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Ogrosen weiter in der Warteschleife

So könnte nach den Planungen des Büros mayerwittig das Dorfgemeinschaftshaus Ogrosen aussehen. Die voraussichtlichen Kosten aber würden laut Verwaltung das Machbare übersteigen.
So könnte nach den Planungen des Büros mayerwittig das Dorfgemeinschaftshaus Ogrosen aussehen. Die voraussichtlichen Kosten aber würden laut Verwaltung das Machbare übersteigen. FOTO: mayerwittig
Vetschau/Ogrosen. Ein Dorfgemeinschaftshaus für Ogrosen wird zu teuer – derzeit wird von mehr als 400 000 Euro ausgegangen. Fachbereichsleiter Sven Blümel kündigt neue Vorschläge der Verwaltung zur Lösung an. In Ogrosen selbst würden derweil das Vertrauen in die Politik und die Lust auf ehrenamtliche Arbeit schwinden, wie Frank Thiede vom Heimatverein sagt. Hannelore Kuschy

Der alte Konsum und der ehemalige Kindergarten in Ogrosen sind im Sommer abgerissen worden. Die Hoffnung vieler Ogrosener, dass im Anschluss mit dem Neubau begonnen wird, haben sich bis heute nicht erfüllt. Abgeordnete und Verwaltung hadern mit den zu erwartenden Kosten. Die Mehrheit der Vetschauer Abgeordneten hatte zwar dafür gestimmt, das Mehrzweckgebäude zu bauen, die Kosten von 300 000 Euro aber nicht zu überschreiten. Schätzungen der Planer gingen aber von 396 000 Euro aus. "Nach der ersten Ausschreibung ist erkennbar: Das ist nicht einzuhalten", sagt Bau-Fachbereichsleiter Sven Blümel. Und so stehe derzeit eine Summe von weit mehr als 400 000 Euro im Raum. "Warum", so Frank Thiede an dieser Stelle, "hat die Stadt dem Architekten nicht gleich die finanzielle Grenze für die Planung aufgezeigt?".

Er wie auch Karin Nitzsche vom Heimatverein, die über Jahre die Gymnastikgruppe der Ogrosener Frauen geleitet hatte, fehle inzwischen der Antrieb, sich ehrenamtlich zu engagieren. So sei es auch den Vorgängern im Ortsbeirat gegangen, und sie hätten schließlich aufgegeben. "Ich bin gerne bereit, weiter Initiative zu zeigen, wenn von Vetschau ein positives Signal kommt und der erste Spatenstich vollzogen ist. Wir wollen keinen Raum, wir wollen das Haus", stellt Karin Nitzsche klar.

Die Ogrosenerin vermisse die Bürgernähe der Verwaltung, "denn bisher haben Verantwortliche von Vetschau nur nach Einladung durch den Heimatverein den Weg in unseren Ort gefunden". Die Ogrosener würden schon über acht Jahre für ihr Bürgerhaus kämpfen und fühlten sich jetzt "verschaukelt und nicht ernst genommen". "Vorbei ist es mit gemütlichen Kaffeerunden, Bastel- und Sportnachmittagen und vielem anderen", bedauert sie, denn die beiden alten Gebäude gäbe es nicht mehr, andere Möglichkeiten sehe sie kaum. Auch eine kleine Bibliothek für den Ort und umliegende Dörfer stehe wohl in den Sternen, vermutet Frank Thiede. Er erinnert noch einmal daran, dass Ogrosen zur Finanzierung des neuen Hauses beitrage, denn mindestens 160 000 Euro würden aus der Zeit der Gemeindegebietsreform noch auf der hohen Kante liegen.

In den vergangenen 20 Jahren, stellt er verärgert fest, sei in Ogrosen nicht durch die Stadt, sondern nur aus eigener Tasche investiert worden, also beispielsweise mit Geld aus dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft".

Die Diskussion um das Dorfgemeinschaftshaus fällt in eine Zeit, in der für Vetschau auch andere Investitionen anstehen. Das sind zum Beispiel die Feuerwehr in Laasow, die Turnhalle in Missen und die Aula im Vetschauer Schulzentrum.

Für das Ogrosener Bürgerhaus prüft das beauftragte Planungsbüro aus Cottbus noch einmal den Kostenrahmen. Sven Blümel kündigt zudem für die nächste Sitzung des Vetschauer Hauptausschusses am 10. November Vorschläge der Verwaltung an, welche Lösungen es für die Ogrosener geben könnte.