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| 15:21 Uhr

Exklusive Sommertour
Nonstop durch die neuen Spreewelten

Baustellenbesichtigung bei den Spree-Welten FOTO:
Lübbenau. Baustellenbesichtigung im Zehn-Minuten-Takt – rund 700 Teilnehmer zeigen sich schwer beeindruckt. Von Daniel Preikschat

Nur ausnahmsweise stand Michael Jakobs am Samstag an der Rezeption des neuen Spreewelten Hotels in der Alten Huttung. „Herzlich willkommen, schön, dass Sie bei uns gebucht haben“, sagte der Geschäftsführer der Spreewelten GmbH und sorgte damit für Heiterkeit bei den 20 Teilnehmern der ersten LR-Sommertour durch die Baustellenlandschaft der Spreewelten. Denn soweit ist es noch nicht, dass in dem dreigeschossigen Hotel im Gutshausstil eingecheckt werden kann. Im Februar erst ist Eröffnung, so Jakobs. Bis dahin soll der Gebäudekomplex mit dem Speichergebäude in L-Form, von dem das Gutshaus mit Rezeption und Bar eingefasst wird, so schick aussehen wie in den bereits ausliegenden Flyern. Elf Millionen Euro investieren die Spreewelten in ihr Hotel, das Unternehmen ist Eigentümer und Bauherr.

Sogar zwölf Millionen Euro kostet, was im und um das Spreeweltenbad passiert. Hier begann Michael Jakobs seine Baustellenführung und versorgte die Teilnehmer im Eingangsbereich zunächst mit Basisinformationen: 2007 übernahmen die Spreewelten das Bad. 250 000 bis 270 000 Besucher jährlich kamen fortan, sodass der Badbetreiber dem Eigentümer, der Stadt Lübbenau, eine halbe Million Euro jährlich überweisen konnte. Ein Erfolg, den auch die Humboldt-Pinguine möglich gemacht haben, an denen sich Gäste seit 2008 erfreuen können.

Der normale Verschleiß eines Bads im Laufe der Jahre, vor allem aber der Konkurrenzdruck zwangen Stadt und Spreewelten, gemeinsam insgesamt 24 Millionen Euro zu investieren, erläuterte der Geschäftsführer weiter. Das ans Bad angedockte 220-Betten-Hotel und die künftig mehr als doppelt so große Außenanlagen sollen für einen kräftigen Attraktivitätsschub sorgen. Dass diese Rechnung aufgeht und auch weiterhin so viele Gäste kommen – davon sind die rund 700 Teilnehmer an der LR-Sommertour nach den Baustellenrundgängen wahrscheinlich überzeugter als vorher.

Denn was sie in der einen Stunde zu sehen und erklärt bekamen, dass beeindruckte sichtlich. Da ist zum Beispiel die von Jakobs als „Weltneuheit“ gepriesene Erlebnisrutsche, die man zusammen mit dem Hersteller entwickelt hat. Musik und Lichteffekte können Nutzer vorher am Computer selbst auswählen. Exakte Zeitmessung, Tempoangaben und ein Punktesystem laden zum Wettstreit ein. Geradezu hingerissen waren die RUNDSCHAU-Leser von den Außenanlagen, die ein ganz neues Gesicht bekommen und mehr als doppelt so groß sein werden wie vor dem Ausbau. Für die Pinguine wurde eine Phantasielandschaft mit Spreewaldflair ins neue Becken gezaubert. „Mystisch“ wurde geraunt, „großartig“, als der Blick auf Baumstämme, Wurzelwerk, Pfähle, Bohlen und Holzfässer fiel, die sich über sandigen Fließgrund verteilen. Alles überwiegend aus Spritzbeton modelliert und mit realistischer Farbgebung. In diese Unterwasserwelt schauen die Badegäste durch großformatige Acrylglasscheiben, von denen eine – wieder ein Superlativ – mit 15,5 Metern Länge die längste mit Krümmung europaweit ist.

„Man möchte wieder Kind sein“, sagte eine ältere Teilnehmerin angesichts dieser gerade für junge Badegäste spektakulären Attraktionen. Dass sich auch die Pinguine freuen, darf angenommen werden. Auch wenn sie vermutlich noch schockiert sind vom Angriff eines großes Fuchses kürzlich, der vier von ihren Artgenossen das Leben gekostet hat. Mittlerweile, so Jakobs bei dem Rundgang, sei das Raubtier gefangen worden und die neuen Wildtierzäune so undurchlässig und so tief ins Erdreich ragend, dass die verbleibenden 18 Pinguine nichts mehr befürchten müssen. „Wir tun alles, was uns möglich ist, um unsere Lieblinge zu schützen, versicherte der Spreewelten-Geschäftsführer. Man möchte künftig gern 25 bis 30 Pinguine halten, erlaubt wären auf der größeren Anlage sogar 100.

Während Jakobs das noch sagte, erreichte schon die zweite Besuchergruppe die Bad-Außenanlagen, angeführt von Badleiter Axel Kopsch. Alle zehn Minuten, von zehn Uhr bis 18 Uhr, startete vor der Spreewelten-Verwaltung in der Alten Huttung eine LR-Sommertourgruppe, um das große Interesse zu befriedigen. Besucher kamen unter anderem aus Senftenberg, Lauchhammer, Finsterwalde, Schwarzheide, aus Cottbus und Lübben, ja sogar aus Berlin. „Es wurde alles gezeigt und man sieht gut, wo die Pinguine sich mal aufhalten“, sagte Daniela Lorenz, die mit Tochter aus der Hauptstadt gekommen ist. „Mittendrin im Spreewald“ fühle man sich. Die Führung sei sehr informativ, die Rundgänge nonstop sehr gut organisiert.

Weniger weit zu Bad- und Hotelbaustelle hatte es Monika Wonneberger. Die Lübbenauerin findet, die Anlage mit Bad, Hotel, Bademantelgang und Saunadorf „ist der Wahnsinn“. Wobei die Spreewelten ja schon vorher gut angenommen worden seien. Mit Blick auf den von Jakobs genannten Fertigstellungstermin Ende Oktober fragt sich Monika Wonneberger allerdings: „Schaffen die das?“ So oder so, sagt Brunhild Buttgereit aus Lübbenau, seien diese neuen Spreewelten für die Stadt „eine Bereicherung“.

Baustellenbesichtigung bei den Spree-Welten FOTO: