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| 02:32 Uhr

Neujahrsempfang mit Ehrenbürger

Martin Habermann (Mitte) durfte sich gestern als dritter Lübbenauer ins Goldene Buch der Stadt eintragen – zur Freude von Bürgermeister Helmut Wenzel (r.) und von Stadtverordnetenvorsteher Uwe Pielenz. Den erforderlichen Beschluss hatten die Stadtverordneten nicht öffentlich im November gefasst. Habermann habe maßgeblich die Entwicklung der Stadt und der Ortsteile beeinflusst, hieß es in der Festrede.
Martin Habermann (Mitte) durfte sich gestern als dritter Lübbenauer ins Goldene Buch der Stadt eintragen – zur Freude von Bürgermeister Helmut Wenzel (r.) und von Stadtverordnetenvorsteher Uwe Pielenz. Den erforderlichen Beschluss hatten die Stadtverordneten nicht öffentlich im November gefasst. Habermann habe maßgeblich die Entwicklung der Stadt und der Ortsteile beeinflusst, hieß es in der Festrede. FOTO: Preikschat
Lübbenau. Wolfgang Seeliger und Christoph Eigenwillig bekommen Gesellschaft. Martin Habermann hat sich gestern beim Neujahrsempfang in Lübbenau ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. In seiner Rede sprach der dritte Ehrenbürger aber nicht nur Höhepunkte in seiner politischen Vita an. Daniel Preikschat

Der Bürgermeister würdigte den Ehrenbürger, der Ehrenbürger Ehefrau Fredemarie. Ohne ihre aufrüttelnde Art und ihren Zuspruch, sagte Martin Habermann vor 140 geladenen Gästen im Großen Sitzungssaal des Rathauses, hätte er so manches Mal resignieren können.

So wohl vor allem Mitte der Neunziger Jahre, als in der Stadt der Kraftwerksbetrieb vollends eingestellt, Lübbenau arg gebeutelt wurde durch Arbeitslosigkeit und Wegzug. Dann aber auch im Jahr 2004. Damals, erinnerte der ehemalige CDU-Politiker, zogen die Stadtverordneten den schon gefassten Beschluss wieder zurück, die Poststraße nach dem Widerstandskämpfer Wilhelm Friedrich Graf zu Lynar zu benennen. Das habe er bis heute nicht verwinden können. Nachdenklich und betroffen machte die Frage, die Martin Habermann in den Raum stellte: "Was muss ein Mann tun, damit ihm in seiner Heimatstadt ein Straßenname zuerkannt wird?"

Gern aber sprach der Landtagsvizepräsident a.D. und langjährige Lübbenauer Stadtverordnete auch die Höhepunkte an, die er in Lübbenau erleben durfte. Man schaue sich nur Straßen, Plätze und Wohnviertel an, sagt er. "Das Grau ist aus Lübbenau vertrieben." Einem hervorragend gestalteten Stadtumbau sei Dank. Stolz sei er, ein Lübbenauer zu sein. Ein Lübbenauer freilich, der doch stark hofft, dass er möglichst bald von der Alt- in die Neustadt gelangen kann, ohne dass ihn Eisenbahnschranken behindern. Womit der 73-Jährige auf das "Niveaufrei Verkehrskonzept" anspielte, das zwei Bahnübergänge in der Stadt vorsieht und nur mühsam umzusetzen ist.

Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) nutzte den Neujahrsempfang, um noch drei weitere Personen zu würdigen, die sich besonders um Lübbenau verdient gemacht haben: Andrea Pursche, die sich seit Jahrzehnten um die Bewahrung des sorbisch-wendischen Kulturgutes bemühe, Siegfried Janzen, der in Groß Lübbenau seit mehr als drei Jahrzehnten auf vielfältige Weise ehrenamtlich aktiv ist, hier unter anderem Ortsbürgermeister war, die Jugendfeuerwehr mit begründet und die Heimatstube betrieben hat. Marco Tauscher indes bekam 2016 als Geschäftsführer der EMT Media Elektrics in Groß Klessow den Zukunftspreis des Landes Brandenburg.

Vom Bürgermeister öffentlich belobigt wurde schließlich noch die Feuerwehr-Frauen-Mannschaft aus Groß Lübbenau - für ihren dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Feuerwehrsport 2016 in Rostock. In der Königsdisziplin Löschangriff nass schafften die Spreewälderinnen eine Spitzenzeit.

In seiner Festrede ging der Bürgermeister kurz auf die Sanierungserfolge 2016 ein. Der Start des Spreeweltenbad-Ausbaus und die Schulentwicklungsplanung sind aus seiner Sicht die bedeutsamsten Vorhaben im neuen Jahr. Das Thema Kreisgebietsreform streifend, sagte Wenzel an Landrat Siegurd Heinze (parteilos) gewandt: "Wir wissen um unsere Stärken und Qualitätsmerkmale und wollen diese weiter festigen und ausbauen."