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| 02:32 Uhr

Neues Haus für Lübbenauer "Wichtel"

So soll die Kita "Wichtel” mit dem neuen Anbau künftig aussehen.
So soll die Kita "Wichtel” mit dem neuen Anbau künftig aussehen. FOTO: Gloßmann
Lübbenau. Die Sanierung der Kindertagesstätten in Lübbenau soll im kommenden Jahr einen entscheidenden Schritt nach vorn machen. Die Kita "Wichtel" wird dann umgebaut. Dagegen muss der Ortsteil Boblitz weiter auf seine neue Kita warten (siehe Text unten). Jan Gloßmann

Es ist eng im Haus der "Wichtel", wie die Kita an der Friedrich-Engels-Straße in der Lübbenauer Neustadt heißt. Leiterin Cornelia Wipp wählt ihre Worte vorsichtig, wenn sie sagt: "Die Situation ist momentan eine große Herausforderung." Die von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Kindertagesstätte ist die einzige in Lübbenau, in der auch behinderte Kinder betreut werden. Dieser Einzigartigkeit soll nun weiter Rechnung getragen werden - und die Rechnung beläuft sich auf voraussichtlich fast zwei Millionen Euro. So viel werden Sanierung und ein eingeschossiger Anbau im Hof kosten. "Das Haus ist sehr sanierungsbedürftig", sagt Kerstin Schäfer, die in der Lübbenauer Stadtverwaltung das Gebäudemanagement leitet. Die Baugenehmigung wird noch im Dezember erwartet, und dann geht der Blick nach Berlin. Mit ein bisschen Glück und auf Basis einer akribischen Vorplanung könnte es vom Bund Fördermittel geben. Man hoffe auf 1,4 Millionen Euro.

Auf gut 50 Seiten haben die Planer, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Kita-Beschäftigten aufgeschrieben, wie die Situation ist und was gemacht werden soll. Damit der Bund für den finanziellen Löwenanteil einsteht, sind sowohl soziale als auch energetische und ökologische Aspekte der Sanierung zusammengetragen worden. Natürlich ist das in erster Linie die Betreuung von Kindern mit und ohne Handicap; Begriffe wie Inklusion und Integration geistern dabei durch die Papiere und den Alltag in der Kita. Sie wird auch künftig 75 Kinder aufnehmen können, darunter sind zehn so genannte Integrationsplätze. Diese Zahl reicht nicht immer, entspricht nach Angaben der Stadtverwaltung aber einem langjährigen Durchschnitts-Bedarf.

Zudem soll das Haus energetisch saniert werden, eine Solaranlage auf dem Dach ist geplant, bessere Wärmedämmung, effektivere Lüftung und anderes, das hilft, Energie und Betriebskosten zu sparen.

Für den Neubau sollen nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden, vor allem Holz. Der massive Altbau, errichtet 1970, soll mit Zellulose gedämmt werden und eine Verkleidung aus Lärchenholz erhalten. Insgesamt werde es mehr Platz geben als bisher und neue Räume - der Flächengewinn beläuft sich laut Planung auf mehr als 350 Quadratmeter. Anders gesagt: Pro Kind sollen nach der Sanierung etwa zwölf Quadratmeter zur Verfügung stehen, heute sind es etwas mehr als sieben Quadratmeter pro Kind.

Für die prognostizierte Umbauzeit von einem bis eineinhalb Jahren würde die Kita "Wichtel" an den alten Standort der Kita "Diesterweg" im Lindenweg ausweichen. Betreut werden im Haus etwa 25 Kinder im Alter bis drei Jahre sowie 40 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren. Die Kita "Wichtel" ist eine von vier Einrichtungen in freier Trägerschaft in Lübbenau. Insgesamt verfügt die Stadt über acht Kita und zwei Horte.