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Lübbenau
Neupetershain feilt an Kulturformel

Neupetershain müsse sich mit seinem Kulturangebot nicht verstecken. „Hier wird viel auf die Beine gestellt“, würdigte Altdöberns amtierende Amtsdirektorin, Katrin Peter, am Donnerstagabend in der Begegnungsstätte „Am Wasserturm“. Sie bildete mit Bürgermeisterin Marita Theile, LR-Lokalredakteur Daniel Preikschat und der Leiterin des kommunalen Kulturausschusses, Marina Nasdall (v. l.) das Podium von „LR vor Ort“... ..Fotos:..Uwe Hegewald/uhd ..
Neupetershain müsse sich mit seinem Kulturangebot nicht verstecken. „Hier wird viel auf die Beine gestellt“, würdigte Altdöberns amtierende Amtsdirektorin, Katrin Peter, am Donnerstagabend in der Begegnungsstätte „Am Wasserturm“. Sie bildete mit Bürgermeisterin Marita Theile, LR-Lokalredakteur Daniel Preikschat und der Leiterin des kommunalen Kulturausschusses, Marina Nasdall (v. l.) das Podium von „LR vor Ort“... ..Fotos:..Uwe Hegewald/uhd .. FOTO: Uwe Hegewald
Neupetershain. LR vor Ort deckt Stärken und Schwächen im Kulturleben der Gemeinde auf.

Die positive Nachricht vorneweg: Neupetershain besitzt ein breit gefächertes Kulturangebot. „Es wird eine ganze Menge auf die Beine gestellt. Die Vereine prägen den Charakter des Ortes; sie bewegen etwas“, resümiert Simone Fritsch.

Auch sieht die Vorsitzende des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr (FF) bezüglich der Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche keine Notwendigkeit, dunkle Bilder zu malen. „Wir haben eine starke Nachwuchsfeuerwehr und heißen alle herzlich willkommen“, so Fritsch.

Was sie bedauert, ist die mitunter schwache Resonanz bei Sitzungen des Ausschusses für Kultur, Sport, Bildung, Soziales (KSpBS) Neupetershain. In diesem bekleidet die kürzlich zur OSL-Ehrenamtlerin geschlagene Marina Nasdall den Vorsitz. „Für die jährliche Ausarbeitung des Veranstaltungskalenders, bei dem die Gemeinde, der KSpBS und Vereine mitwirken, sind wir auch für Zuarbeit und Hinweise von außen dankbar“, sagt sie. Den von Lokal-Redakteur Daniel Preikschat moderierten „LR vor Ort“-Termin sieht sie auch als eine Art Prüfstand: „Wir haben heute die Chance, das in die Waagschale zu legen, was uns wichtig ist und was wir uns weiterhin leisten wollen“, führt Marina Nasdall an.

Dass ihre Überlegungen von Notwendigkeiten getragen werden, wissen viele Neupetershainer. In den zurückliegenden Jahren konnte die Gemeinde auf Zuwendungen des Energieriesen Vattenfall von jährlich mehreren Tausend Euro zurückgreifen. Die bereitgestellten Mittel verkörperten eine Entschädigung für Einschnitte durch den vorbeiziehenden Tagebau Welzow-Süd. „Wir wissen nicht, welche Summe uns zukünftig durch den neuen Besitzer Leag für die Kulturarbeit zur Verfügung gestellt werden“, teilt Bürgermeisterin Marita Theile mit. Dennoch und trotz unausgeglichenem Haushalt will die Gemeinde so gut es geht an eine Vereinsförderung festhalten, so das Gemeindeoberhaupt. Heißt: auch zukünftig müssen Vereine und Kulturschaffende ihre Arbeit ehrenamtlich ausrichten. Wie etwa Bibliothekar Jürgen Pufe, der mit jährlich 50 Euro auskommen muss, um seine Bücherwürmer zu halten.

Als Neupetershainer Vorzeigevereine mit Außenwirkung zählen der „Modelbahn, Modelbau- und Puppenverein“ sowie der Karnevalclub. „Unser Erfolgsrezept ist vielleicht die Mischung. Was spricht schon dagegen, wenn Nachwuchs und Eltern gemeinsame Interessen ausleben und Veranstaltungen besuchen“, hält Paul Theile fest. So sieht es auch Peter Petrick: „Der Weg über Eltern oder Großeltern an das Kulturleben im Ort herangeführt zu werden, ist der Beste.“ Dass es bei den Karnevalisten des NCC so gut funktioniert, liege auch am konsequenten aber ebenso gelungenen Generationswechsel auf Führungsebene, bekräftigen Besucher von „LR vor Ort“ unisono.

Als ausbaufähig wird die Zusammenarbeit mit dem Gemeindeteil Neupetershain-Nord betrachtet. „Mit Stabback (lokaler Kosename von Petershain) hat es nie richtig funktioniert. Da ist mehr Trennendes als Verbindendes““, begründet Reinhard Kara. Marina Nasdall hält dagegen: „Die 666-Jahrfeier von Neupetershain-Nord hat uns gezeigt, dass es geht.“ Bei der Anfrage, warum nicht den Weihnachtsmarkt im jährlichen Wechsel zwischen Petershain und Neupetershain durchzuführen, warf die „Kultursenatorin“ den Spielball an René Vergin von der mitgestaltenden Feuerwehr weiter. „Weihnachtsmarkt 2019 in Nord. Die Herausforderung nehmen wir an“, so der Altdöberner Amtswehrführer.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR