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Biosphärenreservat Spreewald
Praktikabler Naturschutz in der Biosphäre

Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservates Spreewald, spricht über die kommenden Projekte seines Hauses.
Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservates Spreewald, spricht über die kommenden Projekte seines Hauses. FOTO: Rüdiger Hofmann
Lübbenau. Ausblick auf die kommenden Projekte: Regionale Arbeitsgruppen, Exkursionen und Infoveranstaltungen geplant. Von Rüdiger Hofmann

Biber? Wolf? Naturschutz im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Spreewaldregion? Ein Spannungsfeld, in dem sich Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservates Spreewald, täglich bewegt. Er stellte am Montag die künftigen Aufgaben und Projekte in Lübbenau im Haus für Mensch und Natur vor.

„Die Europäische Union verlangt von uns bis 2020 eine Planung für die sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Gebiete“, sagt Eugen Nowak. „Das Biosphärenreservat Spreewald ist verantwortlich für insgesamt 14 solcher FFH-Gebiete und für Teilbereiche eines Vogelschutzgebietes“, so Nowak. Gesamtfläche: rund 9000 Hektar, darunter beispielsweise der Neuendorfer See, die Vetschauer Mühlenfließ-Teiche Stradow oder die Pretschener Spreeniederung.

Dafür sei nun eine Bestandserfassung der Lebensraumtypen im Spreewald notwendig. Den Zuschlag haben regionale Planungsbüros aus Rangsdorf und Königs Wusterhausen erhalten, erläutert Nowak. Die Bietergemeinschaft Natur + Text GmbH, die LB Planer + Ingenieure GmbH, das Institut für angewandte Gewässerökologie GmbH und Landschaft planen und bauen GmbH sind mit der Planerstellung beauftragt. Die Verwaltung des Biosphärenreservates Spreewald leitet den Prozess.

„Wir werden zunächst neun regionale Arbeitsgruppen für die 14 FFH-Gebiete bilden“, sagt Nowak. Im Kern werden sogenannte Managementpläne erstellt, also Fachpläne der Naturschutzverwaltung. Im Frühjahr 2018 erfolgt die Kartierung, im Herbst sollen dann erste Maßnahmenvorschläge zwischen Touristikern, Landwirten und Behördenvertretern diskutiert werden. Es werde regelmäßige Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit geben (siehe Infokasten), Exkursionen und Vor-Ort-Gespräche. In der Zeitspanne 2018 bis 2020 erhalten Behörden, Gemeinden, Verbände, Nutzer und Eigentümer, die in ihren Belangen betroffen sind, die Gelegenheit, sich an dem Planungsprozess zu beteiligen.

Eugen Nowak legt Wert darauf, bis zum Jahr 2020 „eine von allen Seiten tragbare Planung für das Biosphärenreservat entwickelt zu haben“. Praktikabler Naturschutz zum Erhalt der Kulturlandschaft also. Umgesetzt werden sollen die Maßnahmen dann ab 2020.

Bei dem langfristigen Prozess stehen auch umstrittene „Objekte“ wie der Wolf und der Biber im Fokus. „Wir rechnen auf den bevorstehenden Infoveranstaltungen mit Fragen auch zu diesen Themen“, sagt Eugen Nowak. „Es ist aber nicht zu erwarten, dass wir nach Aufstellung eines Managementplanes für den Wolf im Unterspreewald oder im inneren Oberspreewald eine endgültige Lösung finden“, so Nowak. Der Umgang sei in der Wolfsverordnung des Landes Brandenburg und damit vom Land insgesamt geregelt, sagt Nowak.

Anstehende Termine und eine Kurzcharakterisierung der betroffenen Gebiete können auf der Internetseite des Biosphärenreservates eingesehen werden.