ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:56 Uhr

Bezaubernd
Ein Juwel feiert Jubiläum

Das Ensemble „Baroque de Saxe“ zog mit seinen Szenen und prächtigen Kostümen die Blicke auf sich.
Das Ensemble „Baroque de Saxe“ zog mit seinen Szenen und prächtigen Kostümen die Blicke auf sich. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Altdöberner Parksommerträume stehen im Zeichen 300 Jahre Barockschloss.

Ein Stelldichein von Edelleuten und ergebenen Untertanen war am Wochenende im Altdöberner Schloss- und Parkensemble zu erleben. Unter dem Motto „Ein Juwel in neuer Pracht - 300 Jahre Barockschloss Altdöbern“ ging es darum, eine besondere Epoche des Kleinods in der Niederlausitz herauszustellen.

„In einem schön und bequem anmutenden Schloss möchte ich meinen Lebensabend genießen, meinen Ansprüchen so recht angemessen“, begründete Alexander Dietrich von Eickstedt (1654-1727), warum seine Wahl seinerzeit auf Altdöbern fiel. Selbstverständlich ließ es sich der Generalmajor vom „alten uckermärkischen Adel“ nicht nehmen, seiner früheren Wirkungsstätte höchstpersönlich einen Besuch abzustatten. Thomas Mietk, Schauspieler aus Cottbus, schlüpfte in die Rolle des hochrangigen Offiziers, mit der er bei der abendlichen Theateraufführung zu Höchstform auflief.

„1718 – Ein General baut sich ein Schloss“ lautete der Titel des Stücks, für das Hans Anacker (Cottbus) eigens ein Drehbuch geschrieben hat. Tänzerisch umrahmt wurde die amüsant verfasste Darbietung von „Baroquue de Saxe“, die sich nach 2017 zum zweiten Mal zu den Parksommerträumen die Ehre gaben. „Damals waren wir aber nur zum Flanieren gekommen“, teilte Monique Taraba, Sprecherin der GbR, mit.

Zehn Erwachsene und zwei Kinder bilden das aus Radebeul und Dresden stammende barocke Ensemble. Dass sie zum Fest ins ehemalige sächsische Altdöbern gekommen sind, habe auch damit zu tun, dass die Edelleute den Wiener Vertrag aus dem Jahr 1815 nicht wirklich anerkennen, bei dem die Niederlausitz den Preußen zuerkannt wurde. „Wir müssen uns nicht an Verträge aus einer Zeit halten, in der wir schon nicht mehr gelebt haben“, begründeten die Edelleute mit einem Augenzwinkern. Sichtbar genossen sie, wie auch die höfische „Jutta von Kittlitz“ alias Veronika Dubau (Spremberg), die Blicke, die sie durch ihre Garderobe auf sich zogen.

Die Parksommerträume anno 2018 werden aber über die Feierlichkeiten zu 300 Jahre Schloss hinaus aus einem anderen Grund in Erinnerung bleiben. Erstmals besuchten Mitglieder des Europäischen Parkverbundes Lausitz die Veranstaltung in geballter Formation. Am 24. Februar dieses Jahres zählte Altdöbern zu den fünf Mitgliedern, die neu in den bereits bestehenden deutsch-polnischen Parkverbund aufgenommen wurden.Landschaftsarchitekt Stefan Hohmann hatte die Aufgabe, die Delegierten bei einem einstündigen Parkspaziergang an die Schönheiten des Juwels in neuer Pracht zu führen.

„Man kann Herrn Hohmann, der Gemeinde Altdöbern und der Internationalen Jugendbauhütte nur größten Respekt zollen, was sie hier vollbracht haben“, fasste Claudius Wecke seine Eindrücke zusammen. Ein- zweimal jährlich stattet der Parkleiter aus Branitz nebst Gattin und Sprössling dem Altdöberner Park einen Besuch ab. „Hier ist Veränderung zu erleben, immer wieder gibt es Neues zu entdecken“, so Wecke, der den Besuch des Parks zu jeder Jahreszeit empfiehlt. „Ich hoffe, dass der Parkverbund seine Strukturen noch stärker festigen kann, um gemeinsame Ziele zu formulieren und zu erreichen“, bekräftigt er den Ausbau der Zusammenarbeit. „Branitz wünscht sich ein starkes Altdöbern.“

Das wünscht sich auch das sächsische Dresden, das durch Alexander Dietrich von Eickstedt und später durch Carl Heinrich von Heineken in besonderer Verbindung steht. „Abgeordnete“ aus der Elbmetropole schlossen sich der Parkführung an und mussten beim Schlendern unter dem Dach des erhabenen Baumbestandes neidlos anerkennen: Ja, auch Altdöbern hat ein (botanisches) Grünes Gewölbe. Am gestrigen Sonntag fanden die Altdöberner Parksommerträume mit dem Familienfest der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH ihre Fortsetzung.