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| 11:36 Uhr

Postfrau startet Kahnsaison im Spreewald

Zu Wasser ist Postbotin Jutta Pudenz wieder in Lehde unterwegs. Briefe, Pakete und Zeitungen stakt sie im gelben Postkahn über die Fließe.
Zu Wasser ist Postbotin Jutta Pudenz wieder in Lehde unterwegs. Briefe, Pakete und Zeitungen stakt sie im gelben Postkahn über die Fließe. FOTO: Roland Hottas
Lübbenau. Briefe und Päckchen werden im Spreewald seit Montag wieder per Kahn ausgeliefert. Bei dieser in Deutschland einmaligen Art der Zustellung befördert die Postbotin Jutta Pudenz einen großen Teil der Sendungen im Lübbenauer Ortsteil Lehde auf dem Wasserweg. dpa/boc

Geschickt schiebt sie den gelben Kahn mit der vier Meter langen Holzstange – Rudel genannt – durch die flachen Flussarme der Spree. Ob Sonnenschein oder Regen, an jedem Werktag fährt Pudenz rund 80 Haushalte in dem verstreuten Inseldorf an. Dort liefert Jutta Pudenz mehr als 600 Briefe und Karten ab, bis 30 Pakete und Päckchen sowie Zeitungen und Zeitschriften. Viele der Hausbriefkästen befinden sich direkt am Wasser. „Aber die Bewohner kaufen bei mir auch Briefmarken oder geben Sendungen auf“, erzählt Pudenz. Freunde der Philatelie können bis zum 7. Mai in den Postfilialen einen Sonderstempel erhalten, der die Postbotin auf dem Kahn zeigt.

Der Arbeitstag beginnt für Pudenz im „Zustellstützpunkt“, wo sie die vorsortierte Post ordnet. Danach verteilt sie einen Teil mit dem Postauto in der Lübbenauer Altstadt. Erst dann beginnt sie in Lehde mit der gut zweistündigen Kahntour. „Mit meinem Kahn darf ich aber niemanden mitnehmen, das geht aus Versicherungsgründen nicht“, berichtet Pudenz. Am Ende des Tages fährt sie die eingesammelte Post mit dem Auto zur nächsten Postfiliale. Im Winter bedient sie die Kunden in Lehde mit dem Auto von der Landseite aus.

In einer Sommersaison legt Pudenz per Kahn rund 1100 Kilometer zurück, wie Postsprecher Rolf Schulz errechnet hat. Seit Beginn der Kahnpostfahrten vor 19 Jahren hat sie schon etwas mehr als eine halbe Erdumrundung geschafft. Sorgen um ihren Arbeitsplatz auf dem Wasser muss sich Pudenz nicht machen: „Wir werden an dieser Form der Postzustellung im Spreewald festhalten“, kündigt Schulz an. „Es geht um den Erhalt dieser über hundertjährigen Tradition.“