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| 18:54 Uhr

Rudelübergabe
Lübbenau ist im Osterfest-Modus

Mit einem abwechslungsreichen Ostermarkt hat die veranstaltende Interessengemeinschaft Altstadt Lübbenau (IGEA) Besucher und Bewohner in Osterfest-Modus versetzt. Zu den Höhepunkten am Samstag zählte der Besuch des Osterhasen Torsten.
Mit einem abwechslungsreichen Ostermarkt hat die veranstaltende Interessengemeinschaft Altstadt Lübbenau (IGEA) Besucher und Bewohner in Osterfest-Modus versetzt. Zu den Höhepunkten am Samstag zählte der Besuch des Osterhasen Torsten. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Bewährtes trifft Neues beim Ostermarkt in der Lübbenauer Altstadt. Von Uwe Hegewald

Warmlaufen für das bevorstehende Osterfest, so lautete die Mission von Meister Lampe am Wochenende im Spreewald. In Lübbenau beispielsweise ist der Osterhase etwa 1,70 Meter groß, zutraulich, spendabel und besitzt auffallende Ähnlichkeit mit Torsten Schulz.

Ein ums andere Mal geht der Lübbenauer in die Hocke, damit die jüngsten Ostermarktbesucher an seine mitgeführten Leckereien gelangen. „Mein Personal-Trainer wäre stolz auf mich“, ringt er der Dauerübung zusätzliche Trainingsfaktoren ab. Erwachsenen, die in seine Kiepe langen, warnt er für alle Fälle: „Bedenken Sie die Risiken und Nebenwirkungen. Was Sie hier verzehren, geht direkt auf die Hüften.“

Und es sind auch gar nicht nur die Köstlichkeiten von „Hoppel Torsten“, die Marktbesucher schnell schwach werden lassen: Speiseeis, herzhafte Salami, Pulsnitzer Lebkuchen, Räucherfisch oder ungarischer Baumstriezel lassen Besuchern das Wasser im Mund zusammenlaufen. Hinter dem Baumstriezel-Stand steht Helmut Hummel mit seiner Familie, kurz Striezel-Team genannt.

Wie der Küchenmeister aus Finsterwalde berichtet, handelt es sich beim Baumstriezel (ungarisch Kürtöskalacs) um ein traditionelles Hefegebäck, das auf Ahornspießen über Holzkohle gebacken wird. Dass sich vor dem Stand des Striezel-Teams eine Menschenschlange bildet, wundert die Sängerstädter nicht. „Die Leute können uns live bei der Arbeit zusehen. Das kommt an“, erklärt sich Helmut Hummel das besondere Interesse an den Backspezialitäten, die in mehreren Geschmacksrichtungen angeboten wurden.

„Erlebbares Handwerk bildet eine wichtige Säule unseres Ostermarktes“, führt Angela Glaubitz von der veranstaltenden IGEA Interessengemeinschaft Altstadt Lübbenau an. Auch deshalb ist jedes Jahr Siegfried Henneschen auf dem Ostermarkt ein gern gesehener Handwerker. Der Korbmacher aus Walddrehna (Gemeinde Heideblick) fertigt seit Kindesbeinen Korberzeugnisse. „Fünf bis acht Stunden kommen täglich zusammen. Ich kann gar nicht so viel produzieren, um die Nachfrage zu decken“, erzählt der Diplom-Landwirt.

150 Korbweiden liefern das entsprechende Material, dennoch müsse er zusätzlich Flechtweiden aus Portugal zukaufen. „Vor dem Osterfest gehen farbige Kinderkörbe besonders gut“, so der fast 80-Jährige, der sein Hobby maximal noch zehn Jahre ausüben möchte. „Das habe ich den Kunden vor zehn Jahren aber auch schon erzählt“, räumt Siegfried Henneschen dann noch ein.

Zum umfassenden Sortiment zählen auch klassische Kiepen, wie sie „Hoppel Schulz“ auf dem Rücken trägt. Er genießt das Bad in der Menge, muss am Samstagnachmittag aber damit leben, dass andere „Häschen“ die Blicke auf sich ziehen: Von der Boutique „p. e. moden“ engagierte Models zeigen auf dem Catwalk am Sagenbrunnen die trendigsten „Frühjahrsfummel“, die eigentlich in keinem Kleiderschrank fehlen sollten. Moderatorin Sabine Lehmann hebt neben der Kleidung eine Besonderheit hervor: „Unsere Models kommen alle aus Lübbenau. Das bekommt nicht jede Stadt hin.“

Kulinarischen und optischen Genüssen folgen akustische Sinnesfreuden. Am Samstag zelebrieren die „Fröhlichen Hechte“ stimmungsvolle Blasmusik, für den verkaufsoffenen Sonntag sind Akkordeon-Spieler der Musikschule Fröhlich angesagt gewesen.

Und wie steht es um den Osterhasen Torsten? „Hoppel Schulz“ fühlt sich bestens gewappnet für das Osterfest und freut sich schon ein wenig darauf, das plüschige Kostüm nach Ostern wieder ablegen zu dürfen. Aber gemach, gemach: Nach dem Fest ist bekanntlich vor dem Fest und so sollte es spätestens zum IGEA-Weihnachtsmarkt ein Wiedersehen mit Torsten Schulz geben – dann jedoch in einer anderen Rolle, in einer von Ehegattin Petra geschneiderten Weihnachtsmann-Robe.