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| 13:46 Uhr

UPDATE Nach Streit um T-Shirt
T-Shirt-Streit eskaliert an Calauer Schule

Die Polizei ist in der Oberschule Calau.
Die Polizei ist in der Oberschule Calau. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Rüdiger Hofmann
Calau. An der Oberschule in Calau ist am Donnerstagmorgen offenbar ein Streit zwischen deutschen und ausländischen Schülern wegen eines Marken-T-Shirts eskaliert. Eine Schülerin soll angekündigt haben, sich „rächen“ zu wollen. Die Polizei war vor Ort und entspannte die Lage. Von Rüdiger Hofmann

Mehrere Streifenwagen stehen am Donnerstagmorgen auf dem Innenhof der Grund- und Oberschule Calau in der Springteichallee. Kein Kinderlachen ertönt mehr aus den Räumen, alles scheint wie ausgestorben. „Hier ist vielleicht noch eine Handvoll Schüler im Haus, der Rest wurde bereits abgeholt“, sagt ein Polizeibeamter. Hin und wieder laufen Lehrer vorbei. Und Eltern. Väter und Mütter – wie Yvonne Hamm, die völlig außer Atem den Schulhof erreicht. „Ich hatte ein unheimliches Gefühl, als die Schule mich heute morgen anrief“, sagt die junge Frau. „Sie sagten mir, ich könne mein Kind abholen.“

Was war passiert? „Bereits am Mittwochvormittag kam es in der Schule nach einer Neiddebatte wegen des Tragens eines Marken-T-Shirts zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen deutschen und asylsuchenden Schülern“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. Lehrkräfte hätten den Streit zunächst schlichten können. Nachdem die zwei betroffenen Schülerinnen der achten Klasse vom Unterricht beurlaubt wurden, solidarisierten sich Angehörige und Bekannte am Nachmittag mit ihnen, so dass es zu weiteren Streitigkeiten – vor allem aber zu diversen Gerüchten in den sozialen Netzwerken kam. Angeblich war auch die Rede von Morddrohungen gegen Schüler und Lehrer. Das wurde aber nicht bestätigt. „Da die Situation für die Pädagogen der Schule sehr unübersichtlich wurde und sie eine Eskalation nicht ausschließen konnten, riefen sie die Polizei zur Unterstützung“, so Filohn.

Die steht dann auch mit mehreren Einsatzkräften am Donnerstag gegen 7.30 Uhr auf dem Schulgelände. „Wir können keine gegenwärtigen Gefahren für Schüler und Lehrer feststellen“, so die Polizei. In der Schulleitung wurde festgelegt, dass Eltern, die es wünschen, ihre Kinder am Donnerstag nicht in die Schule schicken müssen. „Die Schule und der Hort wurden aber nicht geschlossen“, so die Schulleitung. Eltern, die Bedenken haben, können ihre Kinder auch am Freitag zu Hause lassen.

Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) ist entsetzt, „warum aus einer banalen Streitigkeit zwischen Schülern so ein großes Ding entstehen konnte“. „Die Schulleitung hat aber richtig gehandelt und die Sache ernst genommen. Mein Kompliment gilt auch den Polizeieinsatzkräften, die hier auf Nummer sicher gegangen sind“, so Suchner.

Wenig später taucht Yvonne Hamm mit ihrer sechsjährigen Tochter wieder auf. Erleichtert. Die Polizeipräsenz und die Reaktion der Schule empfindet sie als angemessen. „Besser drei Mal abriegeln und einen Tag schulfrei, als ein verletztes Kind.“ Ob es sich um ein straffälliges Verhalten der beteiligten Personen handelt, ermittelt nun die Polizei.