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Niklas löst Unfälle aus und knickt Bäume

In Vetschau musste die Feuerwehr am Dienstag sieben Mal ausrücken, so wie hier am Kreisel an der Bahnhofstraße.
In Vetschau musste die Feuerwehr am Dienstag sieben Mal ausrücken, so wie hier am Kreisel an der Bahnhofstraße. FOTO: Holger Neumann
Calau/Lübbenau. Einige Sachschäden sowie zahlreiche Einsätze der Feuerwehr sind die erste Bilanz nach Sturm Niklas im Spreewald-Dreieck um Vetschau, Calau und Lübbenau. Weit heftiger wütete der Sturm im Landkreis Dahme-Spreewald und im Süden von Oberspreewald-Lausitz. red/bt

Sturm Niklas hat im Spreewald-Dreieck am Dienstag und am Mittwoch vor allem für Sachschäden gesorgt. So kam auf der Autobahn 13 bei Calau eine Autofahrerin mit ihrem Pkw von der Fahrbahn ab, nachdem eine Windböe das Fahrzeug erfasst hatte. Es landete am Dienstagabend zwischen Bronkow und Calau auf dem Grünstreifen. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, am Auto wurde der Sachschaden allerdings auf etwa 10 000 Euro geschätzt.

Vergleichsweise glimpflich davongekommen ist das Lübbenauer Gebiet. Der Sturm habe einige Äste geknickt und heruntergerissen sowie für kleinere Schäden an einem Blechdach gesorgt, hieß es am Mittwochmittag aus der Stadtverwaltung und vom Bauhof.

In Vetschau musste die Feuerwehr am Dienstagabend sieben Mal ausrücken, teilt Vetschaus Stadtbrandmeister und Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Holger Neumann, mit. Häufigste Ursache waren umgestürzte Bäume. Ansonsten sei der Oberspreewald-Lausitz-Kreis relativ glimpflich davongekommen.

Die Polizeidirektion Süd vermeldet 74 Einsätze. "Dabei ist es meist zum Glück nur bei umgestürzten Bäumen und Telefonleitungsmasten sowie runtergefallenen Dachziegeln geblieben", erklärt Sprecher Ralph Meier.

In Lauchhammer hat die Feuerwehr an der Ortrander Straße versucht, einen bedrohlich in Richtung Straße stürzenden Baum kontrolliert zu Fall zu bringen. Der Riese hatte sich in den Nachbarbäumen verfangen. Doch das ist misslungen. Deshalb musste die Verkehrsader aus Gründen der Sicherheit vom Kreisverkehr bis zum Marktkauf gesperrt werden. Denn bei dem starken Wind ist es unmöglich gewesen, den Baum gefahrlos umzulegen. Von einem Wohnblock in der Jahnstraße habe sich Kacheln gelöst, die die Kameraden selbst wieder fest angeschraubt haben.

Zwischen Tettau und Lauchhammer haben die Tettauer Kameraden einen umgestürzten Baum beseitigt. In Ortrand ist im Waldweg ein etwa zwölf Meter hoher Nadelbaum auf ein Carport gestürzt. Die Feuerwehr musste den Stamm zersägen. In Frauendorf haben umgestürzte Bäume in den Nachtstunden die Zufahrtsstraße zu den Heidehäusern blockiert. Wehrleiter Sven Wielk versichert: "Der Einsatz war ein sehr ungemütlicher, ist aber reibungslos verlaufen." Auch die Telefonleitung sei von einem gestürzten Baum getroffen und zeitweise lahmgelegt worden. Auch von der Ortsverbindung nach Frauendorf musste Windbruch entfernt werden.

Entwurzelte Bäume haben die Senftenberger Feuerwehr vom Dienstagnachmittag bis kurz vor Mitternacht beschäftigt. Das bestätigt Stadtwehrführer Frank Albin. Niklas hat in der Geschwister-Scholl-Straße ein Dach eines Wohnhauses der Kommunalen Wohnungsgesellschaft (KWG) abgedeckt. Die 25 Einsatzkräfte mussten auch umgestürzte Bäume, unter anderem nahe der Tankstelle an der B 169 und in der Hanseatenstraße, beseitigen.

Betroffen von den Auswirkungen des Sturms war der Eisenbahnverkehr auf der Strecke zwischen Cottbus und Berlin (RE 2). Zeitweise strandeten am Dienstag bis zu 100 Fahrgäste auf dem Bahnhof in Brand, weil die Bahnstrecke gesperrt war. Zum Berufsverkehr rollten die Züge wieder auf der Odeg-Linie RE 2.

232 wetterbedingte Einsätze sind im Landkreis Dahme-Spreewald registriert worden. 454 Fahrzeuge der Feuerwehren waren unterwegs. Der Sturm deckte Dächer ab, Bäume stürzten um, Äste fielen herab.

Mitnetz warnt davor, sich defekten Anlagen und Leitungen zu nähern. Schäden können unter der Telefonnummer 0800 2884400 gemeldet werden.

Im Landkreis Teltow-Fläming waren die Feuerwehren 178 mal ausgerückt. Am gestrigen 1. April mussten sie noch einmal 23 Einsätze fahren, um die stürmische Nacht nachzubereiten, informierte die Kreisverwaltung. Besonders betroffen war der nördliche Bereich von Zossen-Trebbin.