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| 20:44 Uhr

Streit um T-Shirt eskaliert
Wie es zum Polizei-Einsatz an der Schule in Calau gekommen ist

In der Grund- und Oberschule Calau hat es verbale Auseinandersetzungen zwischen deutschen und asylsuchenden Schülern gegeben. Der Streit eskalierte, mehrere Polizeibeamte rückten an. Eltern konnten ihre Kinder von der Schule abholen. Auch am Freitag werden Einsatzkräfte vor Ort sein.
In der Grund- und Oberschule Calau hat es verbale Auseinandersetzungen zwischen deutschen und asylsuchenden Schülern gegeben. Der Streit eskalierte, mehrere Polizeibeamte rückten an. Eltern konnten ihre Kinder von der Schule abholen. Auch am Freitag werden Einsatzkräfte vor Ort sein. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau. Erst geht es um Neid, Markenklamotten und den Streit zweier Mädchen: eine Deutsche, eine Asylsuchende. Daraus wird ein „großes Ding“, wie der Bürgermeister von Calau sagt: Polizei-Einsatz an der Schule – und jetzt Ermittlungen. Von Rüdiger Hofmann

Mehrere Streifenwagen stehen am Donnerstagmorgen auf dem Hof der Grund- und Oberschule Calau in der Springteichallee. Kein Kinderlachen ertönt mehr aus den Räumen, alles scheint wie ausgestorben.

„Hier ist vielleicht noch eine Handvoll Schüler im Haus, der Rest wurde bereits abgeholt“, sagt ein Polizeibeamter. Hin und wieder laufen Lehrer vorbei. Und Eltern. Väter und Mütter – wie Yvonne Hamm, die völlig außer Atem den Schulhof erreicht. „Ich hatte ein unheimliches Gefühl, als die Schule mich heute morgen anrief“, sagt die junge Frau. „Sie sagten mir, ich könne mein Kind abholen.“

Neid auf das T-Shirt des anderen Mädchens in der achten Klasse

Was war passiert? „Bereits am Mittwochvormittag kam es in der Schule nach einer Neiddebatte wegen des Tragens eines Marken-T-Shirts zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen deutschen und asylsuchenden Schülern“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. Lehrkräfte hätten den Streit zunächst schlichten können.

Nachdem die zwei betroffenen Schülerinnen der achten Klasse vom Unterricht beurlaubt wurden, solidarisierten sich Angehörige und Bekannte am Nachmittag mit ihnen, sodass es zu weiteren Streitigkeiten – vor allem aber zu diversen Gerüchten in den sozialen Netzwerken kam.

Polizeisprecherin: Morddrohungen nicht bestätigt

Angeblich war auch die Rede von Morddrohungen gegen Schüler und Lehrer. Das wurde aber nicht bestätigt. „Da die Situation für die Pädagogen der Schule sehr unübersichtlich wurde und sie eine Eskalation nicht ausschließen konnten, riefen sie die Polizei zur Unterstützung“, so Filohn.

Die steht dann auch mit mehreren Einsatzkräften am Donnerstag gegen 7.30 Uhr auf dem Schulgelände. „Wir können keine gegenwärtigen Gefahren für Schüler und Lehrer feststellen“, so die Polizei. In der Schulleitung wurde festgelegt, dass Eltern, die es wünschen, ihre Kinder am Donnerstag nicht in die Schule schicken müssen.

„Die Schule und der Hort wurden aber nicht geschlossen“, sagt die Schulleitung. Eltern, die Bedenken haben, können ihre Kinder auch am Freitag zu Hause lassen.

Calaus Bürgermeister zeigt sich entsetzt über Eskalation an Schule

Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) ist entsetzt, „warum aus einer banalen Streitigkeit zwischen Schülern so ein großes Ding entstehen konnte“. „Die Schulleitung hat aber richtig gehandelt und die Sache ernst genommen. Mein Kompliment gilt auch den Polizeieinsatzkräften, die hier auf Nummer sicher gegangen sind“, so Suchner.

Wenig später taucht Yvonne Hamm mit ihrer sechsjährigen Tochter wieder auf. Erleichtert. Die Polizeipräsenz und die Reaktion der Schule empfindet sie als angemessen. „Besser dreimal abriegeln und einen Tag schulfrei, als ein verletztes Kind.“ Ob es sich um ein straffälliges Verhalten der beteiligten Personen handelt, ermittelt nun die Polizei.