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| 17:43 Uhr

Osterprogramm
Osterbräuche und Märchentheater im Museum

Ostern ist Saisonstart im Freilandmuseum Lehde. Zu Gründonnerstag werden die historischen Türen geöffnet.
Ostern ist Saisonstart im Freilandmuseum Lehde. Zu Gründonnerstag werden die historischen Türen geöffnet. FOTO: Museum Freilandmuseum Lehde
Lübbenau/Lehde/Senftenberg. Ein abwechslungsreiches Programm für Familien ist in Lübbenau, Lehde und Senftenberg vorbereitet.

Zu den Osterfeiertagen gibt es in den Museen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz einiges zu entdecken. So am Ostersamstag, 31. März: Von Märchentheater und Osterbasteleien in Schloss und Festung Senftenberg bis zu Lausitzer Osterbräuchen und ländlichem Handwerk im Freilandmuseum Lehde bieten die Museen ein buntes Osterprogramm für Familien. Dazu gibt es in den Museen an allen Ostertagen mit spannenden Sonderausstellungen eine extra Portion Kultur.

Millionen Kinder lieben sie, aber dass „Barbie“ eine echte Karrierefrau ist, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Dabei war sie schon Pilotin, Olympiasiegerin und Astronautin. Rund 300 Barbiepuppen zeigen im Senftenberger Schloss, wie sich nicht nur die Puppen, sondern auch weibliche Berufsträume in den letzten sechs Jahrzehnten verändert haben. Einen Blick in die Geschichte wirft auch das Lübbenauer Spreewald-Museum mit sorbischen/wendischen Trachtenfotografien um 1900. Die Sonderausstellung mit historischen Aufnahmen des Cottbuser Fotografen Richard Klau ist bis zum 1. Mai verlängert worden, teilt Jenny Linke vom Museum OSL mit.

Am Ostersamstag bietet das Museum Schloss und Festung Senftenberg besonders Familien ein abwechslungsreiches Programm. Osterspiele und Basteleien erwarten die Kinder am Nachmittag von 13 bis 17 Uhr im Schloss. In der Osterwerkstatt entstehen filigrane sorbische Ostereier und der fleißige Hase hat so manche Überraschung versteckt. Das Ostercafé des Fördervereins lädt mit selbst gebackenen Kuchen zum Verweilen ein.

Um 15 Uhr erwartet die Kinder dann im Schloßsaal das Märchen „Die Regentrude“ von Theodor Storm: Dürre liegt über dem Land, das Getreide vertrocknet und die Tiere verdursten. Die Regentrude, die die Felder mit reichem Regen segnen könnte, muss wohl eingeschlafen sein. Nur die alte Mutter Stine kennt noch das Sprüchlein, mit dem man sie weckt und nur eine Jungfrau kann zu ihr unter die Erde gehen. Die Schauspielerin Daniela Schwalbe tanzt und erzählt das Märchen rund um altes Wissen und den Glauben an die Kräfte der Natur auf poetische Art und Weise.

Die Hauptfigur der Frühjahrsausstellung im Schloss ist Kindern und Erwachsenen wohl bekannt. Barbie ist nicht nur das meistverkaufte Spielzeug aller Zeiten, jeder hat sofort eine Bild von ihr vor Augen. Aber „Barbie“ ist mehr eine Anziehpuppe mit blondem Zopf. Präsidentin oder Krankenschwester, Model oder Astronautin über 150 Berufe hat die kleine Spielgefährtin schon ausprobiert. Sechzig Jahre nach ihrem ersten Auftritt im Kinderzimmer ist die Barbie-Puppe nicht nur so modern wie eh und je, sie dokumentiert ganz nebenbei die Entwicklung und Veränderungen weiblicher Lebensbilder seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute.

Ab Gründonnerstag, 29. März, öffnet das Freilandmuseum Lehde wieder seine historischen Türen. Bevor es auf die Suche nach Ostereiern und Schokoladenhasen geht, stimmt das Museum beim Familientag am Samstag, 31. März, auf das Osterfest im Spreewald ein. Was spielt man auf einer Walei oder was ist eine Patensemmel? Bei einem besonderen Osterspaziergang durch das Freilandmuseum erfahren die Besucher Wissenswertes über die bäuerlichen Osterbräuche des Spreewaldes im 19. Jahrhundert. Start der Sonderführung ist jeweils 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr am Museumseingang.
Von 11 bis 17 Uhr können sich kleine und große Osterhasen außerdem handwerklich und künstlerisch beim Seilern und Ostereierverzieren ausprobieren.

Prachtvoll ist das Motto der Fotoausstellung im Lübbenauer Spreewald-Museum. Einige der frühestens Fotografien sorbischer/wendischer Trachten stammen von Richard Klau, der von 1886 bis 1911 in Cottbus und zeitweise in Großräschen ein Fotoatelier betrieb. Der Fotograf und Postkartenverleger bannte in seinem Atelier nicht nur Unternehmer und Politiker auf Fotoglasplatten, auch viele weibliche Kundinnen ließen sich um 1900 in ihren prachtvollen Trachten ablichten. Hiervon beeinflusst, entschied sich Klau, die Trachtenvielfalt seiner Umgebung dokumentarisch festzuhalten. Neben Originalabzügen und großformatigen Drucken der Fotoglasplatten von Richard Klau zeigt das Museum noch bis zum 1. Mai Trachtenteile und Ostereier aus seiner Sammlung, die traditionelle Muster und Elemente dieser frühen Aufnahmen widerspiegeln.

Mit heißem Wachs, Stecknadelköpfen und geschnitten Taubenfedern werden bunte Muster aufs Ei getupft. Egal ob man sich das erste Mal an einem sorbischen Osterei probiert, eigene Muster gestalten möchte oder schon etwas Erfahrung mitbringt – nach Anleitung entstehen in den Osterferien kleine Kunstwerke für das Osterfest.

Im Freilandmuseum Lehde können die Osterbräuche in den Ferien vom Freitag, 30. März, bis Sonntag, 8. April, jeweils von 13 bis 16 Uhr ausprobiert werden. Im Anschluss wird im Freilandmuseum Lehde ein weiterer Lausitzer Osterbrauch angeboten: Auf der Festwiese kullern auf der Walei bunte Eier um die Wette. Mit Geschick und etwas Glück rollen die Eier auf der abschüssigen Bahn ins Ziel.

Unter Anleitung können in Lehde in der Osterwerkstatt Eier mit heißem Wachs gestaltet werden.
Unter Anleitung können in Lehde in der Osterwerkstatt Eier mit heißem Wachs gestaltet werden. FOTO: MOSL