ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:32 Uhr

Neustart für Schulsozialarbeiter in OSL

Klettwitz. Die Schulsozialarbeit, die nach der Pleite des Wequa-Vereins beinahe über Nacht weggebrochen war, kann noch in diesem Schuljahr fortgesetzt werden. Die Abgeordneten des Jugendhilfeausschusses haben dafür am Donnerstag die Weichen gestellt. Andrea Budich

Der Jugendhilfeausschuss hat die Kreisverwaltung einstimmig beauftragt, die Schulsozialarbeiterstellen bis zum Jahresende sofort neu auszuschreiben. Wenn der Zeitplan nicht wackelt, haben die Schüler ab 1. Mai wieder ihre vertrauten Ansprechpartner im Klassenzimmer und auf dem Schulhof.

Eine solche Kulisse ist bei einem Ausschuss des Kreistages eher selten zu erleben: Die Zuhörer hält es nicht länger auf den Stühlen. Beifall, zustimmende Rufe. Die Daumen gehen nach oben. Besucher fallen sich in die Arme. So erlebt beim Jugendhilfeausschuss des Landkreises am Donnerstagabend im Familiencampus Klettwitz. Auslöser für die erfrischende Szenerie ist der einstimmig gefasste Beschluss zur sofortigen Neuausschreibung der nach der Pleite des Wequa-Vereins auf Eis gelegten Stellen der Schulsozialarbeiter. Kaum einer der Zuhörer hatte es für möglich gehalten, die Zeit der Trägersuche und -vergabe, wie von Eltern, Kindern und Lehrern eingefordert, so zu verkürzen, dass noch im laufenden Schuljahr die Arbeit weitergeführt wird. Jetzt stehen die Zeichen auf Neustart. Die Verwaltung ist beauftragt, die Leistungen für die Stellen des insolventen Wequa-Vereins für den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Dezember 2014 auf Basis des gültigen Teilfachplanes Jugendsozialarbeit sofort auszuschreiben. Die Trägervergabe erfolgt auf der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. April.

Überwältigt von diesem Ausgang zeigt sich Gabriele Noack aus Peickwitz. "Wir Eltern waren in großer Sorge, dass das von Sozialarbeiter René Pilarsky aufgebaute soziale Netzwerk zusammenbricht", erklärt sie als Elternaktivmitglied der Klasse 8 a. Sie ist stellvertretend für alle Betroffenen der Ruhlander Oberschule gekommen. Erleichtert ist am Ende auch Martina Teunert, Schulleiterin der Gartenschule in Lauchhammer-West. Sie hatte sich in der Einwohnerfragestunde brennend dafür eingesetzt, trotz der Zwänge des Landkreises das Wohl der Kinder nicht zu vernachlässigen.

Der Weg hin zum Neustart der Schulsozialarbeit war indes für die Ausschussmitglieder ein ziemlich zäher und dicker Brocken. Zunächst hatten die Abgeordneten dem Beschlussvorschlag der Verwaltung eine klare Abfuhr erteilt. Mit der von Alexander Erbert, Dezernent für Gesundheit, Jugend und Soziales beim Landkreis OSL, vorgeschlagenen Einzellösung für das Amt Ruhland wollten sich die Kreistagsabgeordneten nicht zufriedengeben. Kritik hagelt es zudem zur angekündigten Zeitschiene mit Start des neuen Angebotes am 18. August. "Wir sollten nach einer Lösung suchen, die sofort greift", fordert Ulrich Thorhauer aus dem Jugendhilfeausschuss. Auch Wolf-Peter Hannig (Linke) spricht "von einem völlig falschen Termin". Gabi Theiss (SPD) legt eine Kohle nach und fordert: "Wir haben schon viel zu viel Zeit vergehen lassen. Wir müssen das noch für dieses Schuljahr regeln."

Sozialdezernent Erbert indes verweist immer wieder auf die "hochkomplexe Rechtsmaterie", die nach der Insolvenz eines Trägers zu beachten sei. Er erklärt, dass es zudem kein Insolvenzverfahren gebe und der Wequa-Verein einfach nicht mehr vorhanden sei. Die von der Verwaltung ins Feld geführte Anschluss-Lösung für das Amt Ruhland hätte früher nicht vorgeschlagen werden können, weil über Wochen unklar war, was genau passiert. "Wenn wir es wirklich wollen, finden wir eine schnelle Lösung für alle weggebrochenen Stellen", bleibt Gabi Theiss hart.

Ein deutliches Signal gibt der Fachausschuss darüber hinaus den Sozialarbeitern verschiedenster Träger auf Landkreisebene. Deren Jobs sind bis zum 30. Juni befristet. In die April-Sitzung des Jugendhilfeausschusses soll ein Antrag eingebracht werden, mit dem alle Stellen bis zum 31. Dezember 2014 verlängert werden. Ab 2015 werde dann nach dem neuen Teilfachplan Jugendsozialarbeit gearbeitet.