| 02:44 Uhr

Neues "Storchennest" für Boblitz

So soll die Boblitzer Kita laut der Entwurfsplanung aussehen.
So soll die Boblitzer Kita laut der Entwurfsplanung aussehen. FOTO: MKS Architekten-Ingenieure GmbH
Boblitz. Für Ingrid Kurzweil hat sich das Warten gelohnt. "Es ist ein wunderschönes Projekt", sagte die Boblitzer Ortsbürgermeisterin nach einer Präsentation im Sozialausschuss der Stadt Lübbenau. Daniel Preikschat

Hier machte Werner Hillmann von der MKS Architekten-Ingenieure GmbH gar nicht so viele Worte. Vielsagender und ausdrucksstärker sind die grafischen Darstellungen des Boblitzer "Storchennestes", wie es nun also wahrscheinlich im Jahr 2019 aussehen wird.

Die Ausschussmitglieder sowie einige Besucher der Sitzung wohl vor allem aus Boblitz sahen einen regelrechten Kurzfilm: das Kinderheim in Boblitz vor und nach dem beschlossenen Abriss der Seitengebäude. Es folgten Grundrisse von Unter-, Erd-, Ober- und Dachgeschoss des künftigen Gebäudekomplexes samt des amöbenartigen, eingeschossigen Anbaus mit begrüntem Dach. Die Gebäudestruktur der Kita baute sich wie im Zeitraffer vor den Augen der Zuschauer auf. Danach konnten sie das Objekt aus acht Perspektiven in den Blick nehmen.

Zu sehen ist, wie von Werner Hillmann auch kurz erläutert, dass Kindern und Betreuern im Neubau-Erdgeschoss mehr als 400 Quadratmeter Gesamtfläche zur Verfügung stehen. Sie werden je zwei Krippen-, Kita- und Schlafräume vorfinden, außerdem einen rund 60 Quadratmeter großen Spielflur, selbstverständlich auch Garderoben und Sanitärbereich.

Etwa genau so groß werden wird das Kinder-Restaurant im Bestandsgebäude, einem ehemaligen Kinderheim, das in den 1920er-Jahren erbaut wurde. Das Altbau-Ergeschoss nutzt aber auch die Gemeinde. Es sind ein Bürger- und ein Vereinsbüro vorgesehen sowie ein Mehrzweckraum für die gemeinsame Nutzung. Im Obergeschoss des Bestandsgebäudes findet der Hort seine Heimstatt, mit 60-Quadratmeter-Spielbereich, Materialraum, Garderobe, Hort und WC.

Nicht minder großzügig geplant ist der Außenbereich. In dem Winkel, den Alt- und Neubau bilden, können sich die Kinder eines Gartens mit Wasserschale erfreuen und eines "Spielflurs". Das Grundstück, rund 6500 Quadratmeter groß, wirkt auf den Ansichten parkartig gestaltet mit seinen Wegen und Pflanzungen. Der öffentliche Spielplatz, den sich die Gemeinde gewünscht hat, findet nahe des Kriegerdenkmals seinen Platz

2018, sagt Hillmann mit einem Seitenblick auf Kerstin Schäfer vom Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadt, soll Baubeginn sein: "Das ist unser fester Wille." Die Finanzierung, so Kerstin Schäfer, sei abgesichert. 2,6 Millionen Euro Gesamtkosten werden voraussichtlich anfallen, 1,1 Millionen Euro kommen aus dem europäischen Förderprogramm.

Neben Ingrid Kurzweil zeigten sich auch der Stadtverordnetenvorsteher Uwe Pielenz (SPD) und der stellvertretende Bürgermeister Rainer Schamberg stark beeindruckt. "Wunderbar", sagt Pielenz. Allerdings befürchtet er, dass andere Kitas nun auch Ansprüche anmelden könnten angesichts dieses Vorhabens. Schamberg formuliert etwas zurückhaltender: "sehr gelungen". Leider, fügte er an, haben nur wenige Boblitzer die Ausschuss-Sitzung mit der Präsentation besucht. Ingrid Kurzweil bittet um eine Wiederholung in Boblitz.

Zum Thema:
Die Lübbenauer Stadtverordneten haben der Stadtverwaltung im Dezember 2016 aufgegeben, spätestens im ersten Halbjahr 2018 mit dem Neubau der Boblitzer Kita zu beginnen. Das wurde auf Antrag der Fraktionen von CDU, AWG und SPD beschlossen und war Bedingung, den Haushalt für 2018 zu beschließen. Die Kita in Boblitz gehört zu den letzten Einrichtungen in Lübbenau, die noch unsaniert sind.