Von Liesa Hellmann

Ein Jahr Vorbereitungszeit, zwei Jubiläen, drei Bands und 400 Liter Bier – das ist die Kurzzusammenfassung des Festivals Polkabeats in Lübbenau. Seit zehn Jahren treffen sich Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa, um Polka auf moderne Art zu interpretieren. Das Kulturzentrum Gleis 3 in Lübbenau ist 2019 zum fünften Mal als Veranstaltungsort mit dabei.

Neu zum zehnten Geburtstag ist, dass das Festival an insgesamt sechs statt drei Tagen stattfindet. In Cottbus und Lübben wurde bereits am vergangenen Wochenende zu Polka gemixt mit Ska, Punk und Rock getanzt. Am Freitag, 24. Mai, geht es in Luckau weiter, den Abschluss macht am Wochenende Lübbenau. „Zu unserem fünften Jubiläum haben wir uns erstmals einen zweiten Tag leisten können“, sagt Queenie Nopper, Koordinatorin vom Gleis 3 Kulturzentrum Lübbenau, bei der die Fäden der Lübbenauer Organisation zusammenlaufen.

Was tun, wenn es regnet?

Orte, Künstlerinnen, Gastronomie und Finanzen – im Vorfeld des Festivals muss einiges geklärt werden. „Nach dem Fest ist vor dem Fest“, sagt Queenie Nopper und meint dies wortwörtlich. Sobald Polkabeats vorbei ist, beginnt die Vorbereitung für das Festival im kommenden Jahr. Um die Bandauswahl kümmert sich der European Polka Service. Die einzelnen Standorte kümmern sich um die Organisation der Festivaltage an sich. Für das Gleis 3 Kulturzentrum heißt das zum Beispiel: Wie werden Bands und Gäste versorgt? Was passiert, wenn es regnet? Und wie finanziert man das Ganze?

„Polkabeats ist die größte Außenvorstellung im Gleis 3, bei der auch Eintritt genommen wird“, sagt Michael Hensel vom Gleis 3 Kulturzentrum. Ohne Förderung durch die Städte, Landkreise und private Unternehmen könnte das Festival nicht stattfinden. Ziel sei, dass sich das Festival irgendwann selbst tragen könne, das sei jedoch schwierig, so Hensel: „Es ist uns wichtig, die Ticketpreise so zu gestalten, dass jeder an der Veranstaltung teilnehmen kann.“ Polkabeats sei auch ein Aushängeschild für Lübbenau, fügt Queenie Nopper an. „Wir machen Kulturarbeit für die Gesamtheit der Stadt und sind auch eine stabile Größe im touristischen Bereich.“

Polkabeats-Burger und hunderte Liter Bier

Mit gut 400 Menschen rechnet sie am Wochenende. „Polkabeats ist aber kein Volksfest, sondern eher die beschwipste Cousine der Marschmusik“, sagt Nopper. Bier spielt denn auch beim Festival eine gewisse Rolle: Mit 300 bis 400 Liter Bier pro Abend kalkuliere man, so Michael Hensel. Am Sonntagmorgen steht zudem ein Frühschoppen an. Für die gastronomische Versorgung der Gäste wird vor Ort gesorgt. Neben Gegrilltem wird es auch wieder den Polkabeats-Burger geben, der ausschließlich in Lübbenau zu haben ist.

Die Gästeversorgung durch die hauseigene Küche vermittle eine gewisse Geborgenheit, sagt Queenie Nopper. „Das Gleis 3 hat sich bei einigen Gästen mittlerweile als Lieblingsort herauskristallisiert“, sagt sie. Durch den Hof- und Industriecharakter entstehe eine ganz besondere Atmosphäre.

Sie selbst und Michael Hensel werden am Wochenende beim Festival dabei sein, allerdings nicht völlig losgelöst mitfeiern können. „Die Festivalvorbereitung ist wie eine Hochzeitsvorbereitung, irgendetwas kann immer schief gehen“, sagt Nopper. Sie freut sich deshalb besonders auf Freitag, wenn Polkabeats in Luckau gastiert: „Da können wir Organisatoren entspannt als Gäste hingehen.“ Missen möchte sie das Festival trotz des Organisationsstress auf keinen Fall: „Polkabeats gehört einfach zu uns.“