Vorsitzende des Spreewald-Touristinformation Lübbenau e. V..

Spontan wurden von den Anwesenden Kutschfahrten, musikalische Unterhaltungen, Fahrrad- und Wandertouren sowie alte Filme als Ansätze genannt. Vertiefen werde man diese schnellstmöglich. „Die Werbung für das Sonderthema ,Fontane.200’ muss ab Frühjahr 2018 laufen“, erinnert Christina Balke an das knappe Zeitfenster.

Ganz oben auf der Agenda der Gruppe „Wir für Lübbenau“ für 2018 steht die Entwicklung eines neuen Marketingkonzeptes für das Sommerhalbjahr.

(dh)