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Parksommerträume in Altdöbern

FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Von Burgen und Landleuten“ hieß das Motto der sechsten Altdöberner Parksommerträume, es hätte aber auch „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“ lauten können. „Schuld“ waren Dutzende Sängerinnen und Sänger, die den Schlosspark Nonstop mit Melodien dekorierten. Uwe Hegewald

Den Auftakt bildete ein Sängerwettstreit auf der Naturbühne, mit den heimischen Frauen- und Herrenchören, mit Solisten, Instrumentalisten und einer Überraschung. Ein Fürstenpaar fühlte sich von den Klängen angelockt, um umgehend die Bewertung der Beiträge zu übernehmen. Hinter der fürstlichen Garderobe mit der markanten Altdöberner Lilie (Wappenblüte) verbargen sich Margitta Ressel und Matthias Enge, die beim späteren Flanieren durch den Park zum beliebtesten Fotomotiv aufgerückten. "Vom musikalischen Leiter des Serenadenkonzertes, Michael Wein, sind wir angefragt worden, ob wir die Rolle übernehmen könnten. Nach kurzer Überlegung haben wir zugesagt", so das Pärchen aus dem benachbarten Neudöbern. Am Ende des Sängerwettstreites verkündete das Fürstenpaar: "Alle haben ihr Bestes gegeben. Um Gerechtigkeit walten zu lassen, erklären wir alle zu Siegern."

Obwohl: den intensivsten Applaus durfte "Johanna Gnerlich vom Luckaitztal" für sich verzeichnen. Bei den Parksommerträumen im Vorjahr ließ sie mit einem spontanen Beitrag bei einer Parkführung aufhorchen und wurde von der Stelle weg fürs Serenadenkonzert verpflichtet. "Zugabe" schalte es nach der Darbietung aus dem Publikum, das die Zehnjährige mit dem Lied "Es waren zwei Königskinder" verzückte.

Über noch mehr Jubel und stehende Ovationen durfte sich die Niederlausitzer Singakademie erfreuen, die am späten Samstagabend mit der Carmina Burana den musikalischen Höhepunkt der diesjährigen Parksommerträume bildeten. Vorab gab es vom künstlerischen Leiter und Dirigenten, Sven Irrgang, Infos zum Werk, dessen Ursprünge im Mittelalter liegen. "Es ist die populärste Arbeit von Carl Orff (1895-1982), ein so genanntes One-Hit-Wonder", befand der Leiter der Niederlausitzer Singakademie. Die aus Teilen einer Sammlung von mittelalterlicher Mönchsdichtung und Lyrik fahrender Sänger zusammengestellten Texte sind im 12. Jahrhundert niedergeschrieben worden.

Wie leergefegt zeigten sich der Park und das Mittelalterdorf während der Aufführung. Erdrückende Stille, wo sich zuvor noch tapfere Knirpse mit Rittersleuten vom Clan Grimmpelz (Calau) duellierten oder Erwachsene durchs Zeltlager derer von Eysenkraut schlenderten. Mit mehreren Attraktionen für Kinder hatten die Veranstalter bereits am Sonntag ein glückliches Händchen bewiesen, insbesondere mit dem weitgereisten Gaukler Hummlerus der selbst ein Fernsehteam entzückte. "Am Samstag, 26. August, 18.32 Uhr, werden wir den Beitrag über den Künstler beim rbb ausstrahlen", so Anke Blumenthal.

Die Altdöberner Parksommerträume hätten eine vortreffliche Kulisse für das Hummlerus-Porträt geboten. Dorothee und Reinhold Zaglauer bestätigen: "In strahlende Kinderaugen zu blicken, wiegt alle vorangegangenen Aufwendungen auf."

Rund 150 Kilometer war das Paar aus dem sächsischen Großhennersdorf mit ihrem Mäuseroulette angerollt. Sehr zur Freude kleiner Parkbesucher, die Zaglauers Mäusen gleich mehrfachen Besuch abstatteten. Am Sonntag gab es beim Familienfest der WIS Wohnungsbaugesellschaft mbH erneut Gelegenheit durchs Altdöberner Schloss- und Parkensemble zu flanieren.