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| 15:11 Uhr

Baumaßnahmen und Gestaltungsmöglichkeiten in Vetschau
Provokantes auf Vetschauer Kreisel

 Das sind nur einige der Gestaltungsoptionen, wie sie andere Kommunen umgesetzt haben. Auch Lichtinstallationen sind denkbar.
Das sind nur einige der Gestaltungsoptionen, wie sie andere Kommunen umgesetzt haben. Auch Lichtinstallationen sind denkbar. FOTO: Grafik MKS Architekten Ingenieur
Vetschau. Werkstattverfahren mit Ingenieurbüro, Stadt und Bürgern zur Gestaltung der Kreisverkehre geht weiter. Dabei gibt es auch skurrile Vorschläge. Was ist sinnvoll, und was ist bezahlbar? Von Rüdiger Hofmann

Kunst im öffentlichen Raum: Für die Gestaltung des Kreisverkehrs an der Calauer Kreuzung soll künftig vor allem der Besucher der Stadt angesprochen werden. Das kann durch ein provozierendes Kunstwerk erreicht werden. Diese und weitere Ideen wurden im jüngsten Arbeitsgruppentreffen zwischen der MKS Architekten Ingenieure GmbH, Verwaltung und Bürgern für die Gestaltung der Kreisverkehre am Hospizplatz, am Griebenowpark, im Vetschauer Osten und an der Calauer Kreuzung diskutiert.

„Man könnte den Kontakt zu einem renommierten Künstler oder zu Sponsoren aufnehmen, um Mittel zu finden, den Kreisverkehr so zu gestalten, dass er auch medial eine große Fernwirkung hat“, schlägt eine Teilnehmerin vor. Ein künstlerisches Alleinstellungsmerkmal also, das helfen soll, die Innenstadt zu beleben. Allen Beteiligten ist klar, dass die Stadt diese Idee nicht mit kommunalen Mitteln stemmen kann.

Die Runde zeigt sich zwiegespalten: Einerseits könne provozierende Kunst im öffentlichen Raum zur Ablenkung führen. Andererseits kann einer zunehmenden Innenstadtverödung entgegengewirkt werden. „Wenn die Chance besteht, den Kreisverkehrsplatz mit einem renommierten Künstler zu gestalten, sollte dieser Ansatz weiter verfolgt werden“, sagt die Verwaltung. Die Ideengeberin will sich daher nun mit Künstlern und Sponsoren in Verbindung setzen. Eine Lösung soll im Rahmen des Budgets der Stadt Vetschau erfolgen.

„Parallel dazu werde man für die anderen innerstädtischen Kreisverkehrsplätze einfache, auch temporäre Gestaltungskonzepte erarbeiten und die Bevölkerung in die Prozesse einbinden“, dokumentiert das Planungsbüro. Bepflanzungen, Wasserbrunnen, Skulpturen oder Wappen – aus dem Workshop wird ein moderierter Stadtgestaltungsprozess entwickelt.

Dabei sind Grundregeln zu beachten: Kreisinseln sind so zu gestalten, dass sie im Regelbetrieb nicht überfahren werden können. Eine frühzeitige Erkennbarkeit beim Heranfahren ist sicherzustellen. Der Blick des Fahrers soll beim Befahren des Kreisverkehrs nach rechts orientiert bleiben (Zufahrt, querende Radfahrer und Fußgänger) und nicht durch eine auffällige Kreisinselgestaltung abgelenkt werden. Bewegliche Elemente oder Wechselilluminationen sind nicht erlaubt. Oberflächen müssen blendfrei sein. Vom Material her ist alles möglich, was wetterbeständig ist.

Was die Projektkosten anbelangt, zeigen Beispiele aus anderen Kommunen, dass man sich zwischen 10 000 Euro im Fall von LED-Kreisen bis zu 170 000 Euro im Fall von aufwendigen Skulpturen bewegen kann.

„Bei der nächsten Sitzung entscheiden wir, ob wir den Weg eines hochwertigen Kunstwerks mit renommiertem Künstler weiter verfolgen“, fasst die AG – die jederzeit offen ist für neue Mitglieder – zusammen. Innerhalb des Werkstattverfahrens wird betont: Alle Ideen und Ergebnisse werden nicht automatisch realisiert. Entscheidende Instanz bleibt das Stadtparlament.