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Aktionsbündnis "Klare Spree"
Ocker ohne Ende - eine unzufriedene Bilanz

Cottbus/Vetschau. Das Aktionsbündnis "Klare Spree" (ABKS) will ein kritischer aber konstruktiver Gesprächspartner von Unternehmen und Behörden beleiben, mit denen es regelmäßig die Maßnahmen gegen die Verockerung und Sulfatbelastung der Spree berät, abstimmt und kontrolliert. Dies haben Beiratsmitglieder in einem Gespräch mit Vertretern der LEAG und des Landesbergamtes in Cottbus deutlich gemacht. red/bt

Das Aktionsbündnis lobte, dass viele der Sofortmaßnahmen Ergebnisse aufzeigen, die eine Verringerung der Einträge nachweisen. So haben unter anderem die "Barriere" für den Spreewald oder die Bekalkung der Spree vor der Talsperre positive Effekte auf die Wasserqualität gebracht. "Dagegen ist im Spremberg keinerlei Verbesserung sichtbar. Viele Zuläufe der Spree sind nach wie vor extrem mit Ocker belastet. Eine langfristige Reduzierung der Eisen- und Sulfatbelastungen in der Spree und ihren Nebenflüssen, insbesondere vor Spremberg, ist nicht in Sicht. Hier sind dringend weitergehende Maßnahmen erforderlich", erklärt der Sprecher des Aktionsbündnisses, Winfried Böhmer.

Das Aktionsbündnis kritisiert weiterhin, dass das im Dezember 2015 vom Landtag geforderte "Strategische Gesamtkonzept zur Senkung der bergbaubedingten Stoffeinträge" noch immer nicht vorliegt. Es sei nicht hinnehmbar, dass erst in 2019 "realistische Zielwerte" für Eisenocker definiert sein sollen und danach weiterführende Maßnahmen geprüft und geplant werden, so Winfried Böhmer. Das Aktionsbündnis fordert vorbergbauliche Wasserqualitäten, das heißt mindestens den Zielwert von 1,8 mg/l Eisen gemäß Gewässerverordnung für verbindlich zu erklären. Weiterhin würden noch immer ein Deponierungskonzept für die Ockerschlämme aus Flüssen und Seen sowie die Studie zur Sulfatbelastung fehlen.

Wiederholt stellten die Vertreter des Aktionsbündnisses die Notwendigkeit der Beräumung der Spremberger Talsperre heraus, um eine Katastrophe für den Cottbusser Raum und das Biosphärenreservat Spreewald im Hochwasserfall zu verhindern. Die Vorsperre sollte bereits im Jahr 2017 beräumt werden, was bisher nicht geschehen ist. "Eine technische Lösung zur Beräumung der Hauptsperre wurde von den zuständigen Behörden bisher noch gar nicht geprüft und in Erwägung gezogen", so der Sprecher.

Ebenfalls ungelöst sei die Problematik der Quellenbehandlungen für Nebenflüsse der Spree. Dafür wurden von den Behörden bereits vor einem Jahr Untersuchungen versprochen. Die Umleitung von belastetem Wasser aus dem Göritzer Mühlenfließ sowie die Maßnahmen zur Säuberung der Kahnfahrt in Raddusch zeigen nach Ansicht des Aktionsbündnisses bisher jedoch sichtbar kaum Effekte. Auch die Umleitung von belastetem Wasser in den Südumfluter ist keine nachhaltige und umweltverträgliche Lösung.