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| 01:29 Uhr

Osterreiter begeistern in Zerkwitz

Zerkwitz. Das Klacken der Pferdehufe kündigt die Wendischen Osterreiter an, die von Hunderten Schaulustigen in den Dörfern des Kirchensprengels Zerkwitz/Lübbenau am Sonntagvormittag begrüßt wurden. Bereits zum 14. Mal formierten sich Ross und Reiter zu der stillen Prozession. Von Bernd Marx

An 364 Tagen des Jahres sind sie Dozenten, Angestellte, Arzthelferinnen, Pferdewirtinnen, Studentinnen und Landwirte. Doch am Ostersonntag tragen sie gemeinsam in einer stillen Prozession die christliche Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi in die Dörfer der Spreewaldregion.

Der 56-jährige Landwirt Jürgen Sergel aus Zerkwitz hat an allen 14 Ritten des örtlichen Kirchensprengels teilgenommen. "Ich konnte in den letzten Wochen vor Aufregung schon nicht mehr ruhig schlafen", verrät er. Insgesamt 14 Reiter hatten für die festliche Prozession ihre Pferde herausgeputzt und geschmückt. Marie Jurischka aus Ragow und Paula Hilgert aus Zerkwitz flochten kurz vor dem Ritt noch ein Kunstwerk in die lange Mähne der Haflingerstute "Luna".

In Zerkwitz überreichten die Konfirmanden im Beisein von Hunderten Zuschauern die traditionellen weißen Kirchenfahnen mit dem roten Kreuz und das grüne Hoffnungskreuz an die Reiter. "Ostern ist für die Menschen ein Aufbruch zu neuen Ufern", verkündete Pfarrer Michael Oelmann vor den Versammelten an der Zerkwitzer Kirche und schickte die Reiterschar zur Verkündigung der Auferstehung in die umliegenden Dörfer. Ute Henschel, Mitarbeiterin im Spreewald-Museum in Lübbenau, überbrachte die christliche Botschaft auf Wendisch.

"Es ist immer wieder ein bewegendes und glückliches Gefühl, dabei zu sein", sagte Elsbeth Zimmermann (74) aus Lübbenau, die alle Osterritte mit ihrem "Drahtesel" verfolgt hat. Über die Ortschaften Kleeden, Klein- und Groß Beuchow und Klein Radden erreichte die Reiterschar gegen Mittag Ragow, wo am Dorfplatz Trinka eine Rast mit Andacht und Gebet eingelegt wurde.

Dort erhielt am geschmückten Osterbogen Cindy Müller aus Ragow den irdenen Osterkrug aus den Händen von Reiterin Christin Szablicki aus Kittlitz. "Für den Osterbogen benötigten wir 20 Arbeitskräftestunden", erklärte Viola Schmidt von der Ragower Frauensportgruppe.

Beim Osterquiz gab es eine Überraschung. Die 10-jährige Lena Jesse aus Bautzen gewann einen Osterkorb mit vielen Überraschungen. "Wir machen Urlaub im wunderschönen Spreewald und wollten uns das wendische Osterreiten natürlich nicht entgehen lassen", sagt Frank Jesse. Zusammen mit anderen Schaulustigen verabschiedeten sie die Osterreiter, die sich in Richtung des Lübbenauer Ortsteils Krimnitz in Bewegung setzten.