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| 17:16 Uhr

LR vor Ort
Neupetershain stellt Kulturangebot zur Diskussion

Die schmissigen und witzigen Karnevalsdarbietungen im Kultur- und Freizeitzentrum zählen in Neupetershain zu den kulturelen Höhepunkten im Veranstaltungsjahr.
Die schmissigen und witzigen Karnevalsdarbietungen im Kultur- und Freizeitzentrum zählen in Neupetershain zu den kulturelen Höhepunkten im Veranstaltungsjahr. FOTO: Uwe Hegewald
Neupetershain. Ehrenamtliche Veranstalter bieten in der Gemeinde viel an. Kritische Hinweise und neue Ideen sind hier dennoch willkommen. Themen sind auch Finanzierbarkeit und Personalaufwand. Von Daniel Preikschat

Der Veranstaltungskalender steht längst für die Gemeinde Neupetershain. Nicht weniger als 22 Veranstaltungen von Ostern bis Weihnachten haben die bekannten Akteure in dem 2500 Einwohner-Ort 2018 noch fest eingeplant. Zwei Osterfeuer am Karsamstag, 31. März, stehen nun zunächst an. In Neupetershain-Nord ist es die dortige Traditionsfeuerwehr, in Neu-Geisendorf die Dorfgemeinschaft, die sich initiativ zeigt. Bis zum Sommer folgen unter anderem Maibaumstellen und Tanz in den Frühling, das Sport- und Familienfest im Juni, Familienfest und Volleyballturnier im September. Im Oktober darf in Neupetershain Halloween nicht fehlen, und im November ist der Neupetershainer Carneval-Club (NCC) wieder gefordert.

Kaum jemand dürfte bestreiten, dass in dieser Gemeinde, in der es weder Kino, Theater oder Konzerthalle gibt, das selbst gemachte Kulturangebot beträchtlich ist. Dank des Engagements vor allem der Vereine. Die Gemeinde mache das attraktiver. Es sei erfreulicherweise festzustellen, dass junge Leute Neupetershain längst nicht mehr den Rücken kehren, dass sie hier bleiben wollen, dafür sogar lange Anfahrtswege zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen, so Bürgermeisterin Marita Theile.

Klar sei aber auch, so die Meinung der Bürgermeisterin und auch der Kulturausschuss-Vorsitzenden Marina Nasdall, dass der Veranstaltungsreigen nicht Jahr für Jahr immer gleich aussehen muss. „Man wird ja irgendwann auch mal betriebsblind“, sagt Marita Theile selbstkritisch. Für das zum Beispiel, was die Bürger an Kulturangebot gern hätten, was sie vermissen, was anders laufen könnte aus ihrer Sicht. Insofern ist der Bürgermeisterin der LR-vor-Ort-Termin am 5. April willkommen. Das könne eine Gelegenheit sein, die Veranstaltungen in Neupetershain sozusagen auf den Prüfstand zu stellen.

Andererseits kann es in Neupetershain nicht nur um ein „Wünsch dir was!“ gehen. Auch Probleme sollten angesprochen werden. Nachwuchsmangel zum Beispiel ist so ein Problem, das regionweit viele Vereine haben. Gern würden Marina Nasdall und Marita Theile auch mehr Männer daffür gewinnen, sich bei Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen einzubringen.

Konkret gebraucht werde ein Elektriker, der sich um Licht- und Tontechnik vor allem für den Weihnachtsmarkt am 8. Dezember kümmert. Der eine oder andere Verein im Ort ließe sich möglicherweise auch noch mobilisieren sowie zwischen Neupetershain-Nord und Neupetershain die Kooperation weiter verbessern.

Weiterhin muss auch die Frage nach der Finanzierbarkeit lieb gewonnener Feste einmal gestellt werden, sagt die Bürgermeisterin. Neupetershain konnte in der Vergangenheit von einem Vertrag mit dem Leag-Vorgänger Vattenfall profitieren. 15 000 Euro standen jährlich bereit für das kulturelle Leben in der Gemeinde nahe dem ehemaligen Tagebau Greifenhain. Vereine konnten Anträge stellen. Künftig jedoch, sagt Bürgermeisterin Marita Theile, werde man in Neupetershain wohl auch mal über Eintritte bei der einen oder anderen Kulturveranstaltung reden müssen.

LR vor Ort - Logo 2c
LR vor Ort - Logo 2c FOTO: LR
Mit vereinten Kräften stellen Neupetershainer den 17 Meter hohen Maibaum auf. Das wird in Neupetershain auch in diesem Jahr wieder festlich begangen mit anschließendem Tanz in den Mai.
Mit vereinten Kräften stellen Neupetershainer den 17 Meter hohen Maibaum auf. Das wird in Neupetershain auch in diesem Jahr wieder festlich begangen mit anschließendem Tanz in den Mai. FOTO: Gunther Th¸mmel