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Ogrosen bangt weiter um seinen Treff

Die alte Schule und der ehemalige Kindergarten sollen für den Neubau des Bürgerhauses Ogrosen abgerissen werden.
Die alte Schule und der ehemalige Kindergarten sollen für den Neubau des Bürgerhauses Ogrosen abgerissen werden. FOTO: H. Kuschy
Ogrosen. Ogrosen soll im kommenden Jahr sein lang ersehntes Dorfgemeinschaftshaus bekommen. Die Einwohner aber trauen dem Frieden nicht. Denn von den Vetschauer Abgeordneten kam noch kein klares Bekenntnis dazu. Hannelore Kuschy

Seit dem Jahr 2008 wünschen sich die Ogrosener ein Begegnungszentrum. Denn das beispielhafte Dorf- und Vereinsleben spielt sich im nahezu baufälligen alten Kindergarten ab. Der befindet sich gleich neben der alten Schule aus dem Jahr 1866. Beide geben in der Dorfmitte ein betrübliches Bild ab.

Nach jetzigen Stand soll das Dorfgemeinschaftshaus 2016 für knapp 400 000 Euro neu gebaut werden. Mehr als 150 000 Euro davon steuert Ogrosen aus der Rücklage der ehemaligen selbstständigen Gemeinde bei. Für die Planung werden 27 000 Euro ausgegeben. Die Entwurfsplanung steht inzwischen. Einigkeit unter den Abgeordneten aber gibt es vier Wochen vor der Beschlussfassung noch nicht. "Wir müssen das Ganze kritisch betrachten, weil es auch um Geld aus dem Vetschauer Haushalt geht", begründet An dreas Malik (CDU) seine noch zögerliche Haltung bei einer Aussprache zwischen Einwohnern, Stadt und Abgeordneten. "Auch wir haben auf die Kosten geschaut", erklärt Karola Schmidt (Linke). Die WGO entscheide sich definitiv für das Bürgerhaus, sagt Chris Mielchen. Die SPD macht ihre Entscheidung von Bedingungen wie dem Mietvertrag, einer hohen Wirtschaftlichkeit des Baus und Ogrosener Eigenleistungen abhängig.

Die Tatsache, dass das benötigte Geld in den 2016er Haushalt eingeplant ist, überzeugt die meisten Ogrosener noch nicht. Denn voraussichtlich zum Ende dieses Jahres werde erst über den Haushalt 2016 entschieden. Und jeder weiß, dass es in Vetschau mit den Finanzen derzeit und in den nächsten Jahren nicht zum besten bestellt ist. Gebaut wird nach heutigem Stand zudem ohne Fördermittel. Selbst wenn Vetschau mit einem Antrag noch in die nächst mögliche Bewerbungsrunde der gegenwärtigen Förderperiode rutsche, argumentiert Bau-Fachbereichsleiter Sven Blümel, würde Ogrosen mit anderen Vorhaben erfolglos konkurrieren. "Wir werden uns dennoch um Geld bemühen", versichert er. Mit Eigenleistungen wollen die Ogrosener die Kosten durchaus reduzieren helfen. Das kann sich Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen lediglich bei der Umfeldgestaltung vorstellen. Mit dem Heimatverein wird die Stadt einen Mietvertrag abschließen. Heißt: Der Verein muss für die Betriebskosten aufkommen und das Haus effektiv nutzen.

Die Aussage von Bengt Kanzler, dass es nicht mehr darum geht, ob gebaut wird, sondern wie, kann die Ogrosener noch nicht in Ruhe wiegen - denn einige Hürden sind noch zu überspringen.

Kommentar: Auch nach Mai am Ball bleiben

Zum Thema:
Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses Ogrosen ist Thema des Hauptausschusses, der am 16. April im Sitzungszimmer des Schlosses berät. Beginn ist um 18 Uhr. Das Planungsbüro wird seine Entwurfsplanung vorstellen. Die Vetschauer Stadtverordnetenversammlung wird am Donnerstag, 7. Mai, über diese Entwurfsplanung befinden.