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Ingo Senftleben und Siegurd Heinze Gastredner
Politprominenz und kritische Töne

Der CDU-Landesvorsitzende Ingo Senftleben im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Calauer Schützenvereins, Reinhard Kalz (Mitte).
Der CDU-Landesvorsitzende Ingo Senftleben im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Calauer Schützenvereins, Reinhard Kalz (Mitte). FOTO: Daniel Preikschat / LR
Lübbenau. CDU-Landesvorsitzender und OSL-Landrat bei Neujahrsempfang der CDU in Calau.

Der CDU-Landesvorsitzende und -Fraktionschef im Landtag im innigen Gespräch mit dem Vorsitzenden des Calauer Schützenvereins. Im Hotel zur Post gab sich Ingo Senftleben am Montag Abend beim Neujahrsempfang der Calauer CDU bürgernah. Dazu gehörte, dass er seine Rede nicht zu lang hielt, damit Ortsvorstand Gerd Kasprick, aber auch OSL-Landrat Siegurd Heinze nicht die Schau stahl.

Was bei vielen der geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Vereinsleben weiterhingut angekommen sein dürfte, war das dosierte Lob des ehemaligen Ortrander Bürgermeisters für den Gastgeber. Die Stadt müsse sich nicht verstecken, sei ansehnlich und habe viel zu bieten. Senftleben nannte Schulen, Kitas und Sportvereine. Entsprechend müsse Calau auch wie ein Grundzentrum vom Land bezuschusst werden.

Speziell dem CDU-Ortsverband lobte Senftleben dafür, den Calauern bei der Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr tatsächlich eine Wahl im Sinne von Auswahl ermöglicht zu haben. Der junge Kandidat René Riewa sei zwar unterlegen gewesen gegenüber dem Amtsinhaber. Doch vielleicht klappe es ja beim nächsten Mal. Am Wahlerfolg Siegurd Heinzes (parteilos) bei den Landratswahlen am 22. April indes scheint Ingo Senftleben kaum Zweifel zu haben. Im gesamten Landkreis könne man sich vom Amtsinhaber gut vertreten fühlen.

Wie Landrat Siegurd Heinze als weiterer Redner ausführen durfte, habe der Landkreis die Stadt Calau 2017 mit rund 206 000 Euro unterstützt. Die Zuwendungen gingen unter anderem an Tagespflegeeinrichtungen, an Kitas, an die Freie Jugendhilfe Niederlausitz und an die Kunstwerkstatt Calau.

Nicht nur freundlich äußerte sich bei dem Neujahrsempfang Gastgeber und Auftaktredner Gerd Kasprick. Gute Vorschläge, Anfragen und berechtigte Hinweise der Calauer CDU seien im vergangenen Jahr im Rathaus kaum beachtet worden. Der Ortsverbandsvorsitzende erinnerte unter anderem an die aus seiner Sicht verfehlte Kitaplanung. Wegen der steigenden Nachfrage nach Kita-Plätzen musste überstürzt nach einer Lösung gesucht werden. Auch das Gutachten über die Organisation der Calauer Stadtverwaltung kam zur Sprache. Nur „scheibchenweise“ habe der Bürgermeister über aufgezeigte Mängel informiert. Der Bürgermeister, Werner Suchner (parteilos), war zu dem Neujahrsempfang eingeladen und musste sich die Kritik anhören – ohne selbst dazu Stellung nehmen zu dürfen.

Auch im neuen Jahr, fuhr Gerd Kasprick fort, habe sich die Calauer CDU einiges vorgenommen. Zunächst sollen die Euros aus der Spendenbox, die wieder aufgestellt wurde, diesmal dem 2018-Stundenschwimmen zugute kommen. Zu einem „Volksfest“ solle dieser Wettkampf werden, bei dem es für die teilnehmenden Kommunen darum geht, möglichst viele Schwimmer in 20 Stunden und 18 Minuten möglichst viele Kilometer schwimmen zu lassen.

Außerdem wollen die Christdemokraten auch 2018 Präsenz in den Ortsteilen zeigen. Weiter sollen diverse Vorhaben auf den Weg gebracht werden. Kasprick nannte zum Beispiel E-Tankstelle und Dorfteichsanierung.

Gerd Kasprick, Vorsitzender des CDU-Ortsvorstands in Calau, bedankt sich mit Blumen für den Besuch von OSL-Landrat Siegurd Heinze.
Gerd Kasprick, Vorsitzender des CDU-Ortsvorstands in Calau, bedankt sich mit Blumen für den Besuch von OSL-Landrat Siegurd Heinze. FOTO: Daniel Preikschat / LR