Gar nicht unbescheiden waren die Mitstreiter des Festkomitees kürzlich beim Pressefrühstück. Für das Lausitzer Seenland müssten die Altdöberner Parksommerträume eigentlich die Kulturveranstaltung schlechthin sein. Das hochkarätige Schlosspark-Spektakel hätte es außerdem verdient, auch viel weiter in Richtung Berlin wahrgenommen zu werden. Wo sonst etwa werde ein barockes Heckentheater tatsächlich auch bespielt? Wo sonst gleichzeitig der Französische Garten illuminiert und noch eine Spielstätte am Turm eingerichtet? Ganz abgesehen davon, dass der Schlosspark zu den bedeutendsten in Brandenburg und Sachsen zählt, wie Programmdirektor Uwe Lehmann betont. Nicht von ungefähr seien 15 Millionen Euro in die Anlage investiert worden, die Pücklers Meisterschüler Carl Eduard Petzold geschaffen hat.

In den vergangenen Jahren jedoch kamen die Besucher der Parksommerträume eher nur aus der Region. Aus Calau, Großrä schen, Senftenberg und Luckau, so Lehmann. Nur vereinzelt reisten Gäste von weiter her an. Beachtliche knapp 4000 Gäste habe man im vergangenen Jahr dennoch gehabt - und dabei sicher auch von den Spreewald-Touristen profitiert, hieß es bei dem Pressefrühstück vonseiten der Gemeinde weiter. 1000 Besucher mehr jedoch, das findet auch Amtsdirektor Detlef Röhl, könnte das Flanier-Spektakel schon noch verkraften, ohne seinen ganz speziellen Charme und Charakter zu verlieren.

Finanzielle Zitterpartie

Die zusätzlichen Einnahmen jedenfalls könnten die Veranstalter gut gebrauchen. Denn die Finanzierung der Parksommerträume gleicht einer Zitterpartie. Es sei die Frage, so Röhl, ob es weiterhin einen Großsponsor geben wird. Bisher hatte Vattenfall diesen Part übernommen. Zu hoffen bliebe außerdem, dass die vielen Ehrenamtlichen den Parksommerträumen weiter treu bleiben. "Ohne sie ginge das gar nicht." Das sagt der Amtsdirektor ganz klar. Zumal auch der Eintrittspreis von zwölf Euro für zwei Tage sehr moderat sei. Kinder bis zwölf Jahre haben auch in diesem Jahr wieder freien Eintritt. Spielt das Wetter erneut in diesem Jahr mit, sollte in Altdöbern wieder die schwarze Null geschrieben werden können.

Am Programm für den 13. und 14. August dürfte es wohl nicht liegen, wenn sich Besucherzahlwünsche nicht erfüllen. Die Veranstaltung öffnet sich der Märchen- und Sagenwelt. Dass sich das Ambiente dafür bestens eignet, hat sich bereits erwiesen. Von 1977 bis 1979 gab der Altdöberner Schlosspark die Kulisse ab für die Dreharbeiten des Defa-Streifens "Der Meisterdieb". Die Theaterloge Luckau nun wird dieses Märchen am Samstagabend in Szene setzen. Ein weiteres prominentes Märchen, "Des Kaisers neue Kleider", zeigt das Amateur-Theater "Die Calauer" am Nachmittag.

Märchentauglichkeit bewiesen

Auch die Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS), die am Sonntag wieder das Familienfest bestreitet, nutzt für das Programm die Märchentauglichkeit des Areals. Im Heckentheater werden Ausflüge in die Märchenwelt unternommen und Alice kehrt zurück in ihr Wunderland. Doch auch auf die Lausitzer Sagen werden an dem Sonntag spielerisch aufgegriffen.

Viele Besucher, sind sich Röhl und Lehmann sicher, werden auch deshalb kommen, um die Fortschritte bei der Schlossparksanierung zu begutachten. Vor allem dank der Jugendbauhütte komme man damit gut voran. In den zurückliegenden Monaten haben die jungen Leute unter Anleitung 20 Bäume gepflanzt. Eine Platane wurde in den maroden Stumpf eines abgestorbenen Vorgängerbaumes gesetzt. Auch eine Stifter-Parkbank haben die Teilnehmer der Jugendbauhütte gefertigt. Seit Mai lädt sie zum Verweilen ein. Das Holz stammt von einer Eiche, die vor fünf Jahren im Park gefällt werden musste.

Die jungen Frauen und Männer, die in der Jugendbauhütte ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege ableisten, arbeiten seit Jahren mit Akribie in Altdöbern, so Röhl. Hier werden sie im ehemaligen Aussiedlerheim aber auch gut untergebracht und ins Gemeindeleben integriert. Altdöbern und die Jugendbauhütte, irgendwie ebenfalls märchenhaft.

www.parksommertraeume- altdoebern.de

Zum Thema:
Am Samstag, 13. August, stimmt Mansikka von 13 bis 16 Uhr bei Parkspaziergängen Folklore zum Mitsummen an. Im Heckentheater tritt um 14.15 Uhr das Wiener Caféhaus-Duo auf. Um 15.30 Uhr bittet die Marquise von H. zum Tanz, Herr von Heineken und die Komöten geben höfische Unterweisung.Am Turm führt das Amateurtheater "Die Calauer" um 14.30 Uhr das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" auf. Von 18 bis 21 Uhr rocken hier Crazy Cat & The Rockets.Hinter dem Schloss ist um 21 Uhr das Märchen "Der Meisterdieb" in der Aufführung der Theaterloge Luckau zu erleben und im Anschluss ein musikalisches Höhenfeuerwerk. Von 22.30 Uhr bis 0 Uhr zeigt Florian Beyer im Französischen Garten märchenhafte Lichtporträts.Der Sonntag bietet von 11.30 bis 18 Uhr ein Familienprogramm unter anderem mit Live-Musik und Sagenspaziergang.