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Nur der Griff in den Schlüsselschrank reicht nicht

Pfarramtsübergabe in Lübbenau mit Blick in den Tresor, wo die wertvollen Tauf- und Abendmahlsgeräte lagern. "Alles in bester Ordnung", bestätigen Superintendent Thomas Köhler, Pfarrer Andreas Döhle und Pfarrerin Ulrike Garve (v. l.).
Pfarramtsübergabe in Lübbenau mit Blick in den Tresor, wo die wertvollen Tauf- und Abendmahlsgeräte lagern. "Alles in bester Ordnung", bestätigen Superintendent Thomas Köhler, Pfarrer Andreas Döhle und Pfarrerin Ulrike Garve (v. l.). FOTO: F. Dorn
Lübbenau. () Ihre ersten Gottesdienste hat Pfarrerin Ulrike Garve in Lübbenau bereits erfolgreich absolviert, als ihr Pfarrer Andreas Döhle auch offiziell das Pfarramt übergab. Wer glaubt, eine Pfarramtsübergabe sei mit einem Griff in den Schlüsselschrank erledigt, liegt allerdings falsch. red/hk

Übernahme- und Übergabeprotokolle werden verfasst, kontrolliert und mit dem Siegel des Kirchenkreises versehen. Aber nicht bevor Akten, Kirchenbücher und sämtliche Inventargegenstände genau mit den Listen abgeglichen worden sind. In Lübbenau sind dafür Pfarrerin Ulrike Garve, Pfarrer Andreas Döhle, Gemeindekirchenratsmitglied Marianne Wendland und Superintendent Thomas Köhler zusammengekommen. Nach Aktensichtung und Übergabe im Pfarrbüro ging es in die Nikolaikirche. Auf der zweiten Empore befindet sich das Kirchenarchiv. Hier ruht, verdichtet auf knapp zehn Metern Regallänge, Ortsgeschichte seit 1662. Die Kirchenbücher sind quasi ein Lübbenauer "Who is Who" der letzten 350 Jahre. In ihnen stecken wichtige Daten, ob über Geburt, Taufe, Hochzeit oder Sterben. Bis im 19. Jahrhundert das Standesamt eingeführt wurde, waren Kirchenbücher die einzigen Dokumente von amtlicher Gültigkeit. "Damit sind die Bücher Zeugnisse des Lebens unserer Ahnen. Wer Einsicht nehmen möchte, muss ein berechtigtes Interesse nachweisen können und sollte sich damit an das evangelische landeskirchliche Archiv in Berlin wenden, wo die Lübbenauer Kirchenbücher auf Mikrofilm vorliegen", sagt Superintendent Thomas Köhler. Der Check im Archiv ergab jedenfalls keine Unstimmigkeiten. Auch der Blick in den Tresor, wo die wertvollen Taufschalen und -kannen, Abendmahlskelche und Patenen verwahrt sind, hinterließ zufriedene Gesichter. Zwei Altarleuchter mit der Gravur "Anna Bagge, Anna Baggin, 1662" gehören wohl zu den ältesten Inventargegenständen der Lübbenauer Kirche. Für diese und alles Weitere hat Andreas Döhle nun offiziell die Verantwortung an Ulrike Garve übertragen.