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| 17:42 Uhr

Spreewald
Obstbäume für das Burggelände

Benjamin Raschke (zweiter von links) hat während des Arbeitseinsatzes aus den Händen von Michael Petschick als 29. Mitglied die Stifterurkunde erhalten. Auf dem Foto von links: Michael Petschick, Benjamin Raschke, Dagmar Jacob, Heike Volkmer, Mike Kess.
Benjamin Raschke (zweiter von links) hat während des Arbeitseinsatzes aus den Händen von Michael Petschick als 29. Mitglied die Stifterurkunde erhalten. Auf dem Foto von links: Michael Petschick, Benjamin Raschke, Dagmar Jacob, Heike Volkmer, Mike Kess. FOTO: Peter Becker
Lübbenau. Die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald legt auf dem Barzlin eine Streuobstwiese an.

Michael Petschick warf die Kettensäge an und zerteilte den uralten Obstbaum, den einer der jüngsten Stürme flachgelegt hatte, in handliche Stücke. Die in unmittelbarer Nähe patrouillierenden Wildschweine hielten angesichts des Lärms mal kurz ihre Schnauzen in Richtung des Geräusches, gingen aber ganz entspannt weiter. Sägelärm scheint den Tieren nicht bedrohlich zu sein.

Benjamin Raschke, Mitglied des Landtags (Bündnis90/Die Grünen) und weitere Helfer schulterten Äste und Baumstücke. Sie legten sie am Rand der neu entstehenden Streuobstwiese auf dem Barzlin ab. Das Totholz wird vielen Tieren als Kleinbiotop noch nützlich sein.

 Der Barzlin ist nördlich von Lübbenau gelegen. Die Talsanderhebung im ansonsten sehr flachen Umland der Spreeaue eignet sich  als Siedlungsgebiet. In der Tat reichen Spuren der Besiedlung 3000 Jahre zurück. Im 9. Jahrhundert errichteten hier slawische Siedler eine Burg, erst im 19. Jahrhundert wurde die Siedlung aufgegeben.

Nach dem Willen der Spreewaldstiftung soll auf einem Teil der alten Siedlungsanlage eine Streuobstwiese entstehen, besser gesagt, wieder entstehen. Noch lange nach dem Verlassen der Menschen standen hier Obstbäume. Inzwischen droht Überwucherung der ehemaligen Wiesenfläche. Besonders Neophyten, das sind nichtheimische Pflanzenarten wie etwa der dort sich stark ausbreitende Bastardindigo, drohen heimische Arten zu verdrängen.

Anliegen der Stiftung ist es, durch Baumpatenschaften möglichst viele Obstbäume pflanzen zu können. Dabei geht es weniger um das Obst als solches, sondern eher um Landschaftspflege und um Schaffung von Biotopen für Insekten und Vögel. „Wir wollen besonders dem Wiedehopf seinen Lebensraum zurückgeben“, erklärte Michael Petschick den Teilnehmern an der Auftaktveranstaltung. Wer sich dem Projekt anschließen will, wird entweder Stiftungsmitglied, Baumpate oder beides. „Ich bin begeistert von dem Projekt, weil gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Naturerhaltung wie zur Landschaftspflege geleistet wird. Hier sind alle Menschen gefordert und auch in der Lage, etwas für die Natur zu tun“, sagte Benjamin Raschke. In der heutigen Zeit sei Naturerhaltung nicht mehr allein Aufgabe der Landwirte und Schäfer. „Im Landtag werde ich meine Möglichkeiten nutzen, um darauf aufmerksam zu machen“, sagte der Abgeordnete. Raschke könne sich vorstellen, dass Schulklassen derartige Patenschaften übernehmen.

Nachdem der letzte Baum zerlegt war, stellte Michal Petschick, der zugleich stellvertretender Stiftungsvorsitzender ist, die Säge ab und holte aus einem Rucksack die gerahmte Stifterurkunde für Benjamin Raschke hervor. Der ist nun das 29. Mitglied der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald. „Die bekommt einen Ehrenplatz in meinem Potsdamer Büro“, versprach er. Stiftungsmitarbeiterin Dagmar Jacob hatte während der Übergabe heißen Kaffee in die Becher gefüllt – zum Anstoßen auf ein neues Mitglied, auf den gelungenen Auftakt und darauf, dass sich möglichst viele Baumpaten finden mögen.