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| 17:53 Uhr

Schüler-Langzeitprojekt
Preis für 21 Schüler-Vorführungen

Lübbenauer Schüler nutzten am Holocaust-Gedenktag 2016 für ihr Programm die Möglichkeiten einer Bühne.
Lübbenauer Schüler nutzten am Holocaust-Gedenktag 2016 für ihr Programm die Möglichkeiten einer Bühne. FOTO: Preikschat
Lübbenau. Bündnis für Demokratie und Toleranz würdigt Veranstaltungsreihe am Holocaust-Gedenktag.

Eine ältere Frau versucht einem Kind zu erklären, dass ihre Schwester Opfer des Euthanasie-Programms der Nazis geworden ist. Aus Bertolt Brechts Gedicht „Kinderkreuzzug“ wird rezitiert, dazu Fotos von jüdischen Häftlingen im KZ auf eine Leinwand projiziert. Insgesamt nun schon 22 Vorführungen am Holocaust-Gedenktag haben Lübbenauer Schüler einstudiert. Die Bunte Bühne, die Aula des Paul-Fahlisch-Gymnasiums, Rathaus und Trauerfeierhalle waren schon Aufführungsorte. Beteiligt haben sich die Fünft- und Sechtsklässler der Grundschulen sowie auch die schon älteren Schüler an Oberschule, Gymnasium und AWO-Fachschule.

Für Elisabeth Jente und Johanna Beuckert von der Lübbenauer Stadtverwaltung war das ein Grund, sich mit dieser Veranstaltungsreihe „Wider das Vergessen“, an der sich Jahr für Jahr auch die Pfarrer der Kirchengemeinden und der Bürgermeister mit Vorträgen beteiligen, beim Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt für einen Preis zu bewerben.

Im Herbst vergangenen Jahres war das gewesen, so Johanna Beuckert. In der Bewerbung des Lübbenauer Forums gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wurde unter anderem auf die emotionale Wirkung der Vorführungen auf die Teilnehmenden selbst eingegangen. Das rege an zu Diskussionen auch in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis. Wichtig sei das, damit die „schrecklichen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten“. Darüber hinaus werden, im Anschluss an die Vorführungen, auch in Lübbenau Blumen und Kränze am Gedenkstein niedergelegt.

In der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin kam die Bewerbung aus der Spreewaldstadt gut an. Das Projekt gehört zu 77 von 381 Projekten bundesweit, die dort als preiswürdig erachtet wurden. Im Land Brandenburg konnte sich sonst nur noch ein Projekt aus Märkisch-Buchholz durchsetzen. Mit unerwünschter Werbung der NPD hatte man sich dort auseinandergesetzt. Im Frühjahr kam dann die frohe Kunde in Lübbenau an, man möge sich am 20. Juni im Haus der Brandenburgisch-preußischen Geschichte in Potsdam einfinden. Dort würden die Preise verliehen.

Mit 13 Schülern, Lehrern und Schulleiterin fuhren die Lübbenauer im Zug nach Potsdam. Vom Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnete die Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg (FDP) das Lübbenauer Projekt aus. Die Kontinuität der Auseinandersetzung mit dem Thema, der Einfallsreichtum seien gelobt worden, erzählt Elisabeth Jente. Auch die Idee, Kinder und Jugendliche in den Schulen der Stadt bei der Gestaltung des Programms am Holocaust-Gedenktag zu beteiligen, wurde wertgeschätzt.

Entsprechend sollen die 1000 Euro Preisgeld auch an die Schulen weitergereicht werden, so Johanna Beuckert. Wofür genau es verwendet werden soll, stehe noch nicht fest. Beispielsweise würden die regelmäßigen Klassenfahrten der Traugott-Hirschberger-Grundschule in die Gedenkstätte Sachsenhausen Geld kosten. Von der finanziellen Zuwendung abgesehen seien aber auch diese Form der Anerkennung und das Kennenlernen der anderen gewürdigten Projekte wichtig für die Schüler. Das rege sie an und motiviere sie natürlich weiter zu machen, so Elisabeth Jente.